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Langenhagen Der KunsTraum ist ausgeträumt
Umland Langenhagen Der KunsTraum ist ausgeträumt
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00:17 14.09.2018
Noch begrüßen sie die Besucher des Kunstraums: Innozenz und Pius, zwei Stelen von Hanne Niescken-Voigt. Quelle: Rebekka Neander
Langenhagen

Krähen sind schlaue Tiere. Doch ob die beiden Vertreter ihrer Gattung im Eingang dieses von Bäumen umschlungenen Raumes wissen, was ihnen blüht? Innozenz und Pius sind diese beiden Verschmelzungen von Mensch und Tier benannt. Hanne Niescken-Voigt hat sie geformt als „Dialog des Geistes“. Nun werden die Papst-Krähen-Mischungen umziehen müssen. Denn Niescken-Voigt und ihre sechs künstlerischen Mitstreiter werden ihren „KunsTraum“ mit Ende dieses Monats aufgeben – müssen.

„Die Jugend macht sich nichts mehr aus der Kunst“

Der Rückzug der Ateliergemeinschaft nach zwölf Jahren hat verschiedene Gründe. Da spielen fehlende Heizbarkeit dieser ehemaligen Tischlerei am Ende des Schaumann’schen Hofs oder gesundheitliche Täler nur eine Nebenrolle. „Die Jugend macht sich nichts mehr aus Kunst oder Kunsthandwerk“, lautet eines der Schlussworte von Niescken-Voigt. Was ein schwedisches Möbelhaus denen an Deko-Artikeln anbiete, „reicht ihnen völlig aus“. In den Anfangsjahren der „KunsTraum“-Ära war dies anders. „Seit 2010 geht das eigentlich bergab.“ Auch die Anzahl der Kunsthandwerker-Märkte sei seither rapide angestiegen. „Wir haben eine Sättigung an Objekten.“

Dass es auch heute noch anders gehe, habe zwar im August eine Gemeinschaftsausstellung in Steinhude gezeigt, räumt Glaskünstlerin Irene Schwartz ein. „Teure Objekte sind manchmal besser verkäuflich“, es müsse eben mit einer Wertigkeit verbunden sein. Die Laufkundschaft habe letztlich aber trotz diverser Aktionen bis hin zum Ferienpass für Kinder nicht oft genug den Weg in diese Sackgasse nicht weit der Walsroder Straße gefunden. Schwartz selbst wird ihr verbliebenes Material ihrer Tiffany-Objekte abgeben. „Gegen Window-Colours komme ich nicht mehr an.“

Die ehemalige Tischlerei am Ende des Schaumann’schen Hofs in Langenhagen war zwölf Jahre lang ein gemeinsames Atelier.

Die Kunst an sich sei dennoch nicht am Ende, betonen beide. Niescken-Voigt wird im Oktober in ihren Privaträumen am Mittelweg in Krähenwinkel eine kleine neue Ausstellungsfläche zum Leben erwecken. „Ich werde auch da gerne mit anderen Künstlern gemeinsam ausstellen so wie im Kunstraum bisher auch“, sagt Niescken-Voigt. Mit was genau sie dort anfangen werde, ist noch ihr Geheimnis. Denn sie will nicht ablenken von Problemen ganz irdischer Art: „Wir suchen jetzt Käufer für alles, was hier noch steht“ – und damit meint sie auch die Ausstattung der Galerie: Leuchten, Podeste, Regale. Deshalb öffnet die Ausstellungsstätte auf ihren letzten Tage deutlich öfter als sonst: Am Sonnabend, 15. September, ist der KunsTraum von 14 bis 17 Uhr geöffnet, am Sonntag von 11 bis 17 Uhr. Von Montag, 17. September, bis Sonntag, 23. September, wird der KunsTraum täglich von 15 bis 17 Uhr geöffnet sein. Während die Kunst in ihrem Wert beständig bleibt, werde die Galerie-Ausstattung zu „Flohmarktpreisen“ angeboten.

Information: Beteiligt an der aktuellen Gemeinschaftsausstellung sind Giselheid Cornelsen, Heiner Höhn, Jutta Hönkhaus, Hanne Niescken-Voigt, Irene Schwartz, Birgit Widderlich und Sylvia Wöhler-Jeske. Der KunsTraum befindet sich am Ende der Straße Schaumanns Hof in Langenhagen.

Von Rebekka Neander

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