Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Langenhagen Warten die Kita-Fachkräfte auf Instagram?
Umland Langenhagen Warten die Kita-Fachkräfte auf Instagram?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:15 12.02.2019
Das neue Stellenportal der Stadt Langenhagen wirbt mit einem unkonventionellen Film um neues Betreuungspersonal in Kitas. Quelle: Stadt Langenhagen
Langenhagen

Tobende Kinder, kuscheliges Vorlesen oder auch der Ausflug nach draußen. Dazwischen immer wieder lockere Statements junger Leute, warum sie ihr Herz an die Arbeit mit Kindern verloren haben. Und dies insbesondere im Auftrag der Stadt Langenhagen. All dies ist ab sofort in einem knapp 3-minütigen Film zu erleben, den die Stadt hat produzieren lassen. Zu sehen ist er im Internet unter anderem auf dem Kurzfilmportal Youtube – verknüpft mit der Hoffnung, auf diesem neuen Weg besser und schneller zu möglichen Neuanstellungen zu kommen. Aktuell sucht die Stadt zwölf Personen, die in Voll- oder Teilzeit für die Kindertagesstätten arbeiten können.

Der Film ist jedoch zugleich Kern einer ganzen Kampagne, deren Basis ein neues Stellenportal der Stadt ist. Unter arbeiten-in-langenhagen.de werden künftig alle offenen Stellen in der Stadtverwaltung in neuer Form präsentiert. Start und deshalb auch eine Art Versuchsballon ist das Werben um Betreuungspersonal. Zudem gibt es ein filmisches Interview mit Bürgermeister Mirko Heuer zur Suche nach einer neuen Abteilungsleitung für den IT-Bereich. Die weiteren Bereiche, so die neuerdings für den Personalbereich zuständige Stadtsprecherin Annika Stegmaier, kämen im Laufe der Zeit dazu. Denn mit der neuen Kampagne krempelt Langenhagen die gesamte Aufmachung der Stellenanzeigen um. Statt in schlichtem schwarz-weiß werden die Anzeigen künftig in Anlehnung an die Gestaltung im Internet unter anderem mit einem knalligen Rot aufgepeppt.

Neue Anzeigen-Formate für Instagram und Facebook

Flankiert wird die Erziehenden-Kampagne mit speziellen Anzeigen-Formaten für die sozialen Medien-Kanäle Facebook und Instagram. Formuliert sind diese Anzeigen wie auch die Ansprache in dem Film in einer „möglichst authentischen Sprache und in einem lockeren Ton“, wie Stegmaier erläutert. Überdies werden die gesuchten Personen in diesen Formaten durchweg geduzt. „Das ist normal so auf diesen Kanälen“, ergänzt Sabine Mossig, die im Sprecherteam der Stadt künftig vorrangig für den Sozial- und Jugendbereich verantwortlich zeichnet. „Und es ist normal auch unter den Personen, die in den Kitas arbeiten“, unterstreicht Stephanie Emmel, die als Fachberaterin in Betreuungsfragen für die Stadt tätig ist. Erst im Übergang zum ebenfalls neu gestalteten reinen Bewerbungsbereich des Portals wechselt die Ansprache in das für Stellenanzeigen eigentlich übliche Siezen. Alle im Film gezeigten Mitwirkenden sind tatsächlich in Langenhagener Kitas tätig oder besuchen sie. „Wir haben zuvor alle Einverständniserklärungen abgeben lassen“, betont Renate Grätz, die Leiterin der Kita am Godshorner Kielenkamp, in der der Film gedreht wurde. Alle Beteiligten bekommen jetzt von der Stadt den fertigen Film auf einem eigenen Datenträger übermittelt. Eine nachträgliche Abnahme durch die Beteiligten habe es nicht gegeben, sagt Mossig.

Mit dem neuen Ansatz versucht die Stadt den seit Jahren unablässigen Fachkräftemangel zu durchbrechen. „Als ich hier 2013 angefangen habe, hatten wir 25 offene Stellen in den Kitas“, berichtet Svenja Kalus. „Vor zwei, drei Jahren“, ergänzt die stellvertretende Leiterin der Personalabteilung, „da hatten wir mal eine kurze Phase der Entspannung.“ Auch bedingt durch die grundsätzliche Entfristung aller Arbeitsverträge in diesem Bereich. Aber eigentlich habe sie in ihrer Zeit bei der Stadt Langenhagen es nie anders erlebt: So existiert eine Dauerausschreibung für Betreuungsstellen. „Und monatlich gibt es einen festen Termin für Bewerbungsgespräche“, sagt Kalus.

Stadt hat 100.000 potentielle Adressaten ausgemacht

Die jetzt startende Kampagne läuft erst einmal bis Anfang März. Sie ist ausgerichtet auf Frauen und Männer zwischen 18 und 28 Jahren sowie auf Frauen älter als 29 Jahre. „Damit versuchen wir die Wiedereinsteigerinnen nach Familienpause anzusprechen“, sagt Mossig. Um die neuen Werbeformate in den sozialen Medien auf die Algorithmen der einzelnen Kanäle genau ausrichten zu können, entwickelten die Mitarbeiter der Kita-Abteilung mit der Leiterin Marita Neumann sogenannte fiktive „Personas“, die alle gewünschten Eigenschaften bis ins letzte Hobby vereinen. „Die Kampagne ist ein wachsender Prozess“, sagt Mossig, „und kann entsprechend der Analyse der Klick-Zahlen und der einlaufenden Kommentare nachgesteuert werden.“ Mit Hilfe von Analyse-Tools für soziale Medien, so Mossig, habe die Stadt im Umkreis von 30 Kilometern auf den gewählten Medien-Kanälen rund 100.000 mögliche Adressaten ausgemacht.

Portal ist erst der Anfang

Hinter der jetzt sichtbaren Oberfläche des neuen Stellenportals wird in den nächsten Wochen und Monaten noch viel passieren: Flankierend baut die Stadt eine komplett neue Software zur Verarbeitung von Ausschreibungen und Bewerbungen auf. Auch deshalb sind auf der eigentlichen Homepage der Stadt im Internet noch längst nicht alle Neuerungen auf Anhieb zu erkennen. Da viele der derzeit offenen Stellen in der Verwaltung noch im alten Design gestaltet sind, führt auch der Menüpunkt „Stellenangebote“ derzeit nicht direkt auf das neue Portal; der Umweg über die konkrete Ausschreibung für Erzieherinnen und Erzieher ist notwendig. Wie es heißt, laufen viele der Nachbesserungsarbeiten parallel zum Start. Ob die Kampagne nach einer Evaluation noch einmal laufen wird, ist offen. Denkbar könnte sein, so Mossig, sie mit den Abschlussterminen der Ausbildungsschulen zu verknüpfen. Für eine solche Festlegung aber sei es derzeit zu früh.

Von Rebekka Neander

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

In einer besonders festlich geschmückten Kirche möchte die Langenhagener Liebfrauengemeinde in diesem Jahr den Valentinstag feiert. Dazu sind speziell auch alle Liebenden eingeladen.

09.02.2019

Gute Nachricht für alle Gartenfreunde: Der Verein Bürger für Kaltenweide setzt das Blumen- und Gemüsegarten-Projekt im Weiherfeld fort. Ein erstes Treffen zum Saisonstart ist am 11. Februar.

09.02.2019

Der Bundesgerichtshof hat der hannoverschen Genossenschaft Gartenheim recht gegeben: Eine einmal vereinbarte Sozialbindung von Wohnungen darf nicht auf ewig gelten. Der Konflikt spielt in Langenhagen, Gartenheim hatte sich übers Ohr gehauen gefühlt.

11.02.2019