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Langenhagen Mutter erhebt Vorwürfe wegen sexuellen Missbrauchs in Kita
Umland Langenhagen Mutter erhebt Vorwürfe wegen sexuellen Missbrauchs in Kita
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00:19 18.04.2019
Nach den Vorwürfen einer Mutter wegen sexuellem Missbrauchs in einer Kita hat die Staatsanwaltschaft ermittelt. Quelle: Monika Skolimowska (dpa)/Symbolbild
Langenhagen

In einem anonym verfassten Schreiben erhebt eine Mutter gegen eine Langenhagener Kinderbetreuungsstätte schwere Vorwürfe und stellt das Verhalten des Jugendamts in Frage. Es geht um sexuellen Missbrauch ihres Kindes und die vermeintliche Untätigkeit des Jugendamtes. Diese anonyme Botschaft ist inzwischen auch bei Mitgliedern des Rates angekommen – sie liegt auch dieser Zeitung vor.

Auch um Klarheit in die Angelegenheit zu bringen, ist eine Sondersitzung des Jugendhilfeausschusses für Donnerstag, 25. April, um 17 Uhr im Ratssaal anberaumt. Dabei werden Mitarbeiter des Jugendamtes im öffentlichen Teil über ihre besonderen Verfahrensweisen bei Bekanntwerden derartiger Anwürfe berichten. Nach Informationen dieser Zeitung soll es dann auch im folgenden nichtöffentlichen Part konkreter um die erhobenen Vorwürfe gehen.

Was ist passiert? Eine Mutter, die anonym bleiben möchte, will von Übergriffen zwischen den etwa gleichaltrigen Kindern in der Betreuungsstätte erfahren haben. Wie oder wodurch lässt sie in dem Schreiben im Nebulösen. In ihrer Empörung, auch weil ihrer Ansicht nach keine Schritte – weder von der Kita-Leitung noch vom zuständigen Jugendamt – unternommen worden sein sollen, machte sie ihren Verdacht per WhatsApp-Nachricht im Elternkreis publik. Die Folgen sind klar: Es herrschte Unruhe.

Mutter erhält Anzeige wegen übler Nachrede

Die so gescholtene Kita erstattete ihrerseits daraufhin Anzeige wegen übler Nachrede. Diesen Vorgang bestätigt die Erste Staatsanwältin Kathrin Söfker auf Anfrage. Ihre Behörde nahm nach Bekanntwerden im Juli 2018 entsprechende Ermittlungen auf. Quasi parallel sei dann auch das Betreuungsverhältnis zwischen Kita und Familie eingestellt worden, berichtet Söfker weiter. Im Zuge der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen habe die Mutter später über ihre Rechtsanwältin aber eingeräumt, dass sie sich bei den Anwürfen wohl etwas „unscharf ausgedrückt“ habe, erläutert die Erste Staatsanwältin. Auch die erhobenen Vorwürfe wurden von der Staatsanwaltschaft untersucht. Doch nach Angaben Söfkers habe es sich um das Spiel von Kindern gehandelt, von sexuellem Missbrauch könne keine Rede sein. Nach Ende der Ermittlungen entschied die Justiz folglich – auch aufgrund fehlenden „öffentlichen Interesses“ –, das Verfahren gegen die Mutter einzustellen, sagt Söfker. Die Justiz legte daraufhin die Angelegenheit bereits im November letzten Jahres zu den Akten.

Umso verwunderter ist die Staatsanwältin, dass das anonyme Schreiben zum jetzigen Zeitpunkt öffentlich auftaucht. Das darin kritisierte Jugendamt will wegen der mehr als sensiblen „Gemengelage“ keine Auskunft geben und erklärt lediglich, dass es in der jetzt anberaumten Sondersitzung öffentlich unter anderem um die kommunale Handlungsanweisung bei Hinweisen auf Kindeswohlgefährdung gehen soll. Darin ist definiert, wie die Stadt zum Kinderschutz verfährt. Sie soll den Mitgliedern des Jugendhilfeausschuss in der Sondersitzung erläutert werden. Jugendamts-Leiterin Heidi von der Ah sagt auf Anfrage nur so viel: „Wir machen unsere Arbeit.“

Von Sven Warnecke

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