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Langenhagen Neues Gymnasium in Langenhagen kostet bis zu 95 Millionen Euro
Umland Langenhagen Neues Gymnasium in Langenhagen kostet bis zu 95 Millionen Euro
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00:15 19.03.2019
Im Juni 2018 wurde der Entwurf des Kölner Architekten Prof. Gernot Schulz von einer Jury zum Sieger gekürt. Quelle: Rebekka Neander
Langenhagen

Jetzt wird es ernst: Im Sommer kommenden Jahres könnte der Bau des neuen Gymnasiums an der Rennbahn beginnen, zwei Jahre später wären Umzug und Schulstart möglich. Vorausgesetzt, die Politik stimmt am Montag auch öffentlich der vorgestellten „vertiefenden Kostenschätzung“ zu. Danach werden Schule, Mensa und Sporthalle samt Außengelände bis zu 95 Millionen Euro kosten. Eingerechnet ist darin ein Sicherheitspuffer von 15 Prozent. Der Technische Schulbauausschuss wird darüber am Montag, 18. März, öffentlich diskutieren, der Rat abschließend am Montag, 1. April.

Basis des Kostenplans ist zum einen der prämierte Entwurf des Kölner Architekten Prof. Gernot Schulz sowie dessen inzwischen verfeinerte Detailplanung. So haben Architekten und Stadtverwaltung unter anderem die Gebäudeform auf Wünsche des Naturschutz hin verändert: Um die Kaltluftversorgung der Innenstadt durch das Gebäude nicht zu behindern, werden sowohl die Mensa als auch die Turnhalle in ihrer Deckenhöhe verändert. Zudem rückt die insgesamt über fünf Felder verfügende Sporthalle ein deutliches Stück weiter in Richtung Norden. Damit vergrößert sich im Süden der Abstand zwischen Halle und Wohnbebauung.

Um die Kaltluftversorgung der Langenhagener Innenstadt durch das Gebäude nicht zu behindern, wird die Mensa in ihrer Deckenhöhe verändert. Quelle: Gernot Schulz Architektur

Was lässt sich noch einsparen am neuen Gymnasium?

Am Montag wird es maßgeblich um verschiedene Einsparvorschläge gehen, die die Architekten zwar für umsetzbar halten, die die Verwaltung jedoch klar ablehnt. Der mit gut 1,3 Millionen Euro größte Posten betrifft die Belüftungsanlage der vier, jeweils siebenzügig gestalteten Klassenhäuser im Norden des Grundstücks.

Auf diese zu verzichten hätte jedoch gravierende Nachteile im Schulalltag, wie Ramona Mellin betont. Die Architektin betreut in der städtischen Hochbauabteilung das Gesamtprojekt Gymnasium. „Ohne Lüftungsanlage müssen die Klassenräume pro Unterrichtseinheit zweimal über die Fenster belüftet werden“, sagte Mellin jetzt im Gespräch mit dieser Zeitung. Angesichts des Verkehrslärms durch Flugzeuge und Fahrzeuge auf der Theodor-Heuss-Straße wäre dies jedoch problematisch. „Die Experten sagen, insbesondere für das Klassenhaus direkt an der Straße müsste eine zusätzliche Schutzwand eingezogen werden“, ergänzte Baudezernent Carsten Hettwer. Gegen den Fluglärm im Einzugsbereich der Südlandebahn könne man allerdings nichts unternehmen. Zu debattieren wäre zudem, ob auf das Dach der Sporthalle eine Photovoltaikanlage kommen soll. Dies wäre eine Ersparnis von gut 232.000 Euro.

Der Kölner Architekt Gernot Schulz ist von der hochkarätig besetzten Jury einstimmig zum Sieger des Architekturwettbewerbes für das neue Gymnasium an der Rennbahn erkoren worden. Das Außengelände hat der Landschaftsplaner Johannes Böttger, ebenfalls Köln, entworfen.

Rennbahn-Fläche hat keine gute Internet-Anbindung

Eine Herausforderung wird für die Schule noch die Anbindung an das Internet. „Auch die Rennbahn und die Wasserwelt haben an dieser Ecke der Stadt ein Problem, eine schnelle Netzanbindung zu erhalten“, sagte Hettwer. Um innerhalb der Schule einen Leitungsverlust zu vermeiden, werden die Räume jeweils per Kabel direkt einen Datenleitungsanschluss erhalten.

Gestartet war die Kostenschätzung für das Gymnasium einmal bei rund 68 Millionen Euro vor dem Architekturwettbewerb. Seinerzeit hatte die Stadt von einer Schwankungsspanne plus/minus 20 Prozent gesprochen. Im Rahmen des Wettbewerbs sowie folgender vertiefender Kostenschätzungen und zusätzlich gewünschter Leistungen – unter anderem eine Einbruchmeldeanlage – stieg die Summe auf zuletzt rund 83 Millionen Euro. In der Maximalsumme ist ein Sicherheitsaufschlag von 15 Prozent auf dann 95 Millionen Euro eingerechnet. 10 Prozentpunkte sollen etwaige Kampfmittelfunde auf dem Areal abdecken oder auch unplanbare Insolvenzen später beauftragter Firmen. Fünf Prozentpunkte betreffen eine mögliche Preissteigerung.

Info: Die Sitzung des Ausschusses für Technischen Schulbau beginnt am Montag, 18. März, um 17.45 Uhr im Ratssaal. Zu Beginn und am Ende der Sitzung können Menschen aus Langenhagen Fragen an Politik und Verwaltung stellen.

„Es wird ein ganz normales Gymnasium“

Mit bis zu 95 Millionen Euro liegt das neue Gymnasium im Rahmen dessen, was ein „normale Schule mit mittlerem Standard“ heute kostet, sagt Baudezernent Carsten Hettwer. Andere Kommunen planten sogar im „höheren Standard“. Nichts an dem Entwurf der prämierten Architekten sei „besonders kostentreibend“.

Ein Blick in die Region bestätigt dies. In Garbsen muss eine neue Gesamtschule gebaut werden. Dort sind die Planungen lange noch nicht so weit wie in Langenhagen. Eine erste Kostenschätzung geht von 75 Millionen Euro aus – jedoch versehen mit einer möglichen Schwankungsbreite von plus/minus 30 Prozent. In Gehrden wird seit 2014 das Matthias-Claudius-Gymnasium im Bestand saniert. Gestartet waren die Planer mit einem Ansatz von 14 Millionen Euro. Aktuell sind es mehr als 20 Millionen Euro. Die Arbeiten laufen noch. Das nur fünfzügige Gymnasium Großburgwedel erhält einen Teilneubau, eine Dreifeld-Sporthalle sowie eine Bestandssanierung von aktuell geplanten 35 Millionen Euro. Auch dort gibt es bisher nur eine erste Schätzung. Ronnenberg erhält eine neue Grundschule für drei Züge plus Sporthalle. Angesetzt sind 13,5 Millionen Euro für Klassenräume von jeweils 80 Quadratmetern. Burgdorf baut eine mindestens sechszügige Gesamtschule mit Oberstufe und eine Dreifeldsporthalle. Aktuelle Kostenschätzungen liegen zwischen 48 und 53 Millionen Euro. In Laatzen laufen für das in Teilen neue Erich Kästner-Schulzentrum mit Gymnasium und Oberschule für insgesamt rund 1250 Kinder die ersten Ausschreibungen. Ausgegangen war die Stadt Anfang 2017 von 43,1 Millionen Euro. Wie es heißt, wird es wohl teurer.

Der Ansatz für das Gymnasium in Langenhagen, so Baudezernent Hettwer, wird aller Voraussicht nach grober Anhaltspunkt für den Neubau der IGS in der Kernstadt. Aktuell laufen neue Berechnungen für die nun sechszügige Schule – mit Erweiterungsoption auf sieben Züge. Offen ist, ob die E-, F- und G-Trakte saniert oder neu gebaut werden.

Von Rebekka Neander

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