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Langenhagen Trotz Ekelfaktor: Kinder lernen Wundversorgung
Umland Langenhagen Langenhagen Trotz Ekelfaktor: Kinder lernen Wundversorgung
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12:21 13.07.2018
Kinder lernen Erste Hilfe bei Ferienpass-Aktion der Johanniter-Jugend Langenhagen. Quelle: Johanniter/Bettina Martin
Langenhagen

„Das sieht ganz schön eklig aus“, sagt Anna. Blut läuft über das Gesicht, eine große Beule ist auf der Stirn. Trotzdem zieht sie sich die blauen Einweghandschuhe an, greift in die Notfalltasche und verbindet zusammen mit einer anderen Helferin das Mädchen mit der blutenden Kopfplatzwunde. Dabei ist die Verletzung zum Glück nicht echt. An diesem und anderen Beispielen üben die Jungen und Mädchen das Anlegen von Verbänden, versorgen Schnitt- und Platzwunden und lernen, wie ein gebrochenes Bein behelfsmäßig geschient werden kann. Damit endete jetzt eine dreitägige Aktion der Langenhagener Johanniter-Jugend zur Erstversorgung.

Erste Hilfe will gelernt sein: 14 Kinder aus Langenhagen haben dafür an einer FerienCard-Aktion der Johanniter teilgenommen. Auch wenn die Wunden nur geschminkt sind, haben die Nachwuchs-Sanitäter Respekt vor der Arbeit.

Um unter möglichst realistischen Bedingungen arbeiten zu können, fährt die Johanniter-Jugend sprichwörtlich schwere Geschütze auf: Die 14 teilnehmenden Kinder werden vom Team für realistische Unfallhilfe geschminkt. Knete in Hautfarbe und Kunstblut sorgen für täuschend echt aussehende Wunden. Die Kinder stehen den hauptamtlichen Johanniter-Mitarbeitern in nichts nach: Das Team für realistische Unfallhilfe übt normalerweise mit den Profis für kommende Einsätze.

Neben den Grundlagen der Ersten Hilfe schauten sich die Jungen und Mädchen einen Rettungswagen an und redeten mit den hauptamtlichen Notfallsanitätern über deren Alltag im Rettungsdienst. „Wir haben außerdem ausprobiert, wie man Behelfstragen oder Sitze aus Dreieckstüchern bauen kann“, erklärt Ortsjugendleiterin Julia Hildebrandt. Sie hatte zusammen mit zwei weiteren Helfern die Veranstaltung im Standort Am Pferdemarkt für die sieben bis zwölf Jahre alten Kinder organisiert.

Nach den Sommerferien geht es weiter

„Die Kinder waren wahnsinnig aufnahmefähig und interessiert“, fasste Hildebrandt anschließend die Ausbildung zusammen. Trotz anfänglicher Überwindung fanden die Kinder Gefallen an den Übungen: „Das Verbandlegen hat Spaß gemacht“, sagte etwa Paulina. „Die W-Fragen für den Notruf kannte ich aber schon.“ Im Anschluss an die Szenarien grillten Kinder, Eltern und Johanniter gemeinsam und ließen die vergangenen Tage noch einmal Revue passieren.

Die Johanniter-Jugend bietet die Erste-Hilfe-Übungen für Kinder weiterhin an. Die Gruppen dazu treffen sich nach Ende der Sommerferien jedem Freitagnachmittag am Langenhagener Standort.

Von Maximilian Hett

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