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Langenhagen An grauen Kästen prangt buntes Leben
Umland Langenhagen An grauen Kästen prangt buntes Leben
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00:17 15.10.2018
Mit Hilfe des Künstlers Jonas Wömpner tauchen zum sechsten Mal Jugendliche triste Schaltkästen der Telekom in ein buntes Gewand. Quelle: Rebekka Neander
Langenhagen

 Nein. In diesem Moment möchte man mit Jonas Wömpner nicht tauschen. Es zuckt in den Fingern des Künstlers. Es würde ihn keine fünf Minuten kosten, die Skizze auf dem Blatt in seiner Hand per Sprühdose auf den grauen Kasten vor ihm zu werfen. Aber das ist an diesem Vormittag einfach nicht gefragt. Sein Job ist: Mut machen. Und so bleibt ihm im Rücken einer handvoll quirliger Jugendlicher nur noch eines: „Trau Dich! Mach einfach! Und wenn es nicht gut wird, können wir es immer noch wieder übermalen.“

Wie oft Wömpner diese Sätze im Laufe der zurückliegenden Woche hat voller Inbrunst hat schmettern müssen, damit das pralle Leben vor dem Kasten auch auf selbigem landet, bleibt sein Geheimnis. Das Ergebnis aber kann sich sehen lassen. Buchstäblich. Gleich elf vormals trist-graue Schaltkästen der Telekom strahlen in der Kernstadt jetzt in fröhlichem Bunt. Besprüht von einem guten Dutzend Jugendlicher, die der Einladung der Kulturstiftung zur nunmehr sechsten Auflage von „StreetArt“ gefolgt sind. Damit gibt es inzwischen gut 40 derart in Farbe getauchte Kästen in der Stadt. Gleichwohl: Sie sind noch immer in der Minderheit.

Zum sechsten Mal haben Jugendliche auf Einladung der Kulturstiftung Langenhagen graue Schaltkästen unter künstlerischer Anleitung von Jonas Wömpner bunt angemalt.

Deshalb sind sich Ulrike Jagau und Gabi Spier als Initiatorinnen der Aktion auch vollkommen im klaren, dass sie noch sehr oft zu solchen Graffiti-Aktionen einladen wollen. „Wir sind sehr froh, wie gut wir mit der Telekom an dieser Stelle zusammenarbeiten“, berichtete Spier. Zum einen gebe es allein in den Dörfern rund um Langenhagen noch jede Menge dieser grauen Schaltkästen. Zum anderen seien da überdies ja noch viele andere Unternehmen, für die derlei Knotenpunkte in der Stadt herumstehen. Letztlich aber entscheide das Geld. „Wir haben für diese Aktion erst sehr kurzfristig eingeladen, weil wir gar nicht mehr mit einem Zuschuss der Stadt gerechnet hatten“, ergänzt Jagau.

Als sie die Nachricht der Jugendabteilung erhielten, sie könnten noch einmal einen Zuschuss über rund 3000 Euro bekommen, „haben wir zweimal noch beim Bürgermeister nachgefragt, ob wir uns auch wirklich darauf verlassen können“, erzählt Jagau lachend. Kurz: Sie konnten. Wie es weiter geht, werden Jagau und Spier als beide im Rat vertretene Kommunalpolitikerinnen spätestens während der bevorstehenden Haushalts-Beratungen für 2019 erleben. So wie die Langenhagener dann auf den grauen Kästen – und vermutlich wieder davor.

Graffiti-Projekt gewinnt Wettbewerb

„Herz zeigen“ – doch bloß für wen? Diese Frage haben sich die Kunden des Drogeriemarktes dm an den Elisabeth-Arkaden nicht leicht gemacht. Mit einem hauchdünnen Vorsprung von 48 Stimmen hat das Graffiti-Projekt StreetArt der Kulturstiftung das von der dm-Zentrale bundesweit ausgerufene Rennen in Langenhagen für sich entschieden und damit die zweite von Filialleiterin Yasmin Peprah für diese Aktion ausgewählte Initiative „Alltagsbegleiter“ des Quartierstreffs Wiesenau knapp hinter sich gelassen. Auch wenn dies nun für die Aktion der Kulturstiftung einen Gewinn von 600 Euro bedeutet (die Alltagsbegleiter bekommen 400 Euro) – „der eigentliche Gewinn für alle sind die enormen Reaktionen hier im Laden und der größere Bekanntheitsgrad für beide“, wie Peprah am Freitag dieser Zeitung berichtete. Die Wucht des Echos, die Vielzahl der Gespräche, die Peprah und ihr Team im Abstimmungszeitraum mit Kunden führten, tragen nun weitere Früchte. „Wir wollen uns mit allen gemeinsam im Januar zusammen setzen und überlegen, wie wir unsere frisch gewonnene Kooperation weiterführen können“, kündigte Peprah an. Beide Initiativen hätten bereits zugesagt.

Von Rebekka Neander

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