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Umland Langenhagen Nachrichten AfD kritisiert die Offene Gesellschaft
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08:15 05.12.2017
Im Martinshaus der Elisabeth-Gemeinde tauschen sich Vertreter der AfD und der Initiative Offene Gesellschaft Langenhagen aus. Quelle: Sven Warnecke
Langenhagen

 Im März hat sich in Langenhagen eine Initiative für eine Offene Gesellschaft zusammengeschlossen. Mittlerweile sind es nach Auskunft der Sprecherin Andrea Hesse etwa 35 Aktive, die sich für Demokratie und gegen Rassismus, Hass sowie rechtspopulistische Gruppierungen stark machen. Daraus entwickelten die Akteure zehn Thesen, die sie im September an das Langenhagener Rathaus klebten. 

Genau darin sieht die Langenhagener AfD kurz vor der Bundestagswahl wegen der seinerzeit bereits geöffneten Briefwahlbüros nicht nur eine unerlaubte Beeinflussung. Mehr noch. Die Ratsmitglieder sehen sich speziell von der neunten These verunglimpft und zu Unrecht an den Pranger gestellt. Diese lautet „Rechtsstaat, Demokratie und offene Gesellschaft bedürfen das Engagement und der Verteidigung. Wir wollen der Mehrheit in diesem Land ein Gesicht und eine Stimme geben und das Erstarken rechtspopulistischer Gruppierungen verhindern“.

Es sei der Eindruck entstanden, dass so gezielt Stimmung gegen die AfD gemacht werden sollte, monierte Sven Hoffmann nun bei einem Treffen zwischen ihm, seinen Parteikollegen Marc und Achim Hinz sowie Vertretern der Initiative Offene Gesellschaft Langenhagen. So werde man auch in Langenhagen ausgegrenzt, meinte Hoffmann. Doch das wolle die Initiative doch eigentlich nicht, kritisierte er. Als ein Beispiel berichtete das Ratsmitglied über eine fehlende persönliche Einladung, die engagierte Eltern bei der Wiedereröffnung des Spielplatzes des Martinskindergartens in Engelbostel erhalten hatten. Nur er nicht. Man fühle sich persönlich angegriffen, ergänzte Marc Hinz. „Wir treten in Langenhagen anders auf, als etwa AfD-Vertreter in Thüringen“, betonte Hoffmann weiter.

Dem konterte Initiativen-Vertreter Wolfgang Kuschel, seinerseits für die SPD im Rat: „Sie sind doch keine Betschwestern.“ „Sie kommen mir ein wenig weinerlich daher“, sagte er und erinnerte die AfD-Vertreter auch an deren eigene Kommentare in den Sozialen Medien, in denen etwa Stimmung gegen Flüchtlinge gemacht werde. Oder auch beim Thema Moscheebau in Langenhagen, wo gezielt Muslime unter Generalverdacht gestellt würden. „Die Thesen beinhalten grundlegende Inhalte einer offenen Demokratie“, betonte Kuschel weiter. „Eigentlich sind das Selbstverständlichkeiten.“

„Wir als offene Gesellschaft vertreten die Meinungsfreiheit“, ergänzte Falk Wook, Pastor der Godshorner Kirchengemeinde Zum Guten Hirten. „Wenn Sie sich von den Thesen angegriffen fühlen, ist das gut.“ Denn 80 Prozent der Deutschen seien gegen die AfD. Und für dieses Land sei die Meinungsfreiheit elementar, sagte Kuschel. Doch alles was rassistisch und menschenverachtend sei, dürfe nicht veröffentlicht werden. Denn nicht alles sei von der Meinungsfreiheit gedeckt. Und Rassismus sei nicht diskutabel, meinte Wook weiter und erinnerte an die Verantwortung, die aus den Folgen, die der Nationalsozialismus für die Menschheit gehabt habe, für dieses Land erwachsen sind. 

Hoffmann sieht indes die AfD als demokratische Partei. Achim Hinz ergänzte, man dürfe Äußerungen auf Landes- oder Bundesebene nicht den Langenhagener Vertretern anlasten. „Wir stehen für Rechtsstaat und Demokratie.“ Und ja, gegen Rassismus sei er auch, betonte Marc Hinz. Und gegen Hass und Verrohung, argumentierte Hoffmann weiter. Er wolle politisch etwas verändern. Doch nicht mit verbaler oder gar körperlicher Gewalt. Das sei der falsche Weg. 

„Sie wollen nicht in AfD-,Sippenhaft’ genommen werden“, stellte Susanne Wöbbeking von der Initiative fest. Doch das sei schwierig, „denn Sie stehen für eine Partei, die rechtspopulistische Thesen vertritt“, konstatierte sie. „Ich frage mich, ob Sie in der richtigen Partei sind, denn Sie stehen ja offenbar nicht zu den Inhalten der AfD“, bilanzierte Caroline von Blanckenburg zum Abschluss des etwa einstündigen Meinungsaustausches.

Von Sven Warnecke

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