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Nachrichten CDU-Herausforderer Heuer gewinnt deutlich
Umland Langenhagen Nachrichten CDU-Herausforderer Heuer gewinnt deutlich
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00:16 18.06.2014
Langenhagens künftige "First Family": Astrid und Mirko Heuer mit den Kindern Timm, Ina und Laura. Quelle: Sven Warnecke
Langenhagen

Mirko Heuer will mit der Übernahme der Amtsgeschäfte am 1. November als Bürgermeister „dicke Bretter bohren“. Nach eigenem Bekunden weniger bei der rot-grünen Mehrheitsfraktion. Denn er ist überzeugt, mit SPD und Grünen in vielen Fragen nicht weit auseinander zu liegen. Mehr Arbeit sieht Heuer innerhalb der Verwaltung auf sich zukommen, sagte er am Abend nach Bekanntwerden des vorläufigen Endergebnisses. Dort wolle er die Mitarbeiter – analog zu seinem Wahlslogan „Geht, wenn...“ – von seiner Sicht des Dienstleistungsgedanken überzeugen.

Zum Ergebnis befragt, ist Heuer selbst überrascht: „Ich habe mich zwar vorne gesehen, aber nicht so deutlich.“ Damit hat es zum zweiten Mal innerhalb der letzten acht Jahr der Bürgermeister Langenhagens nicht geschafft, bei Wahlen das Amt zu verteidigen. Das BBL-Mitglied Werner Knabe wertet das Ergebnis als „schönen Tag für Langenhagen“. Er hofft indes, dass die „rot-grüne Mehrheit konstruktiv mit dem Wahlergebnis umgeht und dem künftigen Bürgermeister die Arbeit nicht unnötig schwer macht“.

Der im ersten Wahlgang gescheiterte FDP-Bürgermeisterkandidat Stefan Dammann ist vom doch deutlichen Ergebnis „positiv überrascht“. Der ebenfalls gescheiterte Grünen-Kandidat Dirk Musfeldt hatte ebenfalls Heuer vorne gesehen, allerdings nicht in der Deutlichkeit, sagte er. Den Ausschlag hat seiner Ansicht nach der „emotional geführte Wahlkampf gegeben“. Eine Gefahr für die rot-grüne Mehrheit sieht Musfeldt jedoch nicht.

Der unterlegende Friedhelm Fischer hat nun ein Problem: Der Sozialdemokrat – 2006 aus dem Landesdienst ausgeschieden – hat keinen Plan B. Obwohl ihm durchaus bewusst gewesen sei, dass man eine Wahl verlieren könne, sagte er. Allerdings habe auch ihn die Deutlichkeit überrascht. „Wir haben in den letzten acht Jahren ordentlich was geleistet“, betonte Fischer, der nach eigenem Bekunden bis zum 31. Oktober als Bürgermeister im „Sinne der Stadt“ weiter arbeiten wolle. Ergo plant er auch eine vernünftige Amtsübergabe an seinen Nachfolger, wenn es gewünscht sei.

Kommentar: Jetzt muss Heuer sich beweisen

Nach der Wahl ist vor der Wahl – auf diese Formel brachte die SPD nach dem ersten Schrecken ihre Stimmung. Soll heißen: Wir akzeptieren das Ergebnis, schauen aber gleichzeitig 27 Monate weiter. Dann stehen die nächsten Kommunalwahlen an, und die wollen die Sozialdemokraten wieder gewinnen. Auch FDP und Grüne kündigten an, dass sie den Wahltermin im September 2016 schon jetzt fest im Blick haben, CDU-Bürgermeister hin oder her. Jetzt geht es darum, Positionen zu finden, durchzusetzen und sie dem Wähler zu vermitteln. Allein: Diese Wähler möchten kein Profilieren um des Profilierens Willen, sondern Arbeit zum Nutze der Stadt. Mehr denn je benötigt der Rat einen Mediator, der bei strittigen Fragen vermittelt, Kompromisse aushandelt und den Beteiligten die Möglichkeit lässt, das Gesicht zu wahren. Mit diesem Versprechen ist Mirko Heuer in den Wahlkampf gezogen, und daran muss er sich in seiner Amtszeit messen lassen.

Doch nicht nur im Rat selbst hat die Arbeit zuletzt gehakt. Auch das Verhältnis zwischen Rat und Verwaltung ist gestört,. Auf beiden Seiten fehlt das Vertrauen in die Arbeit des jeweils anderen. Ohne Vertrauen aber funktioniert die Zusammenarbeit nicht. Dies wieder herzustellen, muss für Heuer höchste Priorität haben – auch wenn er als Neueinsteiger die Verwaltung mit 850 Mitarbeitern erst kennenlernen muss. Insofern kann es sich für ihn als Glücksfall herausstellen, dass er erst am 1. November ins Rathaus einzieht.

Die anstehende Zeit kann und muss er nutzen, um ein Gefühl für die Beschäftigten und die Abläufe zu bekommen. Zugleich muss er zeigen, dass die Mitarbeiter ihm vertrauen können. Denn so mancher ambitionierte Vorstoß des Ehrenamtlers Heuer, ob beim Abenteuerland oder beim Obelisken, ist im Rathaus in guter Erinnerung.

Von Antje Bismarck

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