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Umland Langenhagen Nachrichten CDU irritiert Schulen mit neuem Förderantrag
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00:35 13.04.2018
Die Förderschule Schwerpunkt Lernen wird im Sommer 2021 in Langenhagen Geschichte sein. Die CDU wünscht sich jetzt eine spezielle Lerngruppe, um diese Kinder aufzufangen.  Quelle: dpa (Symbolbild)
Langenhagen

 Das Schicksal förderbedürftiger Kinder im Hinblick auf das Ende der Pestalozzi-Schule im Sommer 2021 bleibt umstritten: Die CDU-Ratsfraktion wünscht sich eine spezielle Lerngruppe für diese Schüler bereits für das kommende Schuljahr vornehmlich an der Robert-Koch-Realschule oder alternativ an der IGS-Süd. Noch bevor der Bildungsausschuss darüber am Montag, 16. April, erstmals beraten wird, haben sich alle drei Schulen öffentlich zu Wort gemeldet: Sie sind über den CDU-Vorstoß „verwundert“. Zumal niemand mit den Schulen zuvor darüber geredet habe. Dies, so heißt es aus CDU-Kreisen, sei aber kein böser Wille, sondern den vom Kultusministerium gesetzten Fristen geschuldet. 

Kultusministerium empfiehlt kleine Lerngruppen

Tatsächlich gehören derlei Lerngruppen für förderbedürftige Kinder zu den Empfehlungen des Ministeriums für jene Kommunen, in denen ein Erhalt von Förderschulen nicht möglich ist, eine vollends inklusive Beschulung aller Kinder allerdings schwierig erscheint. Städte, die diese Gruppen einrichten wollen, müssen den Antrag bis Ende April gestellt haben. Um die dafür notwendige Ratssitzung am 23. April noch zu erreichen, kommt der Bildungsausschuss am Montag eigens in einer Sondersitzung nur zu diesem Thema zusammen. Die CDU möchte mit dieser Lerngruppe jene zukünftigen Fünftklässler auffangen, die ab kommendem Sommer nicht mehr an der Pestalozzi-Schule eingeschult werden können. 

Dass mit den drei betroffenen Schulen vor Veröffentlichung des Antrages (2018/130) niemand im Detail gesprochen habe, sei zudem ferienbedingt zu erklären, heißt es bei den Christdemokraten. Dem Vernehmen nach ist ein Austausch zwischen Fraktionsmitgliedern und den Schulleitungen für Mittwoch geplant. Davon ist in dem Brief der drei Schulleiter indessen nichts zu lesen. 

IGS-Süd, RKS und Pestalozzi-Schule lehnen Vorstoß klar ab

Klar sind Mascha Brandt (IGS-Süd), Martin Märker (Konrektor der RKS) und Ursula Borkowski (Pestalozzi-Schule) jedoch in ihrem Urteil zu den in Rede stehenden Lerngruppen: Sie seien ein Schritt in die falsche Richtung, weil diese Form der Beschulung „exklusiv“ und eben nicht inklusiv wirke. Lerngruppen dieser Art erinnerten an „Hilfsschulklassen der 50-er Jahre“. Dies könne „ja wohl von keiner Seite gewünscht oder gar geplant“ sein. Ein Separieren von den Regelklassen, ist in dem Brief zu lesen, würde schwere negative Folgen auf das Selbstbild dieser Kinder haben.

Schulen fordern von Stadt mehr Personal für Inklusion

Dafür fordern sie bei der Stadt eine stärkere Unterstützung, vornehmlich durch die Anstellung von mehr Personal. „Inklusive Schule gelingt nur, wenn in möglichst vielen Unterrichtsfächern multiprofessionelle Teams unterrichten können. Dazu brauchen wir ausreichend Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter, Erzieherinnen und Erzieher und Schulbegleiterinnen und Schulbegleiter, die die Arbeit der Pädagoginnen und Pädagogen und Förderpädagoginnen und Förderpädagogen unterstützen.“ Der Brief schließt mit einer Bitte: „In der Zukunft bitten wir Sie, dass Sie sich bei grundlegenden politischen Entscheidungen, die unsere pädagogische Ausrichtung betrifft, direkt in der Schule informieren.“

Information: Der Bildungsausschuss beginnt am Montag, 16. April, um 17 Uhr im Ratssaal. Zu Beginn und am Ende können Langenhagener Fragen an Politik und Verwaltung richten.

Von Rebekka Neander

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