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Nachrichten Schwimmbad-Preise stellen DLRG vor Problem
Umland Langenhagen Nachrichten Schwimmbad-Preise stellen DLRG vor Problem
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00:40 28.02.2018
Von außen hat der Anbau an die Wache der DLRG am Silbersee bereits deutlich Formen angenommen. Offiziell eingeweiht wird er aber erst im September. Quelle: Rebekka Neander
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Langenhagen

 Beim Blick auf den Anbau hebt sich Torsten Semmlers Laune ein wenig. Denn da ist der Plan klar: Noch am Sonntag und damit am Tag nach der Jahresversammlung soll der neue Boden im Jugendraum gegossen werden. Die offizielle Einweihung ist für den 15. September geplant. Doch beim Blick auf die Buchhaltung ist Semmlers gute Laune vorbei. Denn eine Idee, wie ein Loch von rund 4500 Euro pro Jahr zu stopfen ist, hat der Vorstand der DLRG-Ortsgruppe Langenhagen noch nicht. 

Neues Abrechnungsmodell in der Wasserwelt ist Problem für Rettungsschwimmer

Kern des Problems ist das neue Abrechnungsmodell für die schwimmsporttreibenden Vereine in der neuen Wasserwelt. Während im Hallenfreibad Godshorn die Vereine pro genutzter Bahn zahlen mussten, haben sich Sportring und Stadt nach langen Verhandlungen auf eine Abrechnung pro Schwimmer geeinigt. Danach zahlt jeder Verein für jeden Schwimmer zwei Euro an die Betreibergesellschaft GMF, jeweils einen Euro bekommen sie von der Stadt als Zuschuss wieder zurück. Im ersten Vierteljahr nach Eröffnung nutzten die Vereine das neue Schwimmbad entgeltlos, bis solide Zahlen vorlägen. Die sind jetzt da: „In Godshorn haben wir seinerzeit rund 1500 Euro pro Jahr gezahlt, jetzt müssen wir mit rund 6000 Euro rechnen“, erläuterte Semmler anlässlich der Jahresversammlung am Sonnabend.

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Als Vorsitzender findet Torsten Semmler klare Worte bei der Hauptversammlung des DLRG.

Semmler hatte dies am Sonnabend bei der Hauptversammlung der Ortsgruppe am Sonnabend vor vollbesetzten Reihen berichtet und dabei eine Rückschau auf die Ereignisse des zurückliegenden Jahres gehalten. Negativer Höhepunkt war dabei der Tod eines jungen Mannes, der in den Abendstunden Ende Mai durch Entkräftung ertrunken war. Semmler betonte, dass es der Ortsgruppe in 2017 gelungen sei, jedes Saison-Wochenende mit Rettungsschwimmer besetzt haben zu können. Aktuell zählt die Ortsgruppe 430 Mitglieder. Die davon erschienenen 52 stimmberechtigten Mitglieder konnten sich dafür auch das Lob des Regions- und Landtagsabgeordneten Rainer Fredermann anhören.

Ortsgruppe der DLRG leistet am Silbersee 4381 Wachstunden

Neben Schwimmunterricht und der Ausbildung für Rettungsschwimmer, so Semmler, wurden 2017 während der Saison am Silbersee 4381 Wachstunden aufgewandt, um selbst bei schlechter Witterung den Badebetrieb sicher zu gestalten.  Der Santätsdiesnt leistete mit 22 Helfern 827 Stunden. Auch die Mitarbeit am entstehenden Neubau sowie Wettbewerbe wie der Ostercup und Angebote wie „Nacht der Lichter“, seien aufwändig. 

Neubau wird im September eingeweiht

Rund 2000 Stunden an Eigenleistung stecken bereits drin, doch bis zur offiziellen Einweihung des Neu- und Anbaus der DLRG am Silbersee werden noch einige Wochen ins Land gehen. „Wir werden am 15. September bei einem Tag der offenen Tür die Räume vorstellen“, berichtete Ortsgruppen-Vorsitzender Torsten Semmler am Sonntag auf der Baustelle. Aktuell ist ein harter Kern von rund 10 Mitgliedern regelmäßig in dem Anbau am Werk, zudem muss der zum Teil entkernte Altbau fertiggestellt werden. Die Arbeiten wurden vor allem während des verregneten Sommers enorm verzögert, berichtete Semmler. Zudem hätten sich die formalen Belange zwischen DLRG und Stadtverwaltung länger als gedacht hingezogen. Beim Tag der offenen Tür im September will die Ortsgruppe nicht nur die neuen Räume zeigen, sondern auch das, was sie kann, wie Semmler sagte. „Dazu stellen die Kollegen aus Hannover ihren neuen Lastkraftwagen samt Tauch-Container zur Verfügung.“ 

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Von außen hat der Anbau an die Wache der DLRG am Silbersee bereits deutlich Formen angenommen. Offiziell eingeweiht wird er aber erst im September.

Als Vertreter der Stadt war der stellvertretende Bürgermeister Willi Minne (SPD) gekommen, der die DLRG Langenhagen als „unseren größten Anbieter der Jugendarbeit“ lobte. Doch das üppige, süße Tortenbuffet täuschte nicht darüber hinweg, dass die Mitglieder des DLRG sich mit der bitteren Pille der Kostensteigerung schwer tun. Semmler, der sich bei den Abrechnungsverhandlungen mit der Stadt immer für die Fortsetzung der Bahnenabrechnung stark gemacht hatte, berichtete später auf Nachfrage dieser Zeitung auch von seinem Frust über die aktuelle Ablehnung seiner Sorgen durch die Politik. Um wenigstens die Rettungsschwimmer, „die schon ihre Zeit opfern und ihre Ausrüstung aus eigener Tasche bezahlen“, zu entlasten, hatte Semmler für den Haushalt 2018 einen weiteren Zuschuss beantragt. Dieser wurde von der CDU-geführten Mehrheitsgruppe mit Grünen, BBL, FDP, WAL und den Unabhängigen jedoch gar nicht erst öffentlich diskutiert. Die Ortsgruppe hatte dafür 3100 Euro beantragt.

Ist ein Spartenbeitrag für einen Teil der DLRG-Schwimmer die Lösung?

„Wir stehen jetzt vor der Frage, wie wir das Loch stopfen“, sagte Semmler am Sonntag dieser Zeitung. „Entweder müssen wir auf Investitionen hier verzichten oder wir müssen für einen Teil unserer Mitglieder einen Spartenbeitrag erheben.“ Gemeint sind die sogenannten „Freischwimmer“. Sie können mittwochs und freitags parallel zum Training der Rettungsschwimmer in der Wasserwelt eine freie Bahn für individuelles Training nutzen. „Dieses Angebot nehmen im neuen Schwimmbad jetzt viel mehr Mitglieder wahr als bislang.“ Da diese Mitglieder jedoch nicht am aktiven Rettungsdienst beteiligt seien, sei ein Spartenbeitrag durchaus „legitim“, wie Semmler einräumte. Ob und wie hoch gegebenenfalls ein solcher Spartenbeitrag erhoben werden kann, will Semmler jetzt intern zur Diskussion stellen. Betroffen wären davon wöchentlich allerdings nur rund 25 der insgesamt 150 DLRG-Schwimmer in der Wasserwelt. 

Von Rebekka Neander und Patricia Chadde

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