Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Nachrichten Wolfgang Laas lebt für das Ehrenamt
Umland Langenhagen Nachrichten Wolfgang Laas lebt für das Ehrenamt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:17 02.09.2018
Wolfgang Laas. Quelle: Stephan Hartung
Engelbostel

Nach 40 Jahren ist Schluss. Es ist aber kein Schlussstrich, wie Wolfgang Laas betont. „Ich höre nur als Trainer auf, bin ab sofort aktiver Opa.“ In der vergangenen Saison betreute er die G-Jugend des MTV Engelbostel-Schulenburg – des Vereins, dem er seit 1978 die Treue hält. Sein ehrenamtliches Engagement hat ihm die Aufnahme in den elitären Club „DFB 100“ eingebracht.

Genug im Ehrenamt und für seinen Verein geleistet hat Wolfgang Laas ohne Frage: 1977 erwarb er die B-Lizenz, 1978 übernahm er die erste Herren des MTV, ab 1981 war er mit kleineren Unterbrechungen Coach für diverse Nachwuchsteams. „Dass ich Jugendtrainer werden will, war mir schon bewusst, als ich noch 16 Jahre alt war und selbst gespielt habe“, erinnert er sich. Aktiv kickte er für den RSV 26 Hannover, Borussia Hannover und den SV Resse.

Wenn er gebraucht wurde, war Laas da

Zwischendurch machte er aber auch mal rund zehn Jahre Pause – aber nicht, ohne für „seinen MTV“ tätig zu sein. Schiedsrichter-Obmann, stellvertretender Jugendleiter, Jugendleiter, stellvertretender Abteilungsleiter, Abteilungsleiter. „Immer dann, wenn jemand gebraucht wurde, war ich da – man musste mich nicht überreden“, erzählt Laas. Warum das alles? „Weil ich Angst hatte, dass sonst alles den Bach runtergeht, wenn es keiner macht. Das Vereinsleben gehört für mich dazu. Ich bin Einzelkind“, sagt der heute 68-Jährige – und fügt mit einem Augenzwinkern hinzu: „Ich mache aber oft den Fehler, dass ich mich zu sehr in solche Aufgaben reinhänge.“

Zur neuen Saison ist er also ab sofort aktiver Opa, wie er sagt, wird nicht mehr nur als Coach ein Auge auf Enkelkind Oskar (7) haben, der genau wie Bruder Henri (10) Fußball in der MTV-Jugend spielt. Mit ihrem Opa als größten Fan. Das aktive Jugendtrainerteam kann er ohnehin mit einem guten Gefühl verlassen, mit 21 Mannschaften gibt es im MTV-Nachwuchsbereich so viele Teams wie noch nie zuvor.

Mehr Zeit für den Garten

Und natürlich muss, gerade deswegen, diese Frage kommen: Spürt er Wehmut? „Nein. Ich habe mich vor einem Jahr dafür entschieden. Alle sind zwar der Meinung, nämlich Freunde und meine Frau, dass das nicht mein Ernst sein kann. Ich bin aber sicher, dass ich das hinkriege.“ Nun bleibt eben mehr Zeit für den Garten – den eigenen sowie von seinem 91 Jahre alten Vater.

Wolfgang Laas war beruflich für den Stahlkonzern Salzgitter als Prokurist tätig. Mit 61 Jahren ging er in Altersteilzeit und dann in den Ruhestand. 2011 erwarb er die C-Lizenz Breitensport. „Ein Opa mit Lizenz“, wie Laas stolz sagt. Seinen Enkelkindern kann er auch davon erzählen, wie fußballbegeistert er schon in deren Alter war. „Ich bin als Kind mit dem Fahrrad nach Barsinghausen gefahren. Pelé hatte damals mit dem FC Santos dort ein Trainingslager.“ Seitdem er ist im Besitz eines Autogramms des früheren Weltstars, auch Signaturen von Franz Beckenbauer und Uwe Seeler hat er gesammelt – genau wie viele Andenken von seinem Lieblingsverein Hannover 96.

Das ist der Club 100

Pro Jahr werden bundesweit 100 Personen in diesen Kreis aufgenommen, der zur Aktion „Ehrenamt“ des Deutschen Fußball-Bundes gehört. Die Ehrung erhielt Wolfgang Laas zuletzt in Barsinghausen beim Niedersächsischen Fußball-Verband, zusammen mit sieben weiteren Ehrenamtlichen des Bundeslands. Alle 100 Clubmitglieder Deutschlands der Saison 2017/2018 erhalten als Geschenk eine Einladung nach München zum Länderspiel Deutschland gegen Frankreich am 2. September. In die zweitägige Reise ist ein Abendessen im Restaurant Schuhbecks Theatro von Starkoch Alfons Schuhbeck inkludiert – und weitere Überraschungen. hg

Von Stephan Hartung

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Burgwedel Großburgwedel/Langenhagen - So leben die Paketfahrer in der Region

Lange Arbeitszeiten für mickrigen Lohn und Unterkünfte, die nicht als Wohnung genutzt werden dürfen: Eine Razzia in Langenhagen und Szenen aus einer WG in Burgwedel werfen ein Schlaglicht auf die dunklen Seiten der Paketbranche.

23.08.2018

Die Viertklässler aus Godshorn erhalten Post aus Irland und wissen nun alles über Lieblingsfarben, Lieblingsessen und Tierliebe der Schüler aus Carlow. Mitgebracht hat die Nachrichten Lehrerin Anja Wilke.

14.08.2018

Im Solingweg sorgen parkende Kurierfahrzeuge für Ärger bei Anwohnern. Denn die Transporter passen nicht in die Parkbucht und ragen mit ihrem Heck auf den Fußweg – das gefährde Fußgänger und Radfahrer.

21.07.2018