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Nachrichten EPL-Geschäftsführer stellt sich Fragen der Politik
Umland Langenhagen Nachrichten EPL-Geschäftsführer stellt sich Fragen der Politik
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16:43 11.03.2018
Wie genau funktioniert die Wärmeaufbereitung in der Biogasanlage der EPL im Weiherfeld und wie werden die Preise kalkuliert? Der Finanzausschuss möchte sich jetzt an Ort und Stelle selbst ein Bild machen.  Quelle: Bartels
Langenhagen/Kaltenweide

„Das ist, als wenn Sie den Preis für eine Portion Pommes gleichsetzten mit dem Preis eines Kartoffel-Sacks. Das geht auch nicht.“ EPL-Chef Manfred Schüle hat sich am Dienstagabend im Finanzausschuss wahrlich Mühe gegeben, Politikern und Bürgern die Tiefen der Nahwärme-Preisgestaltung auszuleuchten. Grundsätzlich ist ihm dies, bemessen an den anschließenden Nachfragen, offenbar gelungen. Gleichwohl bleiben manche Details im Dunkeln – allerdings auch für Schüle

Denn bis heute, so Schüle, haben weder die EPL noch die Stadt Langenhagen als Mitgesellschafterin von der Landeskartellbehörde Details darüber erfahren, warum die Behörde Ende 2014 erstmals den Verdacht äußerte, die Nahwärmepreise für die Endverbraucher im Weiherfeld sowie im Langenhagener Schildhof seien unangemessen hoch. „Wir wissen bis heute weder den Durchschnittswert, auf den sich die Landeskartellbehörde damals bezog, noch mit welchen Parametern sie diesen Preis überprüft hat“, berichtete Schüle. Bürgermeister Mirko Heuer bestätigte dies.

EPL: Kartellbehörde hat sich bei Veröffentlichung nicht an Absprache gehalten

Der Kritik, die EPL habe nicht selbstständig auf das Verfahrensende öffentlich hingewiesen, begegnete Schüle mit einem Vorwurf an die Behörde, ihrerseits Absprachen gebrochen zu haben. „Verabredet war, dass die Behörde eine Pressemitteilung herausgibt und uns rechtzeitig Bescheid gibt.“ Tatsächlich aber habe Schüle erst durch Nachfragen der Medien von der Veröffentlichung erfahren. 

Zu den vor allem aus dem Weiherfeld seit Jahren erhobenen Vorwürfen, die EPL nutze ihr Monopol auf Basis des Pflichtanschlusses für alle Anwohner aus, breitete Schüle eine Reihe Details aus. So hat das Landeskartellamt ausschließlich die Preise für Endverbraucher überprüft. Alle anderen Verträge der EPL mit „Vollkaufleuten“, zu denen Schüle in der Kernstadt auch Wohnungseigentümer zählt, seien Einzelverträge. Nur für das Weiherfeld sowie zwei Mehrfamilienhäuser am Schildhof in der Kernstadt gebe es einen nutzerübergreifenden Tarif. „Mit jedem anderen handeln wir individuell einen Preis aus, der sich auch an den konkreten baulichen Bedingungen orientiert.“ Damit meint Schüle beispielsweise die Entfernung des Gebäudes zum nächstgelegenen Blockheizkraftwerk oder auch die Beschaffenheit des Hauses. 

Fallende Rohstoffpreise können nicht vollständig an den Endverbraucher weitergegeben werden

Schüle erläuterte jedoch vor allem, warum die EPL nicht sämtliche Preissenkungen auf dem Rohstoffmarkt unmittelbar auf die Endpreise der Nahwärme weitergeben kann. „Viele verwechseln den Rohstoffpreis mit dem der Wärme.“ Dabei fielen die Fixkosten für die technische Aufbereitung und das Personal hinten runter. Auch beim Preis von Pommes Frites spiele nicht nur der Kartoffelpreis eine Rolle. Überdies gebe die EPL an die Bewohner des Weiherfeldes bereits seit 2011 einen Preisnachlass von 5 Euro weiter, weil das für die Kraftwärmekopplung eingesetzte Gas vollständig aus regenerativer Quelle stamme und damit die Verstromung einen höheren Verkaufswert bei der Netzeinspeisung erziele. 

WAL-Ratsherr will weitere Fragen beantwortet wissen

Von den Anwohnern des Weiherfeldes, die in den vergangenen vier Jahren wiederholt öffentlich ihre Vorwürfe geäußert hatten, war keiner in der Sitzung erschienen. Der Kaltenweider Ortsratsherr Andreas Eilers, der für die WAL zuvor eine Ratsanfrage eingereicht hatte, und der SPD-Ortsratsherr Wolfgang Langrehr verfolgten die Sitzung im Zuschauerraum. Eilers äußerte sich später auf Nachfrage dieser Zeitung durchaus zufrieden mit dem Verlauf der Sitzung. Gleichwohl habe er weiterhin offene Fragen, die er Schüle im Nachgang der Sitzung offenbarte. „Dabei berichtete er mir, dass die EPL beim Einkauf an der Rohstoffbörse nicht von den Konditionen der großen Mitgesellschafterin Enercity profitiere.“ Dies, so Eilers, würde er jetzt gern einmal im EPL-Beirat diskutiert wissen. Schüle hatte in der Sitzung verdeutlicht, dass sich die Preiskalkulationen für Hannover mit seinen Anschlusszahlen und für das deutlich kleinere Weiherfeld keinesfalls vergleichen ließen. 

Florian Windeck, der sich im Weiherfeld vor allem über den Verein Bürger für Kaltenweide engagiert, äußerte auf Nachfrage sein Bedauern, privat verhindert gewesen zu sein. Gleichwohl habe er allerdings in den Jahren seiner Kritik das Vertrauen in Dialoge mit der EPL verloren. Er werde an dem Thema dranbleiben. Der Finanzausschuss möchte zudem zeitnah die EPL-Anlagen besichtigen.

Von Rebekka Neander

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