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Umland Langenhagen Nachrichten Neues Gesetz beschert Stadt viel Mehrarbeit
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14:43 21.02.2018
Von Thomas Böger
Auf dem Schreibtisch von Kia Ahlers-Hans türmen sich infolge des neuen Gesetzes viele neue Fälle für Unterhaltsvorschüsse. Quelle: Böger
Langenhagen

Wenn unterhaltspflichtige Eltern - ganz überwiegend Väter - nicht zahlen, kann der andere Elternteil seine Ansprüche an die Stadt abtreten und bekommt von dieser einen Vorschuss ausgezahlt. Die Kommune versucht dann, das Geld bei dem Zahlungspflichtigen einzutreiben. Im vergangenen Juli trat das neue Gesetz in Kraft, berichtet Sachgebietsleiterin Sibylle Langrehr jetzt im Gespräch mit dieser Zeitung. Danach können Kinder nicht mehr nur bis zum zwölften Lebensjahr und begrenzt auf sechs Jahre Geld von der Stadt als Vorschusszahlung bekommen. Der Empfängerkreis wurde auf Jugendliche bis zu 18 Jahren ausgeweitet, und die zeitliche Begrenzung entfiel.

Das hat zu einem starken Anstieg der Fälle geführt: Wurden in der ersten Hälfte des vergangenen Jahres noch 167 Anträge gestellt, so waren es in der zweiten Hälfte 630. Zwar wurden in Langrehrs Abteilung zwei zusätzliche Vollzeitstellen geschaffen. Aber die Einarbeitungszeit betrage auf diesem Gebiet wegen der oft komplizierten Familien- und Rechtssituationen mindestens ein Jahr, erläutert Langrehr. Es sei auch nicht einfach gewesen, geeignetes Personal zu bekommen, da das neue Gesetz sämtliche Kommunen gleichzeitig betraf und dadurch "der Markt völlig leergefegt" sei.

Ein Teil der neuen Fälle habe man vom Job-Center übernommen, das bisher für die älteren Kinder zuständig war. Die Zusammenarbeit habe auch gut funktioniert, betont die städtische Fachdienstleiterin. Aber inzwischen hätten sich trotzdem 370 unbearbeitete Fälle aufgetürmt. Für die Bearbeitung benötige man im Durchschnitt zwei Stunden. Deshalb habe man sich entschlossen, die kommunale Abteilung vom 19. bis 23. Februar für eine Woche für den normalen Publikumsverkehr komplett zu schließen. Die Telefonanschlüsse der Sachbearbeiterinnen würden umgeleitet, Notfälle aber schon noch bearbeitet, ebenso würden neue Anträge angenommen, versichert Langrehr.

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