Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / 2 ° Gewitter

Navigation:
Mit Courage gegen Rassismus

Langenhagen Mit Courage gegen Rassismus

Das Gymnasium ist eine ausgezeichnete Schule. Die Langenhagener dürfen sich ab sofort als „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ nennen. Das Zertifikat ist jetzt in einer Feierstunde mit der aus dem Fernsehen bekannten Patin Denise M’Baye verliehen worden.

Voriger Artikel
Klassik trifft auf die West Side Story
Nächster Artikel
Elisabeth-Kita feiert 50-jähriges Bestehen

Ausgezeichnet: Das Gymnasium Langenhagen erhält die Auszeichnung "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage".

Quelle: Sven Warnecke

Langenhagen. Angefangen hatte alles nach dem Anschlag auf die Redaktion der Satirezeitschrift Charlie Hebdo in Paris am 7. Januar 2015, erinnert sich Maren Hoffmeister, Lehrerin am Gymnasium. Aus eigener Motivation hätten sich die Schüler damals dafür ausgesprochen, ein Zeichen gegen Gewalt zu setzen. Für ihre Aktion „Friedenszeit“ wurde die Schule mit dem Sonderpreis für Zivilcourage des Niedersächsischen Schülerfriedenspreises geehrt.

Auf Initiative der Schüler ging es schließlich weiter – nun hat das Gymnasium das Zertifikat „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ verliehen bekommen. Dabei handelt es sich um ein Projekt beziehungsweise um ein Netz zur Bekämpfung von Rassismus und Diskriminierung aller Art in der Gesellschaft, erläuterte jetzt Peter Kaufmann von der Landesschulbehörde bei der Verleihung der Auszeichnung. Es sei in einigen europäischen Ländern präsent. In Deutschland haben bisher 2506 Schulen diesen Titel erworben, in Niedersachsen sind es mit Langenhagen nunmehr 280 Schulen, berichtet Kaufmann. Etwa eineinhalb bis zwei Millionen Schüler setzten so bundesweit ein Zeichen gegen Gewalt. Das Projekt sei 1995 von dem drei Jahre vorher gegründeten Trägerverein Aktion Courage unter dem Motto „all different – all equal“ initiiert worden, erinnert Kaufmann.

Um eine „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ zu werden, müssten gewisse Voraussetzungen erfüllt sein, berichtet Kaufmann weiter. So müssen Schüler, Lehrkräfte und Mitarbeiter eine Selbstverpflichtung unterzeichnen. Am Langenhagener Gymnasium hätten das 70 Prozent getan, lobte Schulleiter Matthias Brautlecht in der Feierstunde in der Aula. Bei dem Leitbild wenig verwunderlich. „Unsere Schule ist geprägt vom gegenseitigen Respekt“, rief Brautlecht in Erinnerung. An seine Schüler gewandt sagte er: „Ihr setzt euch für etwas ein und erwerbt dadurch soziale Kompetenz.“

Langenhagens Sozialdezernentin Monika Gotzes-Karrasch lobte die Initiative der Gymnasiasten. Die Vielfalt der Gesellschaft werde an der Schule sichtbar, befand sie. Angesichts der 850 geflüchteten Menschen, die im vergangenen Jahr nach Langenhagen gekommen waren, habe sich gezeigt, dass in der Stadt eine offene und hilfsbereite Gesellschaft lebe. „Gerade die junge Generation kann dabei helfen, dass es dabei bleibt“, appellierte Gotzes-Karrasch an die Adresse der Schüler.

Neben der Selbstverpflichtung der Schule musste diese auch einen Paten finden – und das hat sie mit Denise M’Baye geschafft. Die aus der ARD-Serie „Um Himmels Willen“ bekannte Schauspielerin und Musikerin lebt in Hannover und weiß aus eigener Erfahrung, was Rassismus bedeute. „Bleibt wach“, forderte M’Baye in der Feierstunde die Schüler auf. „Ich möchte, dass ihr aufsteht, um ein Zeichen gegen Rassismus und Diskriminierung zu setzen. Denn es wäre schön, wenn die gesellschaftliche Vielfalt weiter gelebt werden würde.“

doc6wml5f0n6zb9xazn9hd

Fotostrecke Langenhagen: Mit Courage gegen Rassismus

Zur Bildergalerie
Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
Schulzentrum Langenhagen

Nahezu vollständig müssen das Gymnasium und ein Teil der IGS abgerissen und neu gebaut werden, weil der Brandschutz nicht gewährleistet ist. Mehr zum Schulzentrum Langenhagen lesen Sie hier. mehr