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Nach 44 Jahren verabschiedet sich Werner Bürgel

Langenhagen Nach 44 Jahren verabschiedet sich Werner Bürgel

Seit 44 Jahren kümmert sich Werner Bürgel um Kinder und Jugendliche im Kirchenkreis Langenhagen-Burgwedel – nun verabschiedet sich der Kirchenkreisjugendwart in den Ruhestand. Zumindest im Hauptamt. 

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Kirchenkreisjugendwart Werner Bürgel geht nach mehr als 20 Jahren in den Ruhestand.

Quelle: Antje Bismark

Langenhagen.  Seit 44 Jahren kümmert sich Werner Bürgel um Kinder und Jugendliche im Kirchenkreis Langenhagen-Burgwedel – nun verabschiedet sich der Kirchenkreisjugendwart in den Ruhestand. Gleichwohl endet damit sein Engagement für den Nachwuchs nicht: Bürgel will sich künftig ehrenamtlich auf Regionsebene weiter beteiligen.

Dass es ihn einmal nach Langenhagen verschlagen würde, hatte er nicht geahnt, als er seine Ausbildung zum Diakon an der Fachschule des Stephansstifts absolvierte. Zuvor hatte Bürgel bereits ein Praktikum in einem Altenheim und in einem Erziehungsheim in Burgdorf geleistet und dabei für sich sehr klar erkannt, dass die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ihm mehr liegt.

Deshalb strebte er zunächst eine Arbeit im Jugendzentrum Kleefeld an, und als sich diese Option zerschlug, bewarb er sich 1974 bei der Elisabethgemeinde. „Dort wurde gerade ein Gemeindediakon gesucht“, sagt Bürgel. Die Anstellung in der Gemeinde sei durchaus umstritten gewesen, was vor allem am damaligen Superintendenten und Kirchenvorstand gelegen habe. „Es war eine menschlich ungemein schwierige Zeit“, erinnert er sich.

So habe er mit den Kindern und Jugendlichen immer ein gesellschaftlich kritisches Anspiel für den Heiligabend einstudiert, was bei etlichen Kirchenvorstehern auf massive Kritik stieß. „Einige kamen dann gar nicht mehr zur Aufführung“, sagt Bürgel – noch heute Stolz darauf, dass sich die Jugendlichen und er nicht der Zensur gebeugt und Rückgrat bewiesen hätten. Während seiner Arbeit in der Kirchengemeinde kümmerte er sich unter anderme um die Konfirmanden, organisierte erstmals die Kinderbibeltage im Zusammenspiel mit dem Kindergarten und setzte sich dafür ein, dass das einstige Rathaus als Haus der Jugend und des Sports zur Heimat der jungen Langenhagener im Zentrum wurde. 

Vor 22 Jahren schließlich fragt ihn der damalige Superintendent Gottfried Kawalla, ob er sich die Arbeit als Kirchenkreisjugendwart vorstellen könne. Bürgel konnte und übernahm das Amt mit eben Sitz in eben jenem Haus der Jugend. „Der Wechsel kam zur richtigen Zeit, weil ich noch einmal einen ganz anderen Blickwinkel einnehmen konnte“, sagt er im Rückblick. Denn fortan schaute der Langenhagener auf die anderen Gemeinden des Kirchenkreises und vor allem auch im Sprengel. Auch die Arbeit in den Verbänden wie der evangelischen Jugend bestimmte seitdem seinen Beruf.

Als eine Besonderheit der evangelischen Jugendarbeit sehe er aufgrund seiner Erfahrung an, dass sich die Heranwachsenden in unterschiedlichen Bereichen entfalten könnten – ohne Leistungsdruck. „Wir nehmen jeden so an, wie er ist“, sagt Bürgel. Deshalb freue er sich, dass die Jugendlichen seit einigen Jahren wieder ein stärkeres politisches Bewusstsein ausprägten: „Sie engagieren sich fürs Gemeinwesen, das haben wir bei der Flüchtlingswelle deutlich gesehen.“ Das alles gelinge nur mit Hauptamtlichen, die wiederum die Ehrenamtlichen gut anleiten könnten. „Unsere Berufsgruppe ist im Kirchenkreis gut aufgestellt.“

Der Abschied in den Ruhestand bedeutet keinen Rückzug aus der Arbeit: Bürgel will sich ehrenamtlich im Regionsjugendring und im Jugendhilfeausschuss von Stadt und Region engagieren. „Da kann ich noch einiges bewegen“, sagt er selbstbewusst und in dem Wissen, dies in den vergangenen 44 Jahren hauptamtlich geschafft zu haben. 

Von Antje Bismark

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