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Umland Langenhagen Nachrichten Ein perfekt entspannter Renntag
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00:15 08.06.2017
Von Rebekka Neander
Erst gegen 14 Uhr musste der Parkplatz an der Rennbahn und mit ihm die Theodor-Heuss-Straße gesperrt werden. Viele der Zuschauer hatten von vorne herein ihr Auto zuhause gelassen. Die Ausweichparkplätze wurden kaum genutzt. Quelle: Neander
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Langenhagen

Fast war Dirk Schell geneigt, sich die Augen zu reiben. Der Kontaktbeamte des Langenhagener Polizeikommissariats hat schon so manchen besucherstarken Renntag auf den Straßen rund um die Neue Bult begleitet. Auch an diesem Pfingstmontag stand Schell wieder an der Fußgängerampel, die auf Höhe des Stadtparks über die Theodor-Heuss-Straße führt. Immer wieder guckte Schell auf seine Uhr. Ja, das erste Rennen müsste längst laufen. Aber von einem Stau war auf der Zufahrt weiterhin nichts zu sehen. "Wie kann das sein?"

Alles zum sportlichen und gesellschaftlichen Geschehen auf der Rennbahn lesen Sie hier.

Denn aus dem Inneren des Rennbahngeländes wurde zu diesem Zeitpunkt keineswegs gähnende Leere gemeldet. Im Gegenteil. Spätestens gegen 14 Uhr war auf den Wiesen entlang des Geläufs kaum noch ein entspanntes Zutreten möglich zwischen unzählbaren Picknick-Decken und Camping-Stühlen. Auch die Tribüne war voll besetzt. "Na, dann scheinen wir alle zusammen ja doch alles richtig gemacht zu haben."

Was Schell meint, sind allerlei Krisengespräche zwischen Polizei, Stadt und Rennverein, die nach dem großen Chaos während des Renntages am 1. Mai geführt worden waren. Seinerzeit war der Anfahrtsverkehr zeitweise komplett kollabiert, so dass sogar Ministerpräsident Stefan Weil als Ehrengast einen Kilometer vor der Rennbahn aus dem Dienstwagen aussteigen musste, um zu Fuß noch pünktlich anzukommen. Für die Anwohner ärgerlich waren die wieder einmal vollkommen zugeparkten Wohnstraßen und Grünflächen.

Von all dem war an diesem Feiertag nichts zu sehen. Aus mehreren Gründen: Zunächst hatte die Polizei erstmals deutliche Verstärkung aus Burgdorf erhalten, so dass Beamte jederzeit an verschiedenen Stellen zeitgleich die Theodor-Heuss-Straße abriegeln konnten. Überdies waren Polizisten an der Kreuzung Theodor-Heuss-Straße/Bothfelder Straße in Position, um dort im Notfall den Verkehr zu regeln. Entlang des Reuterdamms und der Robert-Koch-Straße hatte die Stadt ein großflächiges absolutes Halteverbot erlassen. Vertreter des Ordnungsdienstes waren am Feiertag ab dem frühen Morgen im Einsatz, um die Falschparker zu notieren. "Wir hatten da heute Morgen schon gut zu tun", berichtete eine Mitarbeiterin des Ordnungsdienstes. Tatsächlich trugen am Montagmorgen bereits erste Autos an der Robert-Koch-Straße ein Knöllchen. Insgesamt aber hielten sich die Verstöße in Grenzen.

Vor allem aber hatten alle Beteiligten genau diese Strategie sehr frühzeitig auch überregional angekündigt. Offenkundig mit Erfolg: Rund eine Stunde vor Rennbeginn waren auf den Geh- und Radwegen rund um die Rennbahn unzählbar viele Gruppen unterwegs in Richtung Neue Bult. Viele Zuschauer reisten zudem mit der Stadtbahn an. Entspannt lief der Verkehr auch auf dem Reuterdamm. "Dort staute sich der Verkehr zwar ein wenig zurück, aber nicht bis über die Walsroder Straße hinweg", berichtete Schell später.

 

Ein Kommentar von Rebekka Neander

Bitte mehr davon!

Glückwunsch! Genau so muss ein Renntag auf der Neuen Bult sein. Tolles Wetter, tolle Rennen, tolle Stimmung. Wer am Dienstagmorgen dennoch einen Kater hat, muss wohl Grund zum Feiern gehabt haben. Grund zum Klagen aber dürften die wenigsten anführen. Stadt, Polizei und Rennverein jedenfalls nicht. Ihr Konzept einer veränderten Verkehrsleitung, rigoroser Halteverbote und ausreichenden Personals hat bestens funktioniert. Anstatt jetzt mäkelig zu fragen, warum nicht gleich so, sollte für die künftigen traditionellen Groß-Renntage schlicht eines gelten: Bitte nur noch so. Denn von dem tollen Tag – und ausdrücklich der entspannten Anreise – fahren nun mehr als 15 000 Besucher werbend durchs Land. Für die Rennbahn und für die Stadt. Volle Ränge bei leeren Parkplätzen zeigen übrigens noch etwas: Ihre meisten Fans hat die Rennbahn vor ihrer Haustür.

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