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Nachrichten Kunstverein ist erneut für Preis nominiert
Umland Langenhagen Nachrichten Kunstverein ist erneut für Preis nominiert
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20:06 08.02.2013
Von Sven Warnecke
Maya Schweizer stellt im Langenhagener Kunstverein ihre Werke vor – neben vier Filmen zeigt die Französin auch eine großformatige Fotoarbeit. Quelle: Sven Warnecke
Langenhagen

„Wir sind wirklich sehr stolz auf die erneute Nominierung“, sagt Holger Graab, Vorsitzender des Langenhagener Kunstvereins. Denn nach 2006, 2010 und 2012 ist es bereits das vierte Mal, dass die Langenhagener für den ADKV-Art-Cologne-Preis für Kunstvereine nominiert sind. Erstmals in dieser Riege ist auch die Kestnergesellschaft Hannover. Die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Kunstvereine (ADKV) und die Art Cologne, die älteste internationale Kunstmesse der Welt, honoriert mit dem Preis eine innovative Ausstellungspraxis und Vermittlungsarbeit. Berücksichtigt werden Vereine – bundesweit sind 270 im Dachverband organisiert –, die traditionell vom bürgerschaftlichen Engagement getragen werden. Die Auszeichnung ist mit 8000 Euro dotiert. Im März kommt eine unabhängige Jury zusammen, um aus den 17 nominierten Kunstvereinen den Preisträger zu ermitteln. „Das beweist, dass auch kleine Vereine, die nicht im Zentrum der Kulturmetropolen verortet sind, ein bundesweit beachtetes Programm machen könnten“, sagte Graab. „Wir hoffen, dieses Signal kommt auch bei der Politik an, denn gerade kleine Vereine sind von Kürzungen und stagnierenden Fördersummen besonders betroffen.“ Wenn die Förderung automatisch an die Reputation angepasst wäre, müsste sich der Kunstverein nicht alle Jahre wieder Sorgen ums Geld machen, ergänzte Schatzmeisterin Ilka Schulze. „Wir hoffen, dass sich diese tollen Erfolge, die Langenhagen bundesweit Beachtung bringen, auch in erhöhter Förderbereitschaft im institutionellen Bereich niederschlagen.“ Ursula Schöndeling, Geschäftsführerin des Kunstvereins freut sich über die erneute Nominierung. „Das Lob tut außerordentlich gut und wird für unsere Arbeit sehr hilfreich sein.“ Es zeige, dass die Langenhagener mit den vergangenen Nominierungen eben nicht nur einen kurzfristigen Achtungserfolg erzielt hätten.

Film ist ideales Medium für Erinnerung

Der Kunstverein verwandelt sich morgen bei der Ausstellungseröffnung „Edith Seeshow’s Notes“ von Maya Schweizer in ein Kino. In mehreren Filmen wird der Frage nach Geschichte und Erinnerung in der alltäglichen Gegenwart nachgespürt.

Herausgekommen sind vier filmische Essays, die gleichzeitig gezeigt werden. Gleichzeitig? Funktioniert das? Die Künstlerin erklärt ihr Konzept so: „Es geht nicht darum, eine zusammenhängende Geschichte zu präsentieren, sondern dem Betrachter viele verschiedene Eindrücke zu vermitteln.“

Dabei hat sich die in Berlin lebende Französin auch der Geschichte der eigenen Familie genähert. Etwa mit den Erlebnissen ihrer Großmutter, die als Jüdin nur knapp der Deportation im von Deutschen besetzten Frankreich entging. Diese Erinnerungen verquickt die 36-Jährige filmisch mit der eigenen Lebenssituation im heutigen Berlin. Um Missverständnissen vorzubeugen ergänzt sie, dass es nicht darum gehe, ein schlechtes Gewissen hervorzurufen. Es gehe vielmehr darum zu erinnern - und auch den Blick in die Gegenwart zu richten. Sehr passend im 50. Jahr der deutsch-französischen Freundschaft.

Schweizer lässt in ihren Arbeiten den Besuchern auch die Chance, eigene Schlüsse aus dem Gesehenen zu ziehen. Ein spannender Versuch, der morgen um 15 Uhr im Kunstverein an der Walsroder Straße91 beginnt.le/swa

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