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Umland Langenhagen Nachrichten Jobcenter geht ganz neue Wege
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17:39 15.07.2015
Von Sven Warnecke
Wollen Hilfe zur Selbsthilfe geben: Sven Marcheel (von links), Stefanie Lepsy und Torsten Mante vom neuen Jobbüro in der Stadt. Quelle: Sven Warnecke
Langenhagen

In Hannover gibt es bereits sechs Jobbüros. Durchschnittlich 60 Prozent der von den Jobcentern dorthin entsandten Hartz-IV-Empfänger haben später einen Job gefunden. Diese Erfolgsquote hat sich auch bis nach Langenhagen herumgesprochen. Wie Jobcenter-Leiterin Vera Hellwig-Weber-Lampe jetzt bei der Vorstellung des Jobbüros in der Ostpassage betonte, will ihr Haus „neue Wege gehen und mal was anderes machen“. Zumal sich der Ansatz durchaus vielversprechend anhöre. „Wir erwarten uns große Erfolge davon“, gibt sich die Jobcenter-Leiterin optimistisch.

In den Jobbüros nach Vorbild der holländischen Werkakademien wird dabei ein neuer Ansatz bei der Unterstützung von Männern, Frauen und Jugendlichen, die einen Arbeitsplatz oder eine Lehrstelle suchen, verfolgt, berichtet Jobcenter-Teamleiter Markus Bugs. Nach dem Motto: „Hilfe zur Selbsthilfe.“

In Langenhagen werden die Teilnehmer von zwei hauptamtlichen Coaches betreut. „Dabei wird auf gruppendynamische Effekte gesetzt“, sagt etwa Coach Torsten Mante. Er und sein Kollege Sven Marcheel übernehmen die Rolle der Unterstützer und Berater, vermitteln aber nicht selbst in Arbeit. Das sollen die Teilnehmer selbst erledigen. „Die Menschen kommen gerne her, weil sie so aus dem Hartz-IV-Trott rauskommen“, hat Mante mit Blick auf die durchaus angenehme Arbeitsatmosphäre bereits nach kurzer Zeit festgestellt. Und zwar ohne Zwang und drohende Sanktionen beim unentschuldigten Fernbleiben.

Denn den Teilnehmern wird vermittelt, dass „ihr Job es ist, einen Job zu finden“, sagt Regina Simoleit, Leiterin des Bildungsträgers BFW - Unternehmen für Bildung. „Wir müssen offensiv auf die Fähigkeiten und Stärken der Arbeitssuchenden eingehen - und weg von der Orientierung auf Defizite“, betont Hellwig-Weber-Lampe. Das Projekt hat vorerst eine Laufzeit von einem Jahr - mit einer Option auf drei Jahre, sagt Bugs.

In dem Jobbüro treffen sich an vier Tagen in der Woche je zwölf Arbeitssuchende in zwei Gruppen, vor- und nachmittags. Dabei wird ihnen die Grundidee des Konzeptes vermittelt: Die Arbeitsplatzsuche soll zur Gemeinschaftsaufgabe werden. Dabei motivieren und helfen sie sich gegenseitig und nutzen die Beratungsangebote, erläutert Bugs. Einen festen Lehrplan gibt es indes nicht. Auch das sei Prinzip. Vielmehr soll der individuelle Bedarf eines jeden Einzelnen im Vordergrund stehen. Den Arbeitssuchenden bleiben maximal zwölf Wochen in der Einrichtung. Das Ziel ist aber, dass sie schon früher wieder weg sind - weil sie eine Stelle gefunden haben, gibt Bugs die Richtung vor. Und es deuteten sich bereits erste Erfolge an, sagt Mante zuversichtlich.

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