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Schwimmbad-Ausfahrt soll sicherer werden

Langenhagen Schwimmbad-Ausfahrt soll sicherer werden

Mit roten Streifen auf dem Boden will die Stadt Radfahrer an gefährlichen Ausfahrten schützen. Dies gilt auch für die Ausfahrt der Wasserwelt, die nach einem Unfall vom ADFC heftig kritisiert wird. 

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Wo Radwege in beide Fahrtrichtungen benutzt werden dürfen wie an der Theodor-Heuss-Straße, will die Stadt sie an allen Einmündungen rot-weiß markieren.

Quelle: Rebekka Neander

Langenhagen.  Noch ist die Kälte offenbar der gefährlichste Gegner: Voraussichtlich erst im Mai kann die Stadt rote Fahrbahnen mit weißen Seitenstreifen aufbringen, um Radfahrern ein sicheres Passieren von Seitenstraßen oder Parkplatzausfahrten zu ermöglichen. Dazu zählt auch die Ausfahrt des neuen Schwimmbades an der Theodor-Heuss-Straße, die nach Auffassung des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) aktuell zu den gefährlicheren Passagen gehört. So habe es bereits im Oktober wenige Tage nach der Eröffnung dort einen schweren Unfall gegeben, wie ADFC-Sprecher Reinhard Spörer im Verkehrsausschuss berichtete. Eine Radfahrerin war in Richtung Norden unterwegs und von einem ausfahrenden Auto angefahren und schwer verletzt worden.

Wasserwelt-Ausfahrt bei Dunkelheit besonders gefährlich

Besonders problematisch sei die Ausfahrt bei Dunkelheit, berichtete Spörer und erhielt dabei durchaus Unterstützung aus der Politik. „Wer vom Parkplatz nach links Richtung Norden auf die Theodor-Heuss-Straße abbiegen will, wartet auf eine Lücke im Verkehr oft mitten auf dem Fuß- und Radweg“, schilderte CDU-Ratsherr Bernhard Döhner, der als Vorsitzender des Bad-Betriebsausschusses maßgeblich an der Planung des Schwimmbades beteiligt war. Dass darüber erboste Radfahrer ihrem Zorn allerdings durch wütendes Boxen auf das Autodach freien Lauf ließen, gehe ebenso nicht in Ordnung. Eine Einschätzung, die wiederum Spörer unumwunden befürwortete. Auch Michael  Gleichmann (SPD) bestätigte Spörers Beobachtungen: „Die Autofahrer achten dort nur auf den fließenden Verkehr und nicht auf die Radfahrer.“

Für thermoplastische 3D-Markierungen fehlt es an Erfahrungen

Eine vom ADFC einst erdachte, inzwischen von der Linken-Ratsfrau Felicitas Weck aufgenommene Idee, gerade an dieser Ausfahrt eine dreidimensionale Markierung zum Schutz der Radfahrer aufzubringen, bleibt bis auf weiteres allerdings nicht mehr als eine Anregung. Zum einen empfehle sich das dort eingebaute Pflaster nicht als nachhaltiger Untergrund für diese sogenannten „Thermoplastischen Streifen“, wie Verkehrsplanerin Anette Mecke im Ausschuss erläuterte. Zum anderen liegen noch nicht ausreichende Erfahrungen mit vergleichbaren Markierungen vor.

Über Dörfer wird im Mai entschieden

Die roten Fahrspuren an Einmündungen für in beide Richtungen nutzbare Radwege werden im Frühjahr zunächst nur in der Kernstadt aufgebracht. Wie Verkehrsplanerin Anette Mecke auf Nachfrage erläuterte, hat die Stadt nach einer Änderung der Gesetzeslage zur Nutzungspflicht von Radwegen zunächst die Kernstadt untersuchen lassen. Dort wo die Radwege für beide Fahrtrichtungen zu schmal sind wie etwa entlang der Südseite der Bothfelder Straße, wurden die Schilder bereits entsprechend verändert. In Richtung Westen dürfen Radfahrer nur noch nördlich der Bothfelder Straße fahren. „In beiden Richtungen sind Radfahrer in der Kernstadt eigentlich nur noch entlang der Konrad-Adenauer-Straße sowie an der Theodor-Heuss-Straße erlaubt“, berichtete Mecke. Dort werde die Stadt die roten Markierungen im späteren Frühjahr aufbringen. „Wo wir in den Dörfern aktiven werden müssen, wird sich erst im Laufe noch ausstehender Gutachten zeigen.“

BBL-Ratsherr Timo Schubert regte mit Hinweis auf eine just beendete dreijährige Testphase in der Landeshauptstadt an, Langenhagen könne Hannovers Erfahrungen abfragen und entsprechend umsetzen. Eine Idee, die auf große Zustimmung sowohl in der Politik als auch bei der Verwaltung stieß. Zumal auch aus inklusiver Sicht die dreidimensionalen Hinweise durchaus umstritten seien, wie Michael Horn als Vertreter des Beirates für Menschen mit Behinderten berichtete. „Natürlich wirken scheinbar erhabene Hindernisse deutlicher auf Autofahrer, aber für sehbehinderte Menschen sind diese Markierungen extrem irritierend.“ 

Eine rote Markierung soll auch die Ausfahrt des Parkplatzes am neuen Schwimmbad erhalten

Eine rote Markierung soll auch die Ausfahrt des Parkplatzes am neuen Schwimmbad erhalten. Das dort bereits installierte Hinweis auf Radfahrer über dem Vorfahrt-Achten-Schild ist nach Auffassung des ADFC für ausfahrende Autofahrer zu unauffällig.

Quelle: Rebekka Neander

Mecke kündigte an, für beide Fahrtrichtungen zugleich genutzten Radwege an Einmündungen und Ausfahrten mit roten Bahnen auf dem Boden sowie weißen Randstreifen hervorzuheben. Dies gelte auch für die Schwimmbad-Ausfahrt an der Theodor-Heuss-Straße. Spörer zeigte sich angesichts dieser Ankündigung durchaus beruhigt. Gleichwohl unterstrich er seine Ergänzung, das dort bereits installierte Vorfahrt-Achten-Schild mit dem kleinen Hinweis auf kreuzende Radfahrer von beiden Seiten sei zu unauffällig, reflektiere nicht genügend und sei überdies aus Autofahrersicht zu hoch. „Es wäre besser, dort ein Stopp-Schild aufzubauen.“ 

Von Rebekka Neander

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