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Umland Langenhagen Nachrichten Einzelhändler stellt Flüchtling ein
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12:36 05.04.2016
Al Ali Basel (links) lebt seit eineinhalb Jahren in Langenhagen. Sein Asylantrag ist inzwischen anerkannt. Arkadius Jodlowiec, Leiter des Rewe-Marktes an der Elisabethkirche, will ihn nun anstellen. Quelle: Neander

Eigentlich ist er Bäcker. Aber das spielt für den 22-jährigen Mann keine übergroße Rolle mehr. Al Ali Basel möchte arbeiten. Das tut er bereits seit geraumer Zeit. Aus dem Team des Repair-Treffs jedenfalls möchte Vereinschef Uwe Guelke den vor eineinhalb Jahren aus dem syrischen Dara geflohenen Basel kaum mehr wegdenken. Dort engagiert sich Basel seit geraumer Zeit als Schrauber und Dolmetscher. Vom kommenden Montag an wird er zum herzlichen Dank nun auch Lohn für seine Arbeit erhalten: Er beginnt als Mini-Jobber in einem Supermarkt an den Elisabeth-Arkaden. Wenn alles gut läuft, geht diese Beschäftigung später in eine Ausbildung über.

Für den Marktleiter Arkadius Jodlowiec war dieser Schritt kein schneller, dann aber gelang er umso überzeugter. "Natürlich habe ich mich im ersten Moment gefragt, ob ich mit dieser Entscheidung womöglich Kunden verunsichere", sagt Jodlowiec gerade heraus. Aber diese Momente der Zweifel wurden von Sorgen ganz anderer Art vom Tisch gewischt: "Niemand möchte sich mehr im Einzelhandel ausbilden lassen! Warum also sollte ich dann nicht denen eine Chance geben, die es wollen."

Guelke und Jodlowiec kennen sich seit rund drei Jahren, eine Begegnung mit Folgen: Der Marktleiter unterstützt inzwischen den Repair-Treff mit Ersatzteilen für die Reparatur von Fahrrädern. "Davon profitiert auch die Schülerfirma der Pestalozzi-Schule", sagt Guelke. Die "Fahrrad-Doktoren" übernehmen inzwischen auch an den Repair-Treff gespendete Fahrräder, um sie für Bedürftige wieder herzurichten - "egal, woher die Empfänger auch immer kommen mögen."

Für Basel kommt das Angebot zur rechten Zeit. Sein Antrag auf Asyl ist inzwischen anerkannt. Soweit die gute Nachricht. Doch wer anerkannt ist, der ist gehalten, aus den städtischen Unterkünften auszuziehen. Eine Wohnung konnte der junge Mann auf eigene Faust finden. Die Arbeit folgt nun. Klingt fast nach normalem Leben.

Von Rebekka Neander

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