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Umland Langenhagen Nachrichten Vom UJZ ist nicht mehr viel übrig
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00:16 03.12.2017
Von Thomas Böger
Stefan Buhlrich trägt die letzten Umzugskisten mit Material aus dem Tonstudio des UJZ hinaus. Quelle: Böger
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Langenhagen

Hier ein Karton mit Kabeln, dort ein Mikrofon, und in der Ecke stehen noch ein paar Boxen - viel ist nicht mehr übrig vom UJZ-Tonstudio, das Stefan Buhlrich und Mathias Ganz zu allerletzt ausräumen. Die Geräte werden ebenso wie Rechner aus dem Internet-Café und ein Kicker eingelagert. Sie sollen einem Nachfolger geschenkt werden, denn verkaufen kann der Langenhagener Verein für Sozialarbeit sie nicht: Als gemeinnütziger Verein darf er keinen Gewinn machen. "Wir wussten seit langem, dass das irgendwann auf uns zukommt", sagt Buhlrich, "aber am Ende ging es doch sehr schnell."

Nach Jahren der Unsicherheit gab es im Oktober Klarheit: Das UJZ muss bis Ende November aus seinen Räumen ausziehen, das marode Gebäude wird abgerissen. Ob der Anlaufpunkt für täglich 50 bis 60 Kinder und Jugendliche wie geplant in einem Neubau an gleicher Stelle wieder öffnet, ist derweil unklar: Der bisherige Trägerverein hat seine Auflösung beschlossen, es gibt aber offenbar Interessenten für die Nachfolge.

Holger Marckmann vom Vorstand des Vereins legt Wert darauf festzustellen, dass die jetzt erfolgte Kündigung nicht der Grund für die Auflösung war. "Wir sind nicht mehr verlässlich leistungsfähig", erklärt Marckmann. Es habe zuletzt an ehrenamtlichen Mitarbeitern gemangelt. Symptomatisch dafür der Besuch der Mitgliederversammlung im Oktober: Von den nominell rund 30 Mitgliedern seien sechs erschienen, darunter die drei Vorstände.

Mit der Aufgabe des UJZ verlieren eine hauptamtliche Angestellte sowie sechs Minijobber zum Ende des Jahres ihre Arbeit. Dem Mitarbeiter der ebenfalls von dem Verein getragenen Mobilen Aufsuchenden Sozialarbeit (Maja) ist zum 31. März gekündigt worden. Für dieses Projekt gibt es offenbar mehrere mögliche Nachfolger. Namen nannte Marckmann nicht, aber es soll sich bei allen um Langenhagener Vereine und Verbände handeln. Für das UJZ soll sich zumindest eine Organisation interessieren. "Wir werden die Interessenten über die bisherigen Bedingungen des Vertrages mit der Stadt informieren", sagt Marckmann. Ansonsten wolle man sich aber aus dem weiteren Verfahren heraushalten.

Die Stadt will sich zum weiteren Vorgehen zurzeit nicht äußern, wie Rathaussprecherin Juliane Stahl auf Anfrage erklärte. Auch die Frage, ob ein Nachfolger auf den voraussichtlich in etwa zwei Jahren fertigen Neubau warten müsse, oder man den betroffenen Jugendlichen zwischenzeitlich ein anderes Gebäude anbieten könne, beantwortete sie nicht. Dem bisherigen Träger war nach seinen Angaben zuletzt kein Ausweichquartier mehr angeboten worden, nachdem vorübergehend die inzwischen verkaufte ehemalige Moschee dafür im Gespräch gewesen war.

Darauf freut sich die Naturkundliche Vereinigung Langenhagen bereits: Die Tochter des NVL-Vorsitzenden Hans-Jürgen Ratsch, Carolin, wird einen Vortrag über ihre Reise durch den Wilden Westen abliefern.

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