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Umland Langenhagen Nachrichten Parkende Kurierfahrzeuge sorgen für Ärger
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10:53 21.07.2018
Joachim Jannssen ärgert sich über Kurierfahrzeuge, die beim Parken mit ihrem Heck in den Fußweg hineinragen. Quelle: Priesemann
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Langenhagen

Joachim Janssen ist sauer, wenn er durch den Solingweg geht. Der Ärger wird umso größer, wenn der nur wenige Straße entfernt wohnende Senior bei den schräg zur Fahrbahn eingerichteten Haltebuchten anlangt. „Hier steht wieder einer schlecht“, kritisiert er und zeigt auf ein grünes Kurierfahrzeug mit Bautzener Kennzeichen, das dort bereits seit einigen Stunden parkt. Der Transporter steht mit einem Reifen auf dem Fußweg, das Heck ragt auf den Fußweg. Fußgänger kommen auf dem Gehweg zwar noch an dem Sprinter vorbei, für Frauen oder Männer mit einem Kinderwagen wird es indes schon ein wenig eng. „Sowas geht nicht“, klagt Janssen.

Enkel verletzt sich bei Unfall

Seit fast zwei Jahren teile er der Stadt regelmäßig mit, dass dort parkende Fahrzeuge – zumeist Kurierdienste – in den Fußweg hineinragten. Passiert sei dennoch nichts, behauptet Janssen. Dass das Parkgebaren auch schnell gefährlich werden könne, habe nun allerdings sein Enkel erfahren müssen. Der Fünfjährige fuhr Anfang Juni mit seinem Rad regelkonform auf dem Fußweg und prallte dabei gegen das Hinterteil eines Fahrzeuges einer Gartenbaumfirma. Dieses stand mit seinem Heck auf Kopfhöhe auf den Fußweg. Der Junge zog sich Gesichtsverletzungen. „Zum Glück hatte er einen Helm auf“, sagt Janssen.

Joachim Jannssen ärgert sich über Kurierfahrzeuge, die beim Parken mit ihrem Heck in den Fußweg hineinragen. Quelle: Priesemann

Doch auch seit dem Unfall, um den sich nun die Polizei kümmert, stünden dort täglich Lieferfahrzeuge, die offenbar zu groß für die Parkbuchten sind. Für Janssen ist klar: Das Ordnungsamt, das für den ruhenden Verkehr zuständig ist, müsse durchgreifen. Stadt-Sprecherin Julian Stahl bestätigt, dass der Abteilung Sicherheit, Ordnung und Umwelt Hinweise von Bürgern vorlägen. Solange die Art, wie die Kleintransporter abgestellt seien, nicht gegen die Straßenverkehrsordnung verstoße, habe die Stadt jedoch „keine Handhabe“. Sollte der Verkehrsaußendienst, der regelmäßig im Stadtteil Langenforth kontrolliere, aber Verstöße feststellen, würden Verwarnungen ausgesprochen.

Kreuzung zum Allerweg das nächste Problem

Janssen kann sich jedoch nicht vorstellen, dass die Stadt das Parkverhalten in der Vergangenheit sanktioniert habe. Die Fahrzeuge des Kurierdienstes aus Bautzen stünden dort nun bereits monatelang mit ihrem Heck auf dem Fußweg – trotz mehrfacher Meldung des Anwohners. „Die Nachlässigkeiten sind anscheinend nicht geahndet worden, da die Sprinter weiterhin die Flächen nutzen“, kritisiert der Senior – der nur ein paar Meter weitergehen muss, um ein anderes Problem auszumachen.

Beim Abbiegen in den Solingweg wird es am Kreuzungsbereich immer wieder eng. Quelle: Priesemann

An der Kreuzung zum Allerweg habe er bereits mehrfach beobachtet, wie Autofahrer beim Abbiegen auf dem Fußweg ausgewichen sind. „Wer aus dem Allerweg in den Solingweg Richtung CCL abbiegt, kann die Straße nicht richtig einsehen“, erklärt Janssen. Da auf dem Solingweg auf einer Seite zumeist auch noch Autos parken und die Fahrbahn zudem recht schmal sei, ständen sich die Autos oftmals gegenüber. Einige Autofahrer kämen dann auf die Idee über den Gehweg zu fahren, berichtet Janssen. „Das ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine Ordnungswidrigkeit“, stellt Stahl klar.

Bislang habe das Problem auch niemand der Stadt geäußert, weswegen die Verwaltung auch erst einmal nicht plane, die Kreuzung anders zu gestalten. Somit ist derzeit weder ein Halteverbot vor der Kreuzung noch das Aufstellen von Pollern wie nur wenige Meter entfernt auf dem Allerweg vorgesehen. „Vorausschauendes Fahren, Abbremsen vor dem Abbiegen und ein soziales Parken könnten hierbei viel leichter Abhilfe schaffen als restriktive Maßnahmen seitens der Stadtverwaltung“, sagt Stahl. Das sieht Joachim Janssen anders.

Am Allerweg hat die Stadt Langenhagen bereits Poller errichtet, damit dort Autofahrer nicht über den Fußweg fahren. Quelle: Priesemann

Von Sascha Priesemann

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