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19:27 16.11.2012
Mit einer führerlosen Kutsche ist die zweijährige Traberstute Kira quer durch Kaltenweide gelaufen. Als das Tier über einen Stein sprang, verhakte sich das Gefährt. Quelle: Stephan Hartung
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Langenhagen

Gegen 11.15 Uhr wollte die 56-jährige Pferdehalterin mit Kira und einer Kutsche durch den Ort fahren. Dabei rollte die Kutsche laut Polizei über einen Bordstein. Offenbar erschreckte sich die Stute und ging durch - die Kutscherin fiel zu Boden, blieb aber unverletzt.

Das Tier lief mit der Kutsche im Schlepptau zunächst über die Lindenstraße, dann auf die Kananoher Straße. Offenbar in voller Panik galoppierte das Pferd weiter über den Erlengrund und die Straße Am Weiherfeld, wo es gegen Opel Vectra einer 71-jährigen Fahrerin prallte. Außerdem krachte die Kutsche gegen einen geparkten Mercedes. „Am Fahrzeug wurde unter anderem der Kotflügel beschädigt“, sagte Polizeisprecher Manfred Pätzold. Seinen Angaben zufolge rammte die Kutsche außerdem einen Metallzaun.

Der etwa 1,5 Kilometer lange Irrlauf führte Kira schließlich über die Bürgerwiese auf den Hedwig-Kettler-Weg, wo die Kutsche einen von drei Pollern überrollte. „Eine Passantin, die dort gerade mit ihrem Hund unterwegs war, erlitt einen Schock“, sagte Pätzold. Erst ein etwa 80 bis 100 Zentimeter hoher Steinblock habe das Pferd gestoppt: Kira sprang darüber, die Kutsche wurde jedoch ausgebremst. Das Pferd erlitt nach Aussage von Tierärztin Silke Öhlschläger einige Fleischwunden an den Hinterläufen, die genäht werden müssen. „Zunächst kam Kira in ihre Box, weil sie sehr aufgeregt war“, sagte Öhlschläger, die die Erstversorgung übernommen hatte. Ihren Angaben zufolge müssen die Beine noch geröntgt werden. Die Kutsche ist zerstört.

Die Rettungsaktion verlief ohne großes Aufsehen, auch die Kinder in der benachbarten DRK-Kindertagesstätte hatten nichts bemerkt. Die führerlose Kutsche aber war zuvor vielen anderen aufgefallen. So alarmierten etliche Autofahrer die Polizei, wie Pätzold sagte. Es sei großes Glück, dass es keinen Unfall gegeben habe.

So musste auch die für Tierrettung zuständige Feuerwehr Krähenwinkel nicht ausrücken. „Wir hatten nichts mehr zu tun“, sagte Kaltenweides Ortsbrandmeister Ralf Dankenbrink, der am Einsatzort war. Er erinnerte daran, dass ein Pferd den ersten Einsatz 2012 der Kaltenweider Feuerwehr verursacht hatte. Ein Silvesterknaller hatte das Tier so verschreckt, dass es hochsprang und unglücklich mit dem Bauch auf einer Mauer landete - für seine Rettung mussten die Einsatzkräfte damals die Mauersteine abtragen.

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