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Umland Langenhagen Nachrichten Stadtdirektor Klaus Rosenzweig ist tot
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21:00 01.08.2014
Von Sven Warnecke
Klaus Rosenzweig genoss über alle Parteigrenzen hinweg großes Ansehen und Anerkennung. Quelle: Martin Steiner
Langenhagen

Nicht nur Bürgermeister Friedhelm Fischer zeigte sich am Freitag erschüttert. Auch Ehrenbürgerin Waltraut Krückeberg, die als Langenhagener SPD-Bürgermeisterin mit Stadtdirektor Klaus Rosenzweig – mit CDU-Parteibuch – seit 1990 eng und vor allem sehr erfolgreich zusammengearbeitet hatte, war entsetzt. Am 28. August wäre der promovierte Verwaltungsjurist und Honorarprofessor 75 Jahre alt geworden.

Überhaupt das Parteibuch: Das war Rosenzweig egal – das ist nicht nur an der erfolgreichen Zusammenarbeit mit der ehrenamtlichen Bürgermeisterin abzulesen. Auch in Sachen Stadtentwicklung bildete er mit Stadtbaurat Jan Sievers trotz unterschiedlicher Parteizugehörigkeit ein gutes Team. Er genoss über alle Parteigrenzen hinweg großes Ansehen und Anerkennung. Die damalige CDU-Chefin Gesine Saft brachte es auf den Punkt: „Er war eine Wohltat für die Partei.“ „Er war durch und durch Verwaltungschef und kein Parteisoldat.“ Was für sie damals nicht immer leicht gewesen sei, gestand Saft ein.

„Er war ein Glücksfall für die Stadt“

Waltraud Krückeberg war ob der Nachricht einfach nur traurig: „Er war ein Glücksfall für die Stadt.“ Das Parteibuch habe für beide nie eine Rolle gespielt. Vielmehr der gegenseitige Respekt. „Unser gemeinsames Ziel war es, die Stadt voranzubringen.“ Sie sollte für Bürger so gestaltet werden, dass sie sich wohlfühlen, bilanzierte Krückeberg.

„Ich bin bestürzt. Aber ich hatte nicht damit gerechnet“, sagte Fischer. „Ich habe ihn in meiner Zeit als Vorsitzender des Stadtplanungsausschusses sehr geschätzt als Chef der Verwaltung.“ In der 15-jährigen Aegide seit 1986 habe sich Rosenzweig große Verdienste um die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt erworben. Etwa in der Gewerbe- und Wohnbauentwicklung in Godshorn oder im Weiherfeld. In seiner Zeit wurden in der Stadt 10.000 neue Arbeitsplätze geschaffen, Langenhagen in der Folge eine der wirtschaftsstärksten Kommunen im Land.

„Rotarier und Rotkreuzler mit Leib und Seele“

Auch auf privater und sozialer Ebene bleibt Klaus Rosenzweig, Ehrenbürger der Langenhagener Partnerstadt Joinville in prägender Erinnerung. Auch der Freundschaftsvertrag mit Glogau – der Geburtsstadt Rosenzweigs – ist ihm zu verdanken. Zuletzt hatte er als Rechtsanwalt und Honorarprofessor gearbeitet. Unter anderem war der „Rotarier und Rotkreuzler mit Leib und Seele“ als Rechtsbeistand der Firma Boehringer aktiv. Doch bei einem Besuch in den USA erlitt er einen schweren Schlaganfall und fiel ins Koma. Davon erholte sich Klaus Rosenzweig nicht mehr. Viele Weggefährten aller politischer Coleur besuchten in der Folge den Erkrankten, teilweise mehrmals wöchentlich.

In welcher Form die Stadt dem Wirken Rosenzweigs sichtbar gedenken wird, wird Fischer jetzt mit den Mitarbeitern des Rathauses und der Familie Rosenzweig abstimmen. Unser Mitgefühl gilt den Hinterbliebenen.

Sven Warnecke und Rebekka Neander

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