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Umland Langenhagen Nachrichten Hubertus träumt schon vom 100. Geburtstag
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00:15 25.09.2017
Von Rebekka Neander
Privo, der 14-jährige Hannoveraner, verfolgt in stoischer Ruhe die Erzählungen zur Vereinsgeschichte: Anika Engelbrecht (von links), Jutta und Klaus Flügel sowie Christiane Dehn freuen sich auf das Jubiliäumsturnier zum 90. Vereinsgeburtstag. Quelle: Neander
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Wenn er könnte, würde er sich dazu setzen. Privo steht in der ihm als versiertes Voltigierpferd gebotenen stoischen Ruhe am Tisch. Seit einigen Minuten schon. Der Kopf wiegt sich - je nach Redebeitrag - sanft hin und her, die bronzene Trophäe einer einst gewonnenen American Open hat er gebührend beehrt - und als nicht essbar abgehakt. Die Miene schwankt zwischen "Was wollen die bloß?" und "Wenn die wüssten ..." Die, das sind die Schulpferde-Verantwortliche Jutta Flügel sowie ihr Mann Klaus, seinerseits zweiter Vorsitzender. An seiner Seite sitzt seine Stellvertreterin Christiane Dehn. Das Quartett vervollständigt Privos Longenführerin Anika Engelbrecht, Jugendwart im Vorstand. 

Würde der 14-jährige Hannoveraner Privo wörtlich verstehen, worum es an diesem Vorvorabend des Jubiläumsturniers zum 90. Geburtstag des Vereins geht, wäre er vielleicht ein bisschen aufgeregter. Zum einen, weil das Voltigierpferd sich auf allerlei eigene Turniere zu Ehren seiner turnenden Kinder in heimischer Halle freuen könnte. Eines der klaren Ziele bis zum 100. Geburtstag 2027. Zum anderen aber auch, weil die Zweibeiner um ihn herum nicht sorgenfrei in die Zukunft blicken. Zwar sei es dem gegenwärtig 120 Mitglieder zählenden Verein durchaus gelungen, das Vereinsleben wiederzubeleben. Gleichwohl bleiben die Finanzen ein  unliebsames Thema.

Als einer der wenigen Reitvereine in der Region stellt Hubertus eine Riege an vereinseigenen Schulpferden. Die meisten Reiterverbünde haben den finanziell stets schwierigen Schulpferdebetrieb inzwischen eingestellt. Wer kein eigenes Pferd oder zumindest eine Reitbeteiligung hat, muss selbst im Pferdeland Niedersachsen lange nach einem Unterrichtsplatz suchen. Auch Engelbrecht und Dehn führen Wartelisten sowohl für den Reit- als auch den Voltigier-Unterricht. Doch weil die Entgelte für die Reitstunden nicht ins Unendliche steigen dürfen, will man dem Breitensport verbunden bleiben, bleibt der Betrieb eine Herausforderung.

Dabei blickt der Verein auf eine stolze Geschichte. Die einst von Fritz Reßmeyer 1929 ins Leben gerufene Voltigiergruppe zählte zu den ersten zwei in der gesamten damaligen Weimarer Republik. "Voltigieren kommt aus der Kavallerie und beschränkte sich lange auf das freihändige Sitzen, Knien und Stehen auf dem galoppierenden Pferd", erzählt Klaus Flügel. Die akrobatischen und turnerischen Komponenten erhielten erst viel später Einzug. "Die Voltigierer sind damals von Turnier zur Turnier gezogen als Show-Einlage." Die Turner auf dem Pferdewagen sitzend, das Voltigierpferd daran angebunden hintendran. 1947 nahm Reßmeyer nach kriegsbedingter Pause den Sport für den Verein wieder auf. 1951 kam das erste vereinseigene Pferd - vom Circus Krone. Gisela Arnecke läutete ab 1962 eine steile Karriere der Voltigierer ein. Legendär bis heute ist Alibaba, der mit 110 Siegen über lange Zeit das erfolgreichste Voltigierpferd weltweit war. Auf ihm turnte unter anderem Silke Bernhard in den 1980-er Jahren zur Weltmeisterschaft. Ähnlich erfolgreich ist inzwischen auch Irina Lenkeit als Longenführerin unter anderem für Thomas Brüsewitz, der zuletzt Fünfter bei der Weltmeisterschaft 2016 geworden ist.

Für den 100. Geburtstag 2027 bastelt das Vorstandsteam bereits an einer neuen Chronik und schmiedet Pläne. "Wir möchten wieder ein Voltigierturnier hier anbieten, am liebsten jedes Jahr", sagt Engelbrecht. Auch wenn das niedrige Hallendach die wirklich hochgeturnten Übungen nicht zulässt. Genügend Turner hat Engelbrecht allerdings schon. Die Kleinen turnen auf dem Haflinger Nando, die Mittleren auf Gandalf. Die Fortgeschrittenen haben sich in den vergangenen sieben Jahren sogar auf M-Niveau gearbeitet. Mit ihrem Privo. Und es sieht ganz so aus, als wolle sich der große Schwarzbraune darauf nicht ausruhen.

Familie Jagau hat dieses Bild zur Verfügung gestellt, es zeigt unter anderem den Vater der Ratsfrau Ulrike Jagau und ihres Bruders Hans-Jürgen, dem Heimatpfleger der Stadt. Zu sehen ist die Voltigiergruppe im Jahre 1933. Hinten, von links: Unbekannt, August Gosewisch, Herr Evers, Erna Thienig, Rosemarie Weirich, Voltigierpferd Bengel, Wilhelm Schmalgemeyer, Friedel Schmidt, Fritz Reßmeyer. Vorne, von links: Elisabeth Biester, Ursula Greeske, Gunda Schaumann, Annelotte Schalgemeyer, Hans-Joachim Jagau, Helmut Greeske, Kurt Schmidt. Quelle: Jagau (Archiv)

Beim Leistungspflügen kommt es auf Präzision an: Auszubildende aus der Region Hannover messen sich am Sonnabend, 30. September, im Kaltenweider Ortsteil Hainhaus im Kreisleistungspflügen. Ab 10 Uhr wird um die Wette gepflügt. Dazu sind Zuschauer willkommen.

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