Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Nachrichten So war der Tag gegen Rassismus im Cinemotion
Umland Langenhagen Nachrichten So war der Tag gegen Rassismus im Cinemotion
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:20 26.03.2018
Der Chor des Langenhagener Singkreises und die Besucher beim Tag gegen Rassismus im Cinemotion singen zur Begrüßung einen mehrsprachigen Kanon. Quelle: Priesemann
Langenhagen

 Wenn ein konservatives, katholisches  Ehepaar von ihren vier Töchtern plötzlich einen muslimischen Rechtsanwalt, einen chinesisch-stämmigen Banker, einen Schauspieler von der Elfenbeinküste und einen jüdischen Geschäftsmann als Schwiegersöhne präsentiert bekommt, dann hagelt es nur so an Vorurteilen. Das ist freilich kein Ereignis, dass sich exakt so in Langenhagen abgespielt hat, sondern die Geschichte der französischen Komödie „Monsieur Claude und seine Töchter“, die am Tag gegen Rassismus im Cinemotion gezeigt worden ist. Mehr als 100 Gäste waren dafür in den Kinosaal gekommen. Der Langenhagener Singkreis hatte die  Besucher zuvor mit einem mehrsprachigen Begrüßungskanon empfangen.

Dass Menschen Vorbehalte gegenüber Fremden aus ihnen nicht bekannten Kulturkreisen haben, hält Langenhagens Integrationsbeauftragte Justyna Scharlé für unvermeidlich. „Wichtig ist aber, dass diese Berührungsängste abgebaut werden und in etwas Positivem münden“, erzählt sie – und genau das zeige der Film auf eine unterhaltsame Art und Weise.

Langenhagens Integrationsbeauftragte Justyna Scharlé spricht zur Begrüßung über den Tag gegen Rassismus. Links von ihr stehen Hamidou Bouba und Erwin Eder vom Integrationsbeirat sowie der stellvertretende Bürgermeister Willi Minne (Zweiter von links). Quelle: Priesemann

Dialog und Kommunkation baut Brücken ab

Für den stellvertretenden Vorsitzenden des Integrationsbeirates, Hamidou Bouba, sind die Erfahrungen der Familie gar nicht so absonderlich. „Das ist ähnlich wie in Langenhagen“, sagt er und schmunzelt. Mit Dialog und Kommunikation gelinge es aber die Brücken abzubauen – nicht nur im Film. „Das ist eine Botschaft, die wir hier in der Stadt schon leben“, meint Bouba. 

Nichtsdestotrotz sei der Widerstand gegen Rassismus ein allgegenwärtiges Thema, betonte der stellvertretende Langenhagener Bürgermeister Willi Minne: „Wir müssen unsere Werte gegen die Hasssprache verteidigen.“ Dazu trage auch die Veranstaltung im Cinemotion bei, bei der auch wieder die Bilder des syrischen Fotografen Adnan Sharbaji ausgestellt worden sind. Der Neu-Langenhagener sei nicht nur wegen seiner beeindruckenden Aufnahmen von der türkisch-syrischen Grenze ein „gelungenes Beispiel“ für Integration, betonte Erwin Eder vom Integrationsbeirat. Sharbaji verpasste die Aufführung allerdings unfreiwillig aus beruflichen Gründen.

Der Langenhagener Singkreis sorgt für die musikalische Untermalung. Quelle: Priesemann

Tag gegen Rassismus etabliert

Auch einige andere schauten in die Röhre. Weil der Kinosaal nur 180 Personen fasst, konnte die Stadt nicht allen Anmeldungen Rechnung tragen. „Wir mussten etwa 70 Personen absagen“, sagte Scharlé. Aber nicht alle angemeldeten Gäste waren auch gekommen und so blieben vereinzelt einige Plätze im Kinosaal frei. Allerdings nicht bei Soloh Aboker und seinen Freunden, die seit knapp drei Jahren in Langenhagen leben. „Wir fanden das Thema des Films interessant und spannend“, sagte der junge Mann.

Scharlé zeigte sich letztlich zufrieden mit dem Interesse. Das sei seit dem Tag gegen Rassismus vor drei Jahren, wo die Flüchtlingsdebatte noch akuter gewesen sei, in etwa gleich geblieben. „Das zeigt, dass sich die Veranstaltung etabliert hat“, freute sich die Integrationsbeauftragte.

Soloh Aboker, Ismael Abdulmadile, Renilda Richter-Heumann und Jakob Omar schauen sich den Film an. Quelle: Priesemann

Von Sascha Priesemann

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Eine kleine, verletzte Fledermaus hat nun den örtlichen Naturschutzbund sowie eine Tierärztin beschäftigt. Der Nabu bittet unterdessen um besondere Rücksicht – vor allem auch beim Baumfällen. 

25.03.2018

Die Probleme beim Bau der neuen Kita Krähenwinkel reißen nicht ab. Nun können die Kinder wohl erst im nächsten Januar im Krähennest landen. Doch Eltern sollen alternative Angebote für die zugesagten Plätzen erhalten.

25.03.2018

Während es draußen zeitweise noch ein bisschen ungemütlich ist, ist im City-Center in Langenhagen bereits der Frühling eingezogen. Bunte Blumen und fröhliche Osterhasen grüßen seit einigen Tage die CCL-Besucher. 

25.03.2018