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Eishalle erneut Thema im Finanzausschuss

Langenhagen Eishalle erneut Thema im Finanzausschuss

Gibt es eine Zukunft für die Eishalle? Die Stadt hat jetzt dem Finanzausschuss ein Eckpunkte-Papier vorgelegt, an dessen Ende es zumindest für diesen Winter eine Lösung geben könnte. Während über diese Drucksache am Dienstag öffentlich debattiert wird, geht es im Hintergrund um viel Geld.

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Wohin geht die Reise für die Eissporthalle? Von den neuerlichen Schwierigkeiten ahnten Andreas Schilin (von links), Betriebshofsleiter Ceno Anders und Karsten Lüdtke im Herbst 2014 noch nichts, als sie die neuen Schilder präsentierten. Damals standen sie für eine neue Offensive der Stadt im Interesse des Eis-Centers.

Quelle: Neander (Archiv)

Langenhagen. "Eckwertebeschluss für einen möglichen Weiterbetrieb der Eishalle Langenhagen" ist die zweiseitige Drucksache betitelt - und sie war keine leichte Geburt. Denn Hintergrund der in der öffentlichen Version des Beschlussvorschlags (2017/384) sind finanzielle Streitigkeiten zwischen der Stadt und der jetzigen Betreibergesellschaft, an der Marco Stichnoth und Kay Uplegger beteiligt sind. In Rede stehen mehrere fünfstellige Beträge von Betriebsausfällen bis zu säumigen Pachtzahlungen, die sich die Beteiligten gegenseitig in Rechnung stellen. Weil diese Details in öffentlichen politischen Debatten nicht genannt werden dürfen, sollte der gesamte Eishallen-Komplex zunächst hinter verschlossenen Türen diskutiert werden. Weil aber sowohl die Politik als auch die Verwaltung ein großes öffentliches Interesse an der Zukunft der Halle sehen, nicht zuletzt bei den Eishockey-Mannschaften, wurde für einen unkritischen Teil der Eckpunkte ein eigener Tagesordnungspunkt für die Sitzung am Dienstag, 19. September, nachgereicht.

Wenn der Rat der Stadt am Montag, 25. September, die Eishalle wenigstens über den nächsten Winter retten will, müssen nach Ansicht der Stadt folgende Aspekte akzeptiert werden: Der jährliche Zuschuss für den Betrieb wird auf maximal 120.000 Euro festgeschrieben, möglichst abschmelzend nach drei Jahren. Die Pachteinnahmen können im "schlechtesten Fall" entfallen. Auf weitere Abgaben verzichtet die Stadt. Der Betreiber stellt mindestens eine technische Fachkraft für den Betrieb. Die Stadt investiert im Gegenzug sofort 200.000 Euro in die marode Eishallentechnik, in Absprache mit den Betreiber werden weitere 800.000 Euro in den nächsten drei Jahren für die bauliche Instandsetzung gezahlt. Sollte der Betrieb aus welchen Gründen auch immer ausfallen, trägt künftig die Betreibergesellschaft alleine das Risiko. Um ein verzögerndes Insolvenzverfahren zu verhindern, verzichtet die Stadt auf aufgelaufene Forderungen von gut 35.000 Euro. Überdies übernimmt die Stadt die Löschung einer aus den letzten Insolvenzverfahren übernommenen Grundschuld von 108.000 Euro.

Diese Eckpunkte spiegeln weitgehend die Schwierigkeiten, die die jetzige Betreibergesellschaft in finanzielle Schieflage gebracht hat, und den daraus resultierenden aktuellen Rechtsstreit. Überdies, so ist zu lesen, laufe zwischen der Eishallengesellschaft und der BTB Kältetechnik ein Klageverfahren. BTB hat die "Kälteanlage digital verschlüsselt, so dass sie nicht zugänglich ist." Uplegger und Stichnoth wollten sich eigentlich zurückziehen. Um ein Insolvenzverfahren zu verhindern, wollten sie mit allen Gläubigern ein finanzielles Moratorium vereinbaren. Gleichwohl haben sie der Stadt jetzt dem Vernehmen nach den Weiterbetrieb zumindest für diesen Winter angeboten. Damit erhielten sie zwar die Möglichkeit, eine Vielzahl bereits vereinbarter Buchungen beispielsweise für das lukrative Eisstockschießen erfüllen zu können. Die Stadt aber könnte ohne größeren Zeitdruck in Verhandlungen treten mit den drei Bewerbern um den Weiterbetrieb: Neben dem hannoverschen Pferdeturm-Betreiber Gerhard Griebler bewirbt sich ein Sponsoren-Pool um das hannoversche Architektur- und Bauunternehmen Xia sowie Familie Haselbacher, der Betreiberin des Eisstadions Mellendorf, der neuen Heimat der Hannover Scorpions. 

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