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Unternehmen helfen Helfern

Langenhagen Unternehmen helfen Helfern

Wenn Firmen spenden, sind Quittungen gern gesehen, vor allem im Hinblick auf die Steuererklärung. In Langenhagen ticken die Uhren da ein wenig anders, wenn es um die Hilfe für Flüchtlinge geht.

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Sozialarbeiterin Rica Wamhoff (von links) überbringt mit Uwe Guelke vom Repairtreff ein Fitnessfahrrad an die im Rohdehof untergebrachten Flüchtlinge.

Quelle: Rebekka Neander

Langenhagen. Und dies gleich in zweierlei Hinsicht: Die Unternehmen, die den Repairtreff im Mehrgenerationenhaus inzwischen regelmäßig unterstützen, setzen dies nicht von der Steuer ab. Und selbst, wenn sie wollten, sie könnten es nicht. Denn das Finanzamt tut sich bislang schwer mit der Erkenntnis, dass der Repairtreff kein Geld verdient. Von Gemeinnützigkeit kann derzeit offiziell keine Rede sein.

Wenn also Bettina Auras die Fahrzeuge ihrer Autovermietung für den Material- und Menschentransport kostenlos zur Verfügung stellt, dann sind ihr Behörden und Quittungen egal. Dann ist dies schlicht die Antwort auf eine Frage. „Ich kenne Bettina Auras schon lange und habe sie einfach frech gefragt, ob wir nicht ihre Autos nutzen können“, hält es Repairtreff-Initiator Uwe Guelke knapp und nicht ohne ein Schmunzeln fest.

Ähnlich verhält es sich mit Daniela Michaelis. Die Grafikerin hat der Gruppe mit dem Werkzeug-Männchen ein einprägsames Logo beschert, das inzwischen ein umfängliches Paket ziert: Visitenkarten, Homepage, Briefkopf, T-Shirts und Jacken.

Aus der anfänglichen Interessensgemeinschaft, die sich im Internet fand, ist längst ein eingetragener Verein geworden. Rund 30 Mitglieder zählt er, darunter auch einige Flüchtlinge. Damit sie bei ihrer Mithilfe für Langenhagener Bürger versichert sind, hat der Verein sie aufgenommen - ohne dafür einen Beitrag zu nehmen. Aus den anfangs privat zur Verfügung gestellten Garagen ist der Verein nun ins Mehrgenerationenhaus (MGH) gezogen, dessen Team dies seinerseits ohne Gegenleistung arrangiert hat. Man freut sich vielmehr über die vielen neuen Gesichter im Haus.

Obwohl auch sonst niemand bei den Aktionstagen des Repairtreffs etwas dafür bezahlen muss, bei der Reparatur von Computer, Fahrrad oder Kleidungsstück Hilfe zu bekommen, gilt der seit Ende Juni eingetragene Verein weiterhin nicht als gemeinnützig. Guelke hat die Vereinssatzung zwar bereits mehrfach in diesem Sinne auf Anregung des Finanzamtes Hannover-Land verändert. Ohne Erfolg bislang.

Seit einigen Tagen jedoch keimt Hoffnung: „Bei einem Telefongespräch nun zeigte sich eine Sachbearbeiterin im Finanzamt überraschenderweise völlig fassungslos, dass wir noch nicht als gemeinnützig anerkannt sind.“ Sie wolle, so Guelke, den Antrag mit der Satzung an einen Vorgesetzten weitergeben. Geduld müssen er und alle anderen Helfer des Repairtreffs wohl trotzdem noch zeigen, meint Guelke. „Weil Ferien waren, hieß es, sei mancher noch im Urlaub.“

  • Der nächste Aktionstag ist am Sonnabend, 7. November, von 14 bis 18 Uhr, im Mehrgenerationenhaus an der Konrad-Adenauer-Straße. Der letzte Aktionstag des Jahres wird am 5. Dezember mit der Weihnachtsfeier verknüpft. Zur Mitgliederversammlung am Sonnabend, 28. November, 16 Uhr, im MGH sind auch Nichtmitglieder willkommen.
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