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Nachrichten VHS und Bibliothek schnüren Paket für Flüchtlinge
Umland Langenhagen Nachrichten VHS und Bibliothek schnüren Paket für Flüchtlinge
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11:41 19.02.2018
In den Deutsch-Kursen der Volkshochschule Langenhagen für Geflüchtete geht es künftig vorrangig um die Verständigung im Berufsalltag. Quelle: dpa
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Langenhagen

 Woran lässt sich Integration messen? Für die Volkshochschule Langenhagen könnte eine Seitenzahl weiterhelfen: Gleich neun Blatt füllen im aktuellen Programmheft allein jene Kurse, die sich an Geflüchtete und ihre Helfer wenden.  Dabei ist den Initiatoren wichtig, dass sich die Inhalte auch den aktuellen Bedürfnissen knapp zwei Jahre nach der turbulenten Akut-Phase 2015 angepasst haben, wie VHS-Leiterin Annette von Stieglitz im Gespräch mit dieser Zeitung betont. 

Stadtbibliothek richtet Computer-Arbeitsplätze zum Deutschlernen ein

So geht es beispielsweise in dem vom Deutschen Volkshochschulverband entwickelten Programm „Ich-will-deutsch-lernen“ (IWDL) inzwischen klar um Verständigung im beruflichen Alltag. Der Kurs basiert auf einem im Internet von überall abrufbaren Programm (www.ich-will-deutsch-lernen.de). „Die Stadtbibliothek hat eigens dafür zwei Computer-Arbeitsplätze eingerichtet“, berichtet von Stieglitz. Es sei zwar ganz nett, mit Hilfe kostenlosen WLANs wie im City-Center oder rund um das Rathaus, theoretisch überall auf einem mobilen Computer oder sogar am Smartphone damit zu arbeiten. „Am besten aber ist ein garantiert werbefreier Internet-Arbeitsplatz mit einer ruhigen Arbeitsatmosphäre“, betont von Stieglitz. Das Team der Stadtbibliothek sei eigens dafür geschult, Nutzer des Programms und deren Helfer in der Anwendung zu unterstützen. Überdies hat das Team eine 36 Seiten umfassende Liste an Literatur zusammengestellt, deren Titel Deutsch als Fremdsprache in den Mittelpunkt rückt.

„Diese Arbeit kann natürlich in den Betriebsberichten nicht in Zahlen und Fakten abgebildet werden“, hält von Stieglitz fest, da die Teilnehmer keine zahlenden Nutzer der Stadtbibliothek seien. „Der volkswirtschaftliche Nutzen nachhaltiger Integration ist allerdings unbezahlbar.“

In den Kursen, die Mitte Februar wieder starten, „ist das erste Ankommen erledigt“, umschreibt es die Integrationsbeauftragte der Stadt, Justyna Scharlé. „Die Familien sind aus den Notunterkünften ausgezogen, die Kinder gehen in die Schule.“ Jetzt spiele die Berufsorientierung die zentrale Rolle. Ein hartes Brett, das nun zu bohren sei, wie von Stieglitz und Scharlé übereinstimmend einräumen. Für die jüngeren Neu-Langenhagener sei das noch verhältnismäßig leicht. Doch für junge Erwachsene ab 20 Jahren werde es bedeutend schwieriger. „Das Ausbildungssystem in Deutschland ist zwar fachlich anerkannt, aber es dauert eben lange und ein Lehrling verdient in dieser Zeit zu wenig, um eine Familie davon zu ernähren“, erläutert von Stieglitz. Das sei umso brisanter, da diese Personen zeitgleich kein Anrecht mehr auf andere soziale Unterstützung hätten, ergänzt Scharlé. „Es ist in Deutschland unendlich schwer, auf legale Weise in Arbeit zu kommen“, hält von Stieglitz fest. 

Spezieller Kursus für Jugendliche als Vorbereitung zum „Speed Dating“ für Azubis

Ungeachtet dieses Dilemmas bietet die VHS am Montag, 19. Februar, ein spezielles Bewerbungstraining an. Es richtet sich speziell an jene Jugendlichen, die das „Azubi Speed Dating“ der Handwerkskammer Hannover am 22. Februar nutzen möchten. Dieses Angebot gilt auch für alle übrigen Schüler in der Region Hannover; sie können sich bei der Kausa Servicestelle der Region Hannover in einem speziellen Kurs auf den Termin vorbereiten.  

Semesterabschluss mit gemeinsamem Ausflug

Traditionell schwenken VHS und Stadt gemeinsam mit einer Ausflugseinladung an Teilnehmer und Helfer aus dem Semester: Die „Interkulturelle Entdeckergruppe“ wird am Sonnabend, 2. Juni, nach Celle aufbrechen, um sich dort einer historischen Stadtführung anzuschließen. Die Teilnahme ist kostenlos. Einzig das Ticket für die Zugfahrt muss bezahlt werden. „Wir treffen uns dazu alle gemeinsam am Fahrkartenautomaten am Bahnhof Langenhagen Mitte und legen zusammen für Niedersachsen-Tickets“, erläutert VHS-Leiterin Annette von Stieglitz. Diese Tickets umfassten jeweils Gruppen von fünf Personen und kosten pro Teilnehmer dann 7,50 Euro. Anmeldungen sind möglich bis zum 25. Mai unter Telefon (05 11) 73 07 91 07 oder unter ute.mau@langenhagen.de per E-Mail.

Zu den VHS-Kursen gehören weiterhin auch viele Angebote, die sich gezielt den ehrenamtlichen Helfern widmen, wie Scharlé berichtet. Vom Austauschforum „Unterricht mit Flüchtlingen“ über Supervision und Praxisberatung für Ehrenamtliche bis zum Interkulturellem Newsletter „(nicht nur)“ für Geflüchtete reicht die Palette. Hinzu komme der Runde Tisch für alle Helfer, der sich alle sechs Wochen donnerstags treffe. Diesen Kreis ergänze jeweils ein Impuls-Referat zu aktuell wichtigen Themen wie Gesetzesänderungen oder neuen Regelungen zu Leistungsansprüchen. 

Aktualisierte Workshops für ehrenamtliche Helfer

In Kooperation mit dem Bildungsverein Hannover bieten die Langenhagener VHS und die Stadt eine zweite, ebenfalls inhaltlich aktualisierte Auflage eines fünfteiligen Workshops unter dem Titel „Willkommen-Ankommen-Weiterkommen“. Start ist am 23. Februar, jedes Modul umfasst ein Wochenende und beschäftigt sich jetzt maßgeblich mit „der gesellschaftlichen Verwurzelung“, wie von Stieglitz erläutert. „Wir können nicht dauerhaft im Notmodus verweilen“, sonden man müsse den Blick heben auf das, was noch kommen muss. 

Grundsätzlich versuchen VHS und Stadt den Fokus ihrer Programme von der reinen Betreuung Geflüchteter weg zur gesamtheitlichen Integration aller Migranten in Langenhagen hin zu erweitern. „Es geht uns um die dauerhafte Verwurzelung aller“, betonte Scharlé, und nicht nur jener, die durch das Bundesamt für Migranten und Flüchtlinge oder die dazu speziell aufgelegten Förderprogramme der Länder gefördert werden. 

Die allermeisten Kurse für Geflüchtete sind kostenlos, ebenso viele Angebote für Helfer. Weitere Informationen liefert die VHS unter Telefon (0511) 73079700, die Stadt unter (0511) 73079108 sowie die Kausa Servicestelle der Region Hannover unter (05173) 9259018. Das Programm der VHS ist im Internet unter www.vhs-langenhagen.de abrufbar. 

Von Rebekka Neander

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