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Umland Langenhagen Nachrichten Zwei Schulen in Langenhagen stehen vor Abriss
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00:27 09.07.2015
Von Rebekka Neander
Der komplette H-Trakt des Gymnasiums muss abgerissen werden. Quelle: Neander
Langenhagen

Die detaillierte Untersuchung der Bausubstanz in allen Schulen hat im Schulzentrum Unglaubliches ans Tageslicht gebracht: Bereits beim Bau des Gymnasiums sowie eines Teils der Gesamtschule zwischen 1967 und 1972 wurden eklatante Fehler gemacht.

Der Brandschutz, so ein vor wenigen Tagen der Stadt vorgelegtes Gutachten, war im sogenannten H-, A- und C-Trakt offenbar noch nie gewährleistet. Die Konsequenz ist klar: „Wir müssen die betroffenen Gebäudeteile abreißen und neu bauen“, sagt Stadtbaurat Carsten Hettwer. Gleichwohl, und dies betont auch Bürgermeister Mirko Heuer, „gibt es keinen Grund zur Panik.“

Damit der Schulbetrieb jetzt weitergehen kann, wird die Stadt umgehend kleinere Umbauten und Veränderungen an der Lüftungsanlage vornehmen sowie Brandwachen einsetzen. Nach Eingang der Nachricht hatte die Stadt gleich die Schulleitungen benachrichtigt. Am Montag wurden das Kollegium und der Vorstand der Schulen informiert. Bürgermeister und Stadtbaurat zeigten sich im Anschluss beeindruckt von der sachlichen Reaktion. Gemeinsam wolle man nun nach Räumen suchen, Vorschläge der Schulen sammeln die Rektoren. Die Situation, so der Konsens, sei „schlimm, aber wir schaffen das“, sagte Hettwer dieser Zeitung. Der Neuanfang könne auch „als Chance begriffen“ werden. Am Dienstag wird ein Schreiben, das noch am Montag per E-Mail an die Eltern gehen sollte, auch schriftlich an die Schüler ausgegeben.

Betroffen sind 36 Klassenräume sowie Dutzende Fachräume, darunter der Naturwissenschaftstrakt der IGS. Die Stadt setzt jetzt alles daran, den Unterrichtsbeginn nach Ferienende sicherzustellen. Von zusätzlichen Fluchtwegen über Außengerüste bis zu Raumkapazitäten auch außerhalb Langenhagens werde alles geprüft. Die Gesamtkosten für den nun notwendigen Abriss und Neubau sowie für die Übergangslösungen können derzeit nur sehr grob geschätzt werden. Allerdings dürfe mit Kosten deutlich über 30 Millionen Euro zu rechnen sein.

Kommentar: Nerven bewahren

Mit ihrer frühzeitigen Information geht die Stadt den ersten Schritt in die richtige Richtung. Sie hat informiert, sobald sie Gewissheit über Ergebnis und Konsequenz hatte. Das ist unabdingbar inmitten dieses Desasters. Das Vorgehen bedeutet aber auch, dass die Verantwortlichen nicht auf jede der vielen Fragen sofort eine Antwort haben – die jetzt zu Recht bei Eltern, Schülern und Lehrern entstehen. Sie müssen den Schulleitern und der Stadt einen Vorschuss an Vertrauen und Geduld geben, der für die Planungen nötig ist. Wichtig ist nun zu entscheiden, wie der Unterricht für die Schüler und Lehrer im neuen Schuljahr weitergeht. Erst danach beginnt die Ursachenforschung, weshalb die schweren Baumängel mehr als 40 Jahre unentdeckt geblieben sind. Einen derart katastrophalen Fehler kann sich niemand ein zweites Mal leisten.

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