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Langenhagen Schneewinter 1979: So sah es in Twenge aus
Umland Langenhagen Schneewinter 1979: So sah es in Twenge aus
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00:18 12.01.2019
Monika Losert-Schlimme hat damals einen Rehbock im Garten fotografiert. Quelle: Stephan Hartung
Kaltenweide

Süddeutschland und Österreich versinken zurzeit im Schnee. Ein wenig Schnee ist in diesen Tagen laut Wettervorhersage auch in der Region Hannover zu erwarten – aber mit Sicherheit nicht so stark wie vor 40 Jahren. „Das war damals völliger Wahnsinn“, sagt Monika Losert-Schlimme und erinnert sich zurück an den Winter 1979.

Vor wenigen Wochen rief die HAZ unter der Überschrift „Als Hannover im Schnee versank“ die Leser dazu auf, der Redaktion die eigenen Erinnerungen an den Schneewinter zukommen zu lassen. Für Monika Losert-Schlimme Anlass genug, um sich bei der HAZ zu melden. Die Kaltenweiderin wohnt in der zur Ortschaft gehörenden Siedlung Twenge, heute wie damals. Und damals gab es Anfang Januar rund ums Haus und auf dem gesamten Grundstück eine weiße Landschaft in Verbindung mit großen Schneehügeln – wie die alten Fotos beweisen, die Losert-Schlimme herausgesucht hat.

An den Schneewinter 1979 gibt es auch in Langenhagen Erinnerungen. So sah es damals in Twenge aus:

„Ich habe damals mit meiner ersten Kamera die Bilder gemacht“, sagt sie und zeigt auf die Positive, die mit ihrem leichten Gelbstich den Charme der späten Siebzigerjahre bieten. „Ich bin einmal ums Haus und den Schuppen gegangen und habe alles fotografiert.“ Zum Schluss des kleinen Foto-Shootings schaute sie aus dem Fenster ihres Zimmers und sah im Garten einen Rehbock. „Er kam aus dem angrenzenden Wald zu uns. Ich habe ihn aber lieber aus der Ferne fotografiert, um ihn nicht zu stören“, sagt Losert-Schlimme und lacht. Da ihre Kamera ein kleines Automatik-Modell war und daher kein entsprechendes Objektiv besaß, konnte sie das Tier nicht nah ranzoomen.

Straßen und Wege nicht passierbar

Der Schnee brachte nicht nur im Garten selten gesehene Tier, sondern noch ganz andere Annehmlichkeiten mit sich. „Das war damals herrlich, denn ein paar Tage schulfrei gab es obendrauf, weil alle Straßen und Wege nicht passierbar waren“, berichtet die Kaltenweiderin. Im Januar 1979 war sie 17 Jahre alt und besuchte die IGS Langenhagen. „Ich gehörte zum ersten Jahrgang der IGS, der die gymnasiale Oberstufe abgeschlossen hat. Ein paar Monate später habe ich dann mein Abitur gemacht“, erzählt sie. Schneeballschlachten gab es natürlich auch, die gewonnene Zeit nutzte sie aber schon zur Prüfungsvorbereitung.

Sie erinnert sich aber auch an weniger angenehme Situationen, die Folgen der verschneiten Schneelandschaft waren. Denn der Weg zum Supermarkt war nicht möglich. „Meine Mutter hatte aber viel eingekocht. Wir sind also nicht verhungert“, erinnert sich die heute 57-Jährige mit einem Augenzwinkern. Und im eigenen Garten hatte die Familie im Sommer zuvor viel Gemüse angebaut, kam damit ohnehin gut durch den Winter. Probleme hatte jedoch der Familienvater. „Er kam kaum zur Arbeit zum Volkswagen-Werk.“

Nach ihrem Abitur absolvierte Losert-Schlimme eine Ausbildung als Hotelfachfrau, arbeitete zehn Jahr im Hotel Flora in Hannover. Seit über 20 Jahren ist sie am Flughafen in Langenhagen tätig, als Bodenstewardess schickt sie viele Menschen in den Urlaub – je nach Reiseziel handelte es sich zuletzt auch um Winterurlaube in schneesicheren Gebieten.

Von Stephan Hartung

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