Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Langenhagen Stadtbücherei soll in den D-Trakt umziehen
Umland Langenhagen Stadtbücherei soll in den D-Trakt umziehen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:50 30.07.2018
Der jetzige Durchgang soll eine Verglasung erhalten: Die Verwaltung schlägt der Politik vor, die Stadtbibliothek in den D-Trakt zu verlegen. Quelle: Antje Bismark
Langenhagen

Den Umzug der Stadtbibliothek in den D-Trakt des Schulzentrums schlägt jetzt die Verwaltung dem Rat vor – dieser müsste bis 2021 für etwa 7 Millionen Euro umgebaut werden. Den Alternativen, am jetzigen Standort an der Schützenstraße zu bleiben oder neu zu bauen, erteilt die Stadt hingegen eine Absage.

Die Räume im Erdgeschoss und im ersten Stockwerk des Stadthauses hat Langenhagen angemietet, der Mietvertrag läuft zum Ende des Jahres 2021 aus. „Und der jetzige Eigentümer hat uns signalisiert, dass wir den Vertrag in der derzeitigen Form nicht fortschreiben können“, sagt Dezernentin Monika Gotzes-Karrasch. Stattdessen strebe der Besitzer eine neue Nutzung der beiden Geschosse vor, die Bibliothek müsste in den Keller umziehen – diesen würde der Eigentümer umbauen und die Kosten dafür auf den nächsten Mietvertrag aufschlagen. Angesichts dieser Kostenentwicklung rate die Verwaltung davon ab, in dem Gebäude zu bleiben.

Schon jetzt zahle die Stadt für ihre Flächen an der Schützenstraße eine jährliche Warmmiete von knapp 1,5 Millionen Euro, heißt es in der Drucksache, über die die Politiker nach der Sommerpause beraten werden. Darin führt die Verwaltung auch zwei Neubau-Vorschläge aus den Jahren 2013 und 2015 auf, deren Kosten – seinerzeit – zwischen 10 und 12 Millionen Euro lagen. „Mit Blick auf den Baukostenindex haben sich diese Zahlen überholt“, sagt Dirk Brökelmann, als Planer im Hochbauamt mit dem Projekt betraut.

Deshalb empfehle die Verwaltung den Politikern, den jetzigen D-Trakt als Stadtbibliothek umzubauen und damit die Einrichtung zentrumsnah zu halten. Denn bei den Planungen für die neue IGS habe deren Schulleitung bereits signalisiert, dass sie diesen Gebäudeteil gern aufgeben würde. Dort befinden sich derzeit die Räume für die Bläserklassen, die Teestube, die Schulbücherei und noch Zimmer für den Freizeitbereich. Diese müssten in die neuen IGS-Bauten übernommen werden, sagt Gotzes-Karrasch.

Ihren Angaben zufolge würde die Stadtbibliothek – dem vom Rat beschlossenen Raumkonzept und einer Empfehlung der Beratungsstelle für Öffentliche Bibliotheken folgend – dort 3050 Quadratmeter nutzen. Das ist mehr als die heutige Fläche, die allerdings vor einigen Jahren um eine auf zwei Etagen geschrumpft wurde. Freie Bereiche im D-Trakt könnten die Musik- oder die Volkshochschule oder die mögliche Fachschule für Erzieher nutzen. Zudem gebe es dank einer vorhandenen Tür die Möglichkeit, einen Durchgang zur angrenzenden VHS und zum daunstärs zu schaffen. Das Gebäude soll auch eine andere Abgrenzung zur IGS erhalten: Dort sehen die Planungen unter anderem verglaste Wände an dem jetzigen Durchgang vor.

„Der Innenausbau lässt sich vergleichsweise gut realisieren“, sagt Planer Brökelmann mit Blick auf den Skelettbau des Gebäudes, das 1980 gebaut wurde. Denn die Wände ließen sich herausnehmen, ohne dass die Statik beeinträchtigt werde. Gleichwohl dränge die Zeit: Denn wegen der Kosten müsse Langenhagen ein öffentliches Vergabeverfahren durchführen, das bis zu neun Monaten dauern könne. Deshalb hoffe die Verwaltung, dass die Politik bis zur Ratssitzung am 24. September die Diskussion über den Grundsatzbeschluss führe und dann zustimme, sagt Gotzes-Karrasch.

Bibliothek umfasst 71.000 Medieneinheiten

Den Lesern der Stadtbibliothek stehen nach Aussage von Leiterin Sabine Kerber gut 71.000 Medieneinheiten zur Verfügung. Der größte Teil entfällt mit knapp 40.000 Einheiten auf Sachbücher und Kindersachbücher. Es folgen die Bereiche Schöne Literatur sowie Kinder- und Jugendbücher. Außerdem gibt es Hörspiele, Musik-CDs, Comics und Mangas, DVDs, Rad- und Wanderkarten, Zeitungen und Zeitschriften, Spiele und Puzzle, E-Book-Reader und Bilder in der Artothek.

Im vergangenen Jahr liehen die gut 5500 Nutzer knapp 237.000 Medien aus. Die Bücherei zählte 90.000 Besucher in ihren Räumen sowie 19.800 auf NBib24 und 56.000 im WEB-Opac. Das Team organisierte 61 Führungen und 44 Bücherkisten für Schulen. Es gab 56 Veranstaltungen, darunter das Klöncafé und Babys in der Bücherei.

Einen Schwerpunkt bildet nach wie vor die Kooperation mit Lehrern und Ehrenamtlichen, die Migranten beim Deutschlernen helfen. Sie finden einen umfangreichen Bestand „Deutsch als Fremdsprache“, den sie für den Unterricht nutzen können. Zudem steht Langenhagenern ohne Internet ein Zugang zur Verfügung. bis

Von Antje Bismark

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Seit dieser Woche können Bienen einen eigenen Garten auf dem Friedhof Grenzheide ganz offiziell ansteuern, den Birgit Ehlers-Ascherfeld angelegt hat und für den sie als Patin ehrenamtlich arbeitet.

30.07.2018

Das Ostufer des Silbersees ist nichts für unsichere Schwimmer. Diese Erkenntnis haben DLRG und Baudezernent am Sonntag bei einer Begehung gewonnen, die für manchen Teilnehmer Überraschungen barg.

01.08.2018

Sechs je dreistündige Schulungen für Nutzer von Handys organisieren der Seniorenbeirat und der Madsack Mediastore. Am Sonnabend, 4. August, startet das Angebot – die Teilnahme kostet 9,99 Euro.

29.07.2018