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Langenhagen Warum an der IGS Hanuta verboten ist
Umland Langenhagen Warum an der IGS Hanuta verboten ist
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00:20 11.02.2019
Freuen sich über die neue Plakette am Haupteingang der IGS v.l: Matthias Meyer (1. Vorsitzender Nuss/Anaphylaxie Netzwerk), Jens Aschenbrenner (Lehrer), Antje Kaps (Lehrerin), Schulleiter Timo Heiken und Kirsten Henning (Arbeitskreis Anaphylaxie Hannover). Quelle: Julia Polley
Langenhagen

Fünf Kinder mit einer hochgradigen Erdnussallergie besuchen jetzt die fünfte Klasse an der Integrierten Gesamtschule (IGS). Um die Kinder vor allergischen Schocks zu schützen, hat sich die Schule offiziell zur „erdnussfreien Schule“ erklären lassen und sich darauf jahrelang vorbereitet.

„Das ist eine tolle Leistung“, lobte Matthias Meyer vom Verein Nuss/Anaphylaxie Netzwerk. „Es gibt nur wenige Schulen, die den Prozess durchhalten.“ Bislang hat der bundesweit tätige Verein nach Angaben des Vorsitzenden an 25 Schulen und Kitas dieses Zertifikat vergeben. Für die Plakette „Erdnussfreie Einrichtung“, die nun am Haupteingang der IGS hängt, mussten Lehrer, Eltern, Mitarbeiter und Schüler zahlreiche Bedingungen erfüllen.

Schüler entwerfen Kampagne

Eine Schule muss unter anderem Eltern und Schüler bitten, auf Erdnüsse und Produkte mit diesen Hülsenfrüchten zu verzichten. Die Liste der Lebensmittel, die Schüler der IGS nicht mitbringen und essen dürfen, reicht von Erdnüssen über Hanuta bis zu Müsli mit Nüssen. Nutella ist allerdings erlaubt – denn darin sind keine Erdnüsse enthalten. Zudem dürfen in der Cafeteria, im Kiosk und auch sonst solche Produkte nicht verwendet oder verkauft werden.

In der Schule hängen die Plakate der von Schülern gestarteten schulinternen Kampagne „Peanot - erdnussfreie Zone“. Quelle: Julia Polley

An der IGS wurde das gesamte Personal für dieses Thema sensibilisiert und geschult – und es weiß jetzt, wie im Ernstfall, etwa bei einem anaphylaktischen Schock, zu reagieren ist. Dies ist eine weitere Voraussetzung für den Erhalt des Zertifikats. In der Mensa und Cafeteria wird erdnussfrei gekocht.

Auch die Schüler haben sich dazu Gedanken gemacht. Der Kunstleistungskurs des Abiturjahrgangs 2016 hatte unter der Leitung von Lehrerin Antje Kaps Konzepte für eine Werbekampagne zum Thema Erdnussallergie entwickelt, mit der die Mitschüler überzeugt werden sollten, Erdnüsse nicht gut zu finden. Am Ende siegte bei einem Wettbewerb die Kampagne „Peanot“. Die entworfenen Plakate hängen nun auf den Fluren.

Vier Jahre Arbeit

„Ich bin froh, dass wir nach vier Jahren Arbeit die Plakette enthüllen dürfen“, sagte Schulleiter Timo Heiken. Insgesamt besuchten derzeit 1480 Schüler die Gesamtschule. Dieses Zertifikat sei ein gutes Signal an die Eltern der von Allergie betroffenen Kinder.

„Die Schüler sind diejenigen, die am besten aufeinander aufpassen“, sagte Lehrerin Kaps. „Es gibt eine große Solidarität untereinander.“ Ihr Kollege Jens Aschenbrenner berichtete von einer Klassenfahrt, bei der die Kinder ausschließlich Gummibärchen, aber keine Chips mitnehmen durften. Es habe keine Diskussionen gegeben.

Von Julia Polley

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