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Lehrte Lesung und Kunstausstellung im Garten
Umland Lehrte Lesung und Kunstausstellung im Garten
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16:48 02.07.2018
Die drei FarbAKTeurinnen Martina Heuer (von links), Barbara Hörstmann und Heidi Siegmann stehen stolz vor ihren Werken. Quelle: Marvin Pietsch
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Ahlten

Aus der Heimatstube dringt Gelächter und der Duft von Kaffee und Kuchen auf die Straße. Im Eingang empfängt Ursula Prüße die ankommenden Gäste. Sie ist Vorsitzende des Vereines Lebendiges Ahlten. Hinter ihr stehen bereits die ersten Gemälde. Denn dieses Jahr wurde die Vorlesungsreihe „Lesen an besonderen Orten“ in Kooperation mit dem Ahltener Kunsttreff organisiert. In der Heimatstube, die seit einem Jahr das Domizil des Vereines ist, wurde die jährliche Lesung dieses Jahr erstmals mit einer Kunstausstellung kombiniert.

Die kleine Stube des Fachwerkhauses ist gefüllt mit Gemälden. In der Küche kochen die Vereinsmitglieder Kaffee und Tee. Auf einem Tisch sind Torten und Kuchen bereit gestellt. Weiter hinten am Fenster steht ein Büchertisch. Diesen nutzt der Verein, um nicht nur das Buch auszulegen, aus dem gelesen werden soll, sondern auch weiterführende Literatur. Auch der anliegende Garten wird ausgenutzt: Die Kunstwerke der drei Künstlerinnen Heidi Siegmann, Barbara Hörstmann und Martina Heuer sind auf dem ganzen Grundstück verteilt. Nur der gerade neu verlegte Rasen musste durch eine Schnur abgetrennt werden.

Die drei Künstlerinnen sind Teil der Künstlergruppe FarbAKTeure. Das großgeschriebene AKT steht hierbei übrigens nicht, wie man ja zunächst annehmen könnte, für Aktmalerei, sondern fungiert als deutlich unschuldigeres Akronym: Ahltener Künstlertreff. Bei den FarbAKteuren handelt es sich nämlich um eine Gruppe von Künstlern aus dem Ahltener Künstlertreff, die aufgrund ihrer ähnlichen Interessen regelmäßig gemeinsame Ausstellungen veranstalten.

Die in der Heimatstube ausgestellten Bilder bieten einen Querschnitt aus dem Werk der Künstlerinnen – von abstrakteren Landschaften mit Marmorstaub zu freien Portraits aus Acryl. In den Bildern steckt, laut eigener Aussage, auch oft der Geist der einflussreichen Worpsweder Künstlerin Paula Modersohn-Becker, welche im 19. Jahrhundert Pionierarbeit für den Expressionismus und für weibliche Künstlerinnen leistete. Auch heute noch hätten sie es als Frauen schwerer in der Kunst ernst genommen zu werden. Paula Modersohn-Becker habe sich aber schon damals über Konventionen hinweggesetzt und sei eine Inspiration bei ihrem Schaffen. „Wir würden unsere Männer nicht fragen, ob wir den Pinsel schmeißen dürfen. Wir machen es einfach.“, sagt Heidi Siegmann. Kein Wunder also, dass die FarbAKTeure an diesem Tag aus der Biographie „Auf einem ganz eigenen Weg“ über die bedeutende Künstlerin lasen.

Nachdem sich alle Gäste mit Kuchen und Getränken gestärkt hatten, sprach Ursula Prüße zunächst eine Begrüßung und eine Danksagung an Almuth Dietrich-Willing. Diese stellt als Eigentümerin die Heimatstube für den Verein zur Verfügung. Danach lasen die drei Künstlerinnen begleitet von dem Rauschen der Blätter einer Linde, unter welcher sie auf Gartenstühlen saßen. Dass der sonnige Tag auch mit stärkeren Windgeschwindigkeiten aufwartete, sorgte aber nicht nur für eine entspannte Atmosphäre: Zuvor hatten die Böen hier und da einige der ausgestellten Kunstwerke im Garten umgeweht. Während der Lesung allerdings blieb es ruhig und die Anwesenden konnten den drei Künstlerinnen andächtig lauschen.

Von Marvin Pietsch

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