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Lehrte Wilde Ernte auf der Streuobstwiese
Umland Lehrte Wilde Ernte auf der Streuobstwiese
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14:30 12.10.2018
Bernd Rose vom Nabu überprüft die in diesem Jahr für die Bewässerung besonders wichtigen Tropfschläuche an den Bäumen auf der Streuobstwiese. Quelle: Thomas Böger
Lehrte

Vor zehn Jahren hat der Naturschutzbund (Nabu) die Streuobstwiese am Hohnhorstweg gegenüber des FC-Platzes angelegt. In diesem Jahr hätten die 170 Bäume zum ersten Mal richtig getragen, so dass sich die Baumpaten auf eine reiche Ernte freuen konnten, sagt Bernd Rose, Schriftführer des Nabu-Ortsverbandes Burgdorf, Lehrte, Uetze. Doch ausgerechnet jetzt strömten etliche fremde Obstpflücker mit Körben und Eimern auf die Wiese und holten zahlreiche Früchte von den Bäumen, wie Thomas Haarstrich beobachtet hat, der nebenan eine Schafzucht betreibt und die Wiese mit seinen Tieren beweidet.

Er habe einige angesprochen und ihnen erklärt, dass es sich zwar um eine öffentlich zugängliche Fläche handle, die einzelnen Bäume aber Paten zugeordnet seien. Manche hätten mit Verständnis reagiert, aber andere „wurden richtig patzig und haben sich nicht darum gekümmert“, berichtet Haarstrich. Man habe ihm erzählt, dass die Wiese auf der Internetseite www.mundraub.org als ein Ort gelistet sei, an dem Obst frei geerntet werden könne.

Das war bis zum Dienstag tatsächlich der Fall. Immerhin habe der Betreiber der Seite auf seine Intervention hin sofort zugesichert, den Standort aus der Liste zu entfernen, sagt Rose. Die Zusage wurde auch eingehalten, aber auf der Seite stehen noch eine ganze Reihe von Obstbaum-Standorten im Lehrter Stadtgebiet. Dazu gehören „drei junge Kirschbäume am Hainhoop“ bei Arpke ebenso wie mehrere Apfelbäume an der Apfelallee in der Kernstadt, die laut Liste „zur freien Verfügung“ stehen. Für die jedes Jahr im August versteigerten Bäume am Südrand von Arpke wird dagegen ausdrücklich darauf aufmerksam gemacht, dass sie nicht mehr abgeerntet werden dürfen, wenn sie ein Bändchen mit dem Namen des Käufers tragen. Das scheint jedoch nicht immer zu funktionieren: „Ich habe einen der Bäume ersteigert. Leider sind mir alle Äpfel geklaut worden“, schreibt dort ein Nutzer namens „melros“.

Eigentlich dürfte das nicht passieren, denn unter den „Mundräuber-Regeln“ heißt es unter anderem: „Stelle vor dem Eintragen oder Ernten sicher, dass keine Eigentumsrechte verletzt werden. Gehe behutsam mit den Bäumen um. Für den Eigenbedarf pflücken ist erlaubt, aber nicht in großem Stil gewerbsmäßig, dazu braucht es eine behördliche Genehmigung.“ Die Internet Plattform lebe davon, dass die Nutzer „verantwortungsbewusst und respektvoll mit der Natur und den kulturellen sowie privatrechtlichen Gegebenheiten“ umgingen, heißt es weiter auf der Seite.

An der Streuobstwiese will Rose nun im nächsten Jahr Schilder aufstellen, die deutlich machen sollen, dass dort nicht einfach gepflückt werden darf. Schließlich hätten die Paten pro Baum 75 Euro gezahlt, damit sie die Früchte die nächsten 15 Jahre ernten dürfen.

Von Thomas Böger

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