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Lehrte Näh-Café ist bei Frauen besonders beliebt
Umland Lehrte Näh-Café ist bei Frauen besonders beliebt
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16:59 09.07.2018
Veronika Pichler (von links), Antje Braul, Angelika Schmidt, Gisela Fähndrich und Annette Berk bereiten das nächste Projekt im Näh-Café vor. Es sollen Kissen geschneidert werden. Quelle: Heine
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Sievershausen

Gemeinsam Nähen ist Trend. Auch das neue Näh-Café im Antikriegshaus füllt offensichtlich eine Angebotslücke und ist stets gut besucht. Die Zeiten, in denen Frauen allein zu Hause vor ihrer Nähmaschinen saßen, sind vorbei. „Wir freuen uns, dass das Näh-Café so gut angenommen wird“, sagt Antikriegshaus-Mitarbeiterin Angelika Schmidt. „Nähen ist offensichtlich nach wie vor ein weibliches Hobby.“ Bei der Premiere im März waren es 15 Teilnehmerinnen. Vorbeischauen können nicht nur Einwohner aus Sievershausen, sondern auch Interessierte aus der Umgebung.

„Im Vordergrund steht die Idee, Nützliches mit Geselligkeit zu verbinden“, erklärt Gisela Fähndrich, Präsidentin des Trägervereins für das Antikriegshaus. Es gehe aber auch darum, sich gegenseitig zu helfen. „Wenn jemand zum Beispiel einen neuen Reißverschluss einnähen möchte und nicht weiß, wie es geht, kann er gerne vorbeikommen.“ Nähmaschinen und Material sollten mitgebracht werden, sind aber auch vor Ort vorhanden. So haben Hobbyschneiderinnen, die keine eigene Maschine besitzen, die Möglichkeit, das Nähen mit der Maschine einmal auszuprobieren.

Im Näh-Café werden auch sogenannte Leseknochen angefertigt, die als Nackenkissen oder Lesestütze genutzt werden können. Quelle: Privat

Die Spendenbereitschaft für Geräte und Stoffe sei groß, betonte Schmidt. Bei jedem Treffen, drei gab es bisher insgesamt, wird ein bestimmtes Projekt in Angriff genommen. Im ersten Näh-Café schneiderten die Teilnehmerinnen kleine Häschen. Sie gingen als Spende an die Caritas-Beratungsstelle für Schwangere und junge Mütter. Zuletzt wurden sogenannte Leseknochen, das sind Nackenrollen beziehungsweise Stützkissen für einen kuscheligen Leseabend, angefertigt.

Teilnehmerin Annette Berk hatte einen Rock mitgebracht, den sie geschenkt bekommen hatte und der ihr nicht passt. „Der Stoff ist toll und viel zu schade zum Entsorgen, für einen Kissenbezug ist er gut geeignet“, sagte sie und nahm Maß fürs Zuschneiden.

„Upcycling, aus Altem Neues schaffen, ist ein wichtiger Aspekt bei unserem Näh-Café“, erklärte Schmidt. Das habe etwas mit Wertschätzung und Wertschöpfung zu tun. Alte Bettlaken, Gardinen und Kleidung seien für das Näh-Café Rohstoffe, die man kreativ weiterverarbeite und so helfe, die Müllproduktion zu reduzieren. Natürlich wollten die Teilnehmerinnen auch ihre Fantasie ausleben. „Deshalb ist Handarbeiten wieder im Kommen, weil sich viele individuelle Kleidung und Accessoires wünschen und keine Massenware.“ Gisela Fähndrich erinnerte sich in diesem Zusammenhang an ihre Kindheit nach dem Krieg. „Damals war es üblich, selbst zu nähen. Es war eine Notwendigkeit. Weil das Warenangebot fehlte, wurde Militärkleidung umgearbeitet. Heute ist Nähen ein Hobby, das einfach Spaß macht.“

Die Idee, ein Näh-Café einzurichten, ist im Dorftreff entstanden, der seit eineinhalb Jahren einmal monatlich im Antikriegshaus angeboten wird. Dort wird gebastelt, gespielt und erzählt. Vor Weihnachten nähten die Teilnehmerinnen Weihnachtsschmuck und hatten so viel Spaß dabei, dass beschlossen wurde, sich regelmäßig zum Nähen zu treffen. „Die Resonanz war sofort positiv“, sagte Annette Berk, die von Anfang an dabei ist. Endlich gebe es ein Näh-Café, hätten viele gesagt.

Annette Berk und Veronika Pichler sind so motiviert, dass sie auch Kindern das Nähen beibringen wollen und eine Feriencard-Aktion anbieten. Am Donnerstag, 26. Juli, gestalten sie mit den Kindern sogenannte Pois, das sind Akrobatikbänder. Die Veranstaltung ist aber bereits ausgebucht.

Der Termin für das nächste Näh-Café ist in der zweiten Septemberhälfte. Die Treffen dauern immer drei Stunden von 15 bis 18 Uhr.

Von Sybille Heine

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