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Lehrte Grüne machen neuen Vorstoß für Radschnellweg
Umland Lehrte Grüne machen neuen Vorstoß für Radschnellweg
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16:57 12.09.2018
Ein Radschnellweg in Göttingen: Ob es solch eine Verbindung zwischen Lehrte und Hannover geben wird, ist wieder Gegenstand der Debatte. Quelle: Swen Pförtner
Lehrte

Vor rund zweieinhalb Jahren hatte Lehrte das Thema schon zu den Akten gelegt. Man wolle den Bau eines Radschnellwegs in die hannoversche Innenstadt nicht, war sich damals eine Mehrheit in der Lokalpolitik einig. Doch jetzt bringen Lehrtes Grüne die Angelegenheit wieder in die Diskussion. Sie sehen im Radschnellweg ein Projekt „mit großem Effekt und geringen Kosten“ für Lehrte, wie es Sprecher Roland Panter in einer Mitteilung ausdrückt. Außerdem üben die Grünen Kritik an der CDU in der Region. Deren Fraktionschef, Bernward Schlossarek aus Lehrte, argumentiere den „Standortvorteil eines Radschnellwegs nach Garbsen“.

Hintergrund für den Vorstoß der Grünen ist die aktuelle Debatte um einen möglichen Radschnellweg von Hannover nach Garbsen. Der Garbsener Rat befürwortet solch ein Projekt und würde lieber heute als morgen auf dem eigenen Stadtgebiet damit loslegen. Die Verbindung könne unter anderem den tausenden Mitarbeitern der Unternehmen VW in Stöcken und Conti von Nutzen sein. Lehrtes Grüne meinen nun, dass solch ein Fahrrad-Highway ein „attraktives und vergleichsweise kostengünstiges Verkehrskonzept“ auch für Lehrte sein könne.

„Der Radschnellweg von Lehrte nach Hannover kostet etwa 1,6 Millionen Euro zuzüglich der Kosten für den Grunderwerb in Höhe von rund 1,2 Millionen Euro“, meint Panter. All das zahle die Region Hannover. Ausschließlich die Kosten für Instandhaltung und Verkehrssicherung seien von Lehrte aufzubringen.

Grüne werfen der CDU eine „Mogelpackung“ vor

Aber genau in diesem Punkt könnte sich nach Befürchtung der meisten Lehrter Lokalpolitiker ein Fass ohne Boden auftun. Beleuchtung, Reinigung, Winterdienst, eine Ampel an der Querung der Kreisstraße 122 bei Ahlten inklusive deren Unterhaltung – all das koste Geld, und die Summe sei völlig unklar. Daher wolle sich Lehrte nicht am Projekt Radschnellweg beteiligen, machte Ronald Schütz als Vorsitzender des Lehrter Umweltausschusses unlängst auf die Frage einer Bürgerin deutlich. Er persönlich, schob der Grüne hinterher, sei da aber völlig anderer Auffassung.

Schlossarek hatte unlängst in einer Pressemitteilung erklärt, die wichtigste Voraussetzung für einen Radschnellweg sei es, dass die beteiligten Kommunen ihn überhaupt wollten. Da Lehrte nicht zum Bau der Strecke bereit sei, „sollte man den Sinn des Fahrradweges überdenken“. Generell sei die CDU-Fraktion davon überzeugt, dass ein Radschnellweg nach Garbsen deutlich sinnvoller sei. „In der Planung und Realisierung des Radschnellwegs nach Garbsen wären die finanziellen und personellen Ressourcen besser investiert als in den holprigen Weg nach Lehrte“, meint Schlossarek. Vom definierten baulichen Standard für einen Radschnellweg abzuweichen wäre jedenfalls falsch.

Die Lehrter Grünen kontern nun. Die Einlassungen der CDU seien „eine Mogelpackung“. Die Christdemokraten täuschten Aktivität vor, brächten aber weder die Verkehrswende noch den Radschellweg weiter. „Wir brauchen Leute, die ernsthaft Engagement zeigen, um den Standort Lehrte, aber auch die Verkehrswende in Niedersachsen voranbringen“, formuliert es Panter.

Von Achim Gückel

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