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Lehrte In der Galerie entstehen bunte Monster
Umland Lehrte In der Galerie entstehen bunte Monster
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00:36 15.10.2018
Kreativwerkstatt in der Städtischen Galerie: Sophia (von links), Emily, ihre Großmutter Beate Lask und Hannes kleben Collagen. Quelle: Sandra Köhler
Lehrte

Phantasie war Trumpf bei der Herbstferien-Kunstaktion für Kinder in der Städtischen Galerie Lehrte. Abgestimmt auf die aktuelle Schau „Kunstwerkstatt Köthenwald – In meiner Weisheit gibt es wenig viel“ arbeiteten die 13 Teilnehmer ab sechs Jahren mit Feuereifer an ihren Collagen. Bunte Phantasiefiguren haben sie erdacht. Am meisten Monster. Manche schön, manche gruselig oder erschreckend. Aber alle sehr kreativ. Dabei vergingen anderthalb Stunden wie im Fluge.

Seit 2014 bietet Julienne Franke zu den jährlich fünf Austellungen in der Städtischen Galerie passende Kinder-Kunst-Aktionen an. Zumeist in den Ferien. „Das entlastet die Eltern und die Horte ein wenig,“ erklärte die Kulturbeauftragte der Stadt. Dabei orientiert sie sich an den Techniken, in denen die ausgestellten Kunstwerke gefertigt sind. Und an dem, was Kinder im Grundschulalter in der begrenzten Zeit von 90 Minuten umsetzen können. „Wenn es Scherenschnitt ist, machen wir Scherenschnitt. Für die jetzige Ausstellung bot sich Malerei und Collage an. Figuren herstellen, wäre in der Kürze der Zeit schwierig geworden.“

Zuerst seien die Kunstaktionen eher schleppend angenommen worden, sagt Franke. Doch mittlerweile sei der Zulauf gut: „Insgesamt 161 Kinder haben im vergangenen Jahr teilgenommen.“ Manche kämen mehrmals, aber es seien auch immer wieder neue dabei. Und zwar beileibe nicht nur Mädchen. „Das Verhältnis ist ziemlich ausgeglichen“, so Franke. Neu dabei waren Sophia (8), Emily (10) und Hannes (6). Die Mädchen waren mit ihrer Großmutter Beate Lask in die Alte Schlosserei gekommen. „Meine Töchter müssen arbeiten und deswegen betreue ich die Kinder“, sagte Beate Lask: „Wir haben von der Aktion in der Zeitung gelesen und dachten, es wäre ein schöner Abschluss der Ferien.“

Alle drei, sagte Lask, sind gerne kreativ. Und das zeigte sich auch sofort. Aufmerksam hörten sie zu, als Franke den Kindern einige der ausgestellten Kunstwerke vorstellte und mit ihnen darüber diskutierte: Ein kunterbuntes Wimmelbild mit einer stilisierten Stadt, in der es sogar einen Dinosaurier zu entdecken gibt. Eine hexenähnliche Frau mit orange-grünen Haaren und ebensolcher Haut. Und zwei reich verzierte Skulpturen, die den Kindern trotzdem eher ein „ist das gruselig!“ entlockten, weil in ihnen Gliedmaßen verdreht oder Puppen hinter Puppen versteckt sind.

Doch im Gegensatz zu den meisten Kindern, die angeregt von solch wohligem Schaudern Monster erdachten, die sie mit Holz, Folie, Pailletten, Stoffstreifen, geknülltem Papier und Farbstiften zum Leben erweckten, hatten die drei etwas anderes vor. „Ich mache einen ganz bunten Mann“, sagte Sophia. Nachdem den Vorzeichnen mit Bleistift füllte sie ihn mit akribisch kleingeschnittenen Stücken bunten Papiers und Folie aus. Ihre Schwester nahm ein Einhorn in Angriff. Eines, das Wünsche erfüllen kann. „Ich mag Einhörner“, sagte die Zehnjährige. Eine Collage hatte sie noch nie gefertigt. „Aber ich spiele ab und an Geheimagent und bastele mir Dinge dafür.“ Der Jüngste des Trios bannte das Nintendo-Maskottchen Mario aufs Papier. „Und Bowser. Der kann Feuer speien!“

„Ich bin beeindruckt von eurer Phantasie“, lobte Franke die Kinder in der Schlussrunde. „Den meisten Gestalten möchte ich nicht begegnen. Aber ihr nehmt sie ja mit, und damit sind sie für mich nicht gefährlich“, verabschiedete die Kulturbeauftragte die Nachwuchskünstler. Vielleicht bis in den nächsten Ferien.

Zu jeder der Ausstellungen in der Städtischen Galerie gibt es eine Kreativaktion für Kinder. Zur aktuellen Schau konnten sie Collagen von Phantasiefiguren kleben.

Von Sandra Köhler

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