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Lehrte Umspannwerk: LKWs rollen nicht durch Ahlten
Umland Lehrte Umspannwerk: LKWs rollen nicht durch Ahlten
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15:57 28.09.2018
Das neue Umspannwerk wird auf einer 150 mal 90 Meter großen Fläche enstehen - die Ansicht zeigt den Blick auf das Haupttor. Quelle: Enercity
Ahlten

Für das neue Umspannwerk, das der Energieversorger Enercity zwischen Ahlten und Anderten bauen will, gibt es jetzt keine Bedenken mehr. Sowohl bei der Stadt Lehrte als auch im Ortsrat Ahlten hat sich der Widerstand gelegt. In der Ortsratssitzung schlugen den Enercity-Vertretern am Donnerstagabend keine Proteste mehr entgegen.

Das war im Januar 2017 noch ganz anders gewesen. Sowohl die Stadtverwaltung als auch der Ortsrat hatten heftige Kritik geübt. Streitpunkte waren mangelnde Transparenz im Verfahren und die Erschließung des Umspannwerkes über Ahltener Straßen gewesen. „Wir wollen gute Nachbarn sein“, betonte Enercity-Netzmanager Hatto Hildebrandt in der Ortsratssitzung. Das Unternehmen habe alle Einwände berücksichtigt, mehrere Gespräche mit der Stadt geführt und nachgebessert.

Die Zuwegung in der Bau- als auch in der Betriebsphase soll nun ausschließlich auf westlichen Wegen aus Richtung Anderten erfolgen. „Wir werden sämtliche Firmen verpflichten, nicht durch Ahlten zu fahren“, betonte auch Enercity-Vertreter Dirk Bockisch. Zusammen mit Hildebrandt stellte er in der Sitzung die aktuellen Pläne vor und beantwortete zudem Fragen von Lokalpolitikern und Anwohnern.

Das Umspannwerk ensteht westlich des Wietzegabens und damit knapp auf hannoverschem Gebiet. Als Sichtschutz sind Bäume geplant. Quelle: Enercity

Das neue 220-Kilovolt-Umspannwerk soll demnach auf einer 150 mal 90 Meter großen Fläche westlich des Wietzegrabens rund 500 Meter vom Ahltener Ortsrand und somit knapp auf hannoverschem Gebiet entstehen. Die geplante Anlage wird ein kleineres, altes Umspannwerk westlich der Autobahn 7 ersetzen und so einen Engpass in der Stromversorgung Hannovers beseitigen. Eine Baugenehmigung liegt dem Energieversorger seit Ende August vor.

Die Bauarbeiten sollen frühestens Ende Oktober beginnen. Dann werden zunächst die Bauzufahrt und die Kabeltrasse in Richtung Anderten vorbereitet. Erhöhter Lastwagenverkehr über Anderten ist laut Hildebrandt ab Mai 2019 zu erwarten, wenn der Bodenaustausch beginnt. Die Hochbauphase liegt zwischen Ende Juli 2019 und Februar 2020. Der Anlagenausbau soll im zweiten und dritten Quartal 2020 erfolgen. In Betrieb gehen wird das neue Umspannwerk 2021. Im zweiten Bauabschnitt wird lediglich noch ein zweiter Trafo angeliefert, sodass das gesamte Bauvorhaben etwa 2028 abgeschlossen ist.

Die Freileitungsarbeiten sind für 2021 geplant. Das Umspannwerk wird dann in bereits bestehende Leitungen eingebunden. Die 220-KV-Leitung wird dafür an zwei Stellen geöffnet. Die Schaltanlage bringt Enercity in einem Industriegebäude unter. In den Bau des Umspannwerkes investiert der Energieversorger rund 10 Millionen Euro, die Freileitungs- und Kabelarbeiten schlagen mit weiteren 4,5 Millionen Euro zu Buche.

Den Ortsrat interessierten darüber hinaus unter anderem die Höhe der Strommasten, die geplanten Ausgleichsflächen, die Geräuschemissionen und, wie der laufende Betrieb im fertigen Umspannwerk aussieht. Der neue Mast, den Enercity auf Lehrter Stadtgebiet baut, wird laut Bockisch 43 Meter hoch. Er ist damit kleiner als der 64 Meter hohe Mast, der auf der Fläche bereits steht. Das Umspannwerk werde komplett fernbetrieben. Lediglich zweimal im Monat würden dort Kontrollen vor Ort erledigt. Zu sehen und zu hören sei die Freilufttechnik. „Wenn Sie am Zaun stehen, werden sie so ein leichtes, sonores Brummen des Trafos hören, aber wir halten uns da natürlich an die Richtlinien“, erklärte Hildebrandt.

Als Ausgleichsflächen sind im Bereich des Umspannwerks unter anderem Obstbäume, Rasenflächen und Brachstreifen geplant. Am Wietzegraben soll Gehölz angepflanzt werden. Dem Wunsch des Ortsrates nach einem Sichtschutz erfüllt Enercity durch die Anpflanzung von Bäumen. Ahltens Ortsbürgermeisterin Heike Koehler zeigte sich in der Sitzung sichtlich zufrieden. „Enercity kommt allen unseren Wünschen nach und gestaltet das Bauvorhaben nun auch transparent – wir haben daher keine Bedenken mehr“, sagte sie.

Von Katja Eggers

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