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Lehrte Polizei ermittelt wegen versuchtem Totschlag
Umland Lehrte Polizei ermittelt wegen versuchtem Totschlag
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15:43 09.01.2019
In diesem Bereich an der Südstraße vor dem Schulzentrum haben die Angreifer ihr Opfer lebensgefährlich verletzt. Quelle: Sandra Köhler
Lehrte

Der Fall des 20-Jährigen, der am Sonnabendabend am Schulgelände an der Südstraße lebensgefährlich verletzt wurde, nimmt eine neue Wende: Die Polizei ermittelt jetzt nicht mehr wegen gefährlicher Körperverletzung, sondern wegen versuchten Totschlags. Das hat Philipp Hasse, Sprecher der Polizeidirektion Hannover, am Mittwoch bestätigt. Die Strafandrohung habe sich dadurch erheblich verschärft, sie liege nicht unter fünf Jahren Freiheitsstrafe, in besonders schweren Fällen sei auch lebenslang möglich. Ob Vorsatz im Spiel sei – der 18-jährige Begleiter des Opfers hatte von einer „Falle“ gesprochen – müssten später die Staatsanwaltschaft und das Gericht würdigen.

Inzwischen habe es auch einige Vernehmungen gegeben – gegen wen, wollte der Polizeisprecher nicht sagen. Auch zu dem spitzen Gegenstand, mit dem die Angreifer dem 20-Jährigen auf den Schädel geschlagen haben, könne er aus ermittlungstaktischen Gründen keine Angaben machen. Momentan gebe es aber keine Hinweise darauf, dass die Angreifer eine Schusswaffe dabei hatten, so wie es der Begleiter des Opfers ausgesagt hat. Sicher sei nur, dass einer von ihnen aus einer Tüte einen Gegenstand gezogen habe. Der 18-Jährige hatte sich vor seiner Flucht mit Pfefferspray zur Wehr gesetzt. Ob dies als Notwehr eingestuft wird, müsse ebenfalls die Staatsanwaltschaft entscheiden. „Da stehen wir noch ganz am Anfang“, sagt Hasse.

Der 18-Jährige traut sich unterdessen nicht mehr allein aus dem Haus. Seine Familie und ein Freund teilen sich den Fahrdienst, um ihn etwa zu seiner Arbeitsstelle zu bringen. Er war in Panik mit seinem Fahrrad geflüchtet, als die Situation am Sonnabend gegen 22 Uhr eskalierte. „Ich hatte Angst, dass ich aus der Situation nur tot oder im Krankenwagen rauskomme“, hatte er in einem Gespräch mit dieser Zeitung gesagt. Jetzt macht er sich Vorwürfe, seinen „Kumpel“ im Stich gelassen zu haben, der mit einem Schädel-Hirn-Trauma in einem Krankenhaus im künstlichen Koma liegt. Denn eigentlich habe der Angriff ihm gegolten. Er habe nun einfach Angst und oft Bauchschmerzen, verschließe jetzt alle Türen und schaue sich ständig um, ob er verfolgt werde.

Auch in den sozialen Medien wird die Tat diskutiert. „Das ist für mich versuchter Mord“, schreibt etwa Alice Rendelmann auf der Facebookseite der HAZ Lehrte. „Wenn sich eine Bande jemanden ,vornimmt’, dann nicht ohne Absicht, ihm etwas anzutun.“ Bianca Bibi Steffie fragt sich, warum manche nicht imstande seien, vernünftig miteinander zu sprechen, wenn es Probleme gebe: „Warum so sinnlose Gewalt unter gewissen Gruppen? Ich hoffe sehr, dass der schwer Verletzte schnell gesund wird.“

Weitere Meldungen von der Polizei und Feuerwehr in der Stadt Lehrte lesen Sie hier im Polizeiticker.

Von Oliver Kühn

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