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Lehrte Revue um Marlene Dietrich fasziniert das Publikum
Umland Lehrte Revue um Marlene Dietrich fasziniert das Publikum
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00:18 13.03.2019
Johnny Groffmann und Heinrich Thies erzählten mit Musik und Geschichten vom Leben der glamourösen Marlene Dietrich und ihrer braven Schwester. Quelle: Susanne Hanke
Immensen

Passend zum Motto der Veranstaltung startete die literarische Revue in der St-Antonius Kirche am Freitag mit dem Marlene-Dietrich-Stück „Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt“. Gesungen wurde diese Melodie von Johnny Groffmann und Heinrich Thies, die zwar der tiefen Stimme der Dietrich nahe kamen, dieses unverwechselbare Timbre jedoch nicht kopieren konnten.

Dafür aber enthüllte Thies die bewegende Geschichte der beiden Schwestern Marlene Dietrich und Elisabeth Will. Er sei von diesen beiden, so unterschiedlichen Charakteren elektrisiert gewesen, so der Schriftsteller Heinrich Thies über seinen Beweggrund, die Biografien von Marlene, der „feschen Lola“ und Elisabeth, der „braven Liesl“ zu beschreiben und zu Gehör zu bringen. Auch wohne er in der Nähe von Bergen-Belsen, wo Elisabeth, mit ihrem Mann ein Truppenkino betrieben habe. „Fesche Lola, brave Liesl“, so auch der Titel des Buches, beschreibt die Situationen der beiden Frauen während der NS-Zeit und darüber hinaus.

Johnny Groffmann lernt für Revue das Spielen auf Akkordeon

Eingebunden in eine Rückschau auf die wunderbaren Lieder und Filme der Dietrich, begleitete Johnny Groffmann die literarische Revue. Er habe extra dafür das Akkordeon spielen gelernt, um so authentisch wie möglich den bekannten Titel „Lilli Marleen“ zu gestalten, verriet Groffmann. Thies hingegen, als begnadeter Erzähler, ließ die beiden Frauen vor dem inneren Auge der Zuhörer Gestalt annehmen. Aufgewachsen in einer preußischen Familie, entdeckt die Jüngere, Marlene, schon bald ihre Vorlieben, geht gerne auf den „Bummel“, treibt Scherze mit den Jungen, während Liesl dicke Bücher liest. Marlene nennt sie „Tugendmoppel“, zitierte Thies aus ihrem Tagebuch.

Geschickt verband Thies an dem Abend immer wieder Zitate aus seinem Buch mit den Tagebuch-Einträgen der Schwestern und freier Erzählung, die im Verbund mit der musikalischen Nachbereitung ein literarisches Rundum-Vergnügen bot. Thies schilderte so den Aufstieg von Marlene Dietrich zum Weltstar, ihre unzähligen Affären und im Gegensatz dazu, Elisabeth, die als Lehrerin ausgebildet, Hausfrau und Mutter wurde, um sich ihrem Mann unterzuordnen. Während die Dietrich gegen die Nazis agierte und den amerikanischen Soldaten moralische Unterstützung gab, bot Liesl mit ihrem Mann im Truppenkino Unterhaltung für die deutschen Soldaten und erlebte den Aufbau des Konzentrationslagers mit.

Literarische Begegnung begeistert Besucher in der Kirche

Im Alter blieben jedoch beide allein. Liesl hörte die Platten von ihrer Schwester und Marlene verfiel nach einer Brustkrebs-OP Medikamenten und dem Alkohol. „Wenn dein Herz dir auch bricht, zeig ein lächelndes Gesicht“ - damit klang diese literarische Begegnung zweier Frauenschicksale aus, die von den Zuhören intensiv aufgenommen wurde und begeisterte.

Von Susanne Hanke

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