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Lehrte Wieder Ärger um Ausbau der Backhausstraße
Umland Lehrte Wieder Ärger um Ausbau der Backhausstraße
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14:47 08.03.2019
So breit müsste der Fußweg an der Nordseite eigentlich sein, meinen Hans-Alfred Riggers (links) und Heinrich Rasche. Mit Rollator oder einem Fahrrad komme man hier nun kaum noch durch. Quelle: Patricia Oswald-Kipper
Ahlten

Beim Ausbau der Backhausstraße in Ahlten droht neuer Ärger: Bei der Anlage der Fußwege wurde offensichtlich geschlampt.

An der Backhausstraße werden aktuell die Borde für die Fußwege und die Haltebuchten gesetzt. Quelle: Patricia Oswald-Kipper

Als Anwohner Hans-Alfred Riggers vor zwei Tagen die Abmaße der neuen Fußwege gesehen hat, konnte er es kaum glauben. „Das sieht man auch ohne Zollstock, dass das alles überhaupt nicht passt“, sagt Riggers. Vor allem der Fußweg an der Nordseite sei viel zu schmal, meint der Ahltener. Dort hat der Bürgersteig knapp einen Meter Breite. Zusätzlich ragen in Abständen von rund 15 Metern die Masten der Straßenlaternen in den Fußweg hinein – dort hat der Fußweg dann nur knapp 80 Zentimeter Breite. „Wie soll man dort mit einem Rollstuhl durchkommen – das ist doch unmöglich“, meint Riggers.

Auch Kinder mit dem Fahrrad hätten dort Probleme. Der schmale Weg stelle nun eine Unfallgefahr dar. Die aktuellen Maße passten zudem überhaupt nicht mit den Plänen für den Ausbau der Straße überein. Dort sei der Weg mit einer Breite von 1,75 Metern angegeben.

Anwohner sprechen von Schildbürgerstreich

Zusammen mit Anwohner Heinrich Rasche hat Riggers nun beide Fußwege exakt vermessen. „Da stimmt alles hinten und vorne nicht“, bestätigt Rasche. Während der eine Fußweg an der Nordseite viel zu schmal sei, sei der an der Südseite viel zu breit. Letzterer misst statt der angegebenen 1,70 Meter nun 2,10 Meter. „Das ist doch ein Schildbürgerstreich“, sind sich Rasche und Riggers einig. Zumal die Anwohner den Bürgersteig an der Südseite lieber ganz weggelassen hätten. Vor dem millionenteuren Ausbau der Straße hatte es dort einen schlichten Grünstreifen gegeben – den hätten sie gerne behalten. „Doch die Stadt wollte den zweiten Fußweg unbedingt“, sagt Riggers. Fachleute der Stadt hätten den Anwohnern daraufhin erklärt, dass dafür eine Breite von 1,70 Meter die Norm sei, erinnert er sich.

Der fertige Gehweg an der Südseite misst rund 2,10 Meter. Viel zu breit, meinen Hans-Alfred Riggers (links) und Heinrich Rasche. Quelle: Patricia Oswald-Kipper

Was die beiden Anwohner, die in der Interessengemeinschaft Backhausstraße organisiert sind, nun am meisten stört, ist der Umgang mit der Sache bei der Stadt. „Wir haben darauf hingewiesen, doch das Ganze wurde einfach abgetan, es hat keinen interessiert“, sagt Rasche. Dabei habe die Stadt nach dem anfänglichen Ärger um die Straße wegen Abholzung von Bäumen und hohen Straßenausbaubeiträgen den Anwohnern versichert, künftig enger mit ihnen zusammenarbeiten zu wollen. Der anfängliche Optimismus der Anwohner sei nun wieder gebremst, so die beiden Ahltener.

Ortsbürgermeisterin Koehler fordert Klärung von der Stadt

Ahltens Ortsbürgermeisterin Heike Koehler hat sich das Problem am Freitag angeschaut. „Wenn in den Haltebuchten Autotüren geöffnet werden, kann man als Fußgänger dort jetzt nicht mehr gehen“, sagt sie. Und Anwohner der Nordseite könnten wegen des engen Fußwegs davor nur beschwerlich von ihrem Grundstück kommen – mit einem Fahrrad oder einem Rollator werde es in dem schmalen Abschnitt ganz schwierig.

Der Fußweg an der Nordseite der Backhausstraße ist zu schmal. Mit einem Fahrrad oder einem Rollator kommt man kaum noch aus der Grundstückspforte heraus. Quelle: Patricia Oswald-Kipper

„Das kann so nicht bleiben“, ist Koehler überzeugt. Sie hat mit dem zuständigen Fachdienstleiter für Anfang nächster Woche bereits einen Ortstermin zur Klärung vereinbart.

Rathaussprecherin Nele Domin schließt einen Fehler beim Vermessen der Straße nicht aus: „Wir werden das nächste Woche überprüfen.“ Diesen Bereich der Backhausstraße habe die Stadt noch nicht abgenommen. Die dafür zuständige Firma könne den Fehler deshalb noch beheben. „Es ist alles noch im Bau, da lässt sich das noch korrigieren“, beruhigt Domin.

Von Patricia Oswald-Kipper

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