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Umland Lehrte Nachrichten Massiver Schulausfall macht Eltern Sorgen
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00:23 22.03.2018
Die Unterrichtsversorgung an der Aueschule - hier der Standort Steinwedel - gestaltet sich in diesem Schuljahr problematisch. Quelle: Sandra Köhler
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Aligse/Steinwedel 

 In der Aueschule Aligse-Steinwedel herrscht derzeit dicke Luft. Eine massive Krankheitswelle im Kollegium hatte dafür gesorgt, dass nach Ansicht der Eltern der Unterricht vom Herbst bis zum Halbjahr ziemlich auf der Strecke geblieben war. Nur noch drei von acht Lehrkräften seien gesund gewesen, schildert die Schulelternratsvorsitzende Birte Zellmer: „Wir wollen wissen, wie es jetzt weitergeht. Und zwar nicht nur nach den Sommerferien, sondern auch langfristig.“ 

Auch die Schulleiterin habe zu den Langzeiterkrankten gehört, sagt Zellmer. Entsprechend seien zweite und dritte Klassen beispielsweise gemeinsam unterrichtet worden, etwa in Musik, Sport und Kunst. Der Hausmeister sei zeitweise wie ein pädagogischer Mitarbeiter in den Vertretungsplan eingebunden gewesen. Die Zweitklässler hätten nach eineinhalb Jahren Schule bereits die dritte Klassenlehrerin. Und Dritt- und Viertklässler seien im Hinblick auf den Wechsel auf die weiterführenden Schulen massiv gehandicapt. 

Dabei habe die frühere Schulelternratsvorsitzende schon vor dreieinhalb Jahren wegen einer ähnlichen Situation einen Brief an das Kultusministerium geschrieben. „Den könnten wir eins zu eins so wieder losschicken“, verdeutlicht Zellmer. Diese Zustände haben die Eltern von vier Kindern so unzumutbar gefunden, dass sie ihre Zöglinge auf Privatschulen gegeben haben. „Und das waren Eltern, die sich als Elternvertreter oder im Schulvorstand engagiert hatten, das sagt Einiges.“ Ihr sei von drei Familien bekannt, dass diese mit Blick auf die anstehenden Einschulungen eine Ausnahmegenehmigung für eine Beschulung außerhalb der zuständigen Aueschule beantragt haben. 

Zellmer will ihre Kritik nicht falsch verstanden wissen: „Die Lehrerinnen, insbesondere die stellvertretende Schulleiterin Frau Heine, haben getan was sie konnten.“ Zumindest die Betreuung  an der verlässlichen Grundschule sei stets gewährleitet gewesen. Mittlerweile habe sich die Lage nicht zuletzt durch zwei Abordnungen wieder entspannt, sagt die Schulelternratsvorsitzende. Nichtsdestotrotz gehe es darum, dass die Aueschule auch „in vier, fünf, sechs Jahren noch zukunftsfähig sein muss und soll“. Entsprechend bemühe sie sich, alle Beteiligten – Ute Mauser-Voges, die die Aueschule vorerst kommissarisch leitet, das Kollegium und auch die Stadt – an einen Tisch zu bringen und offen und konstruktiv  miteinander zu reden. Zudem hat der Schulelternrat eine Elternumfrage  erhoben. „Die wird jetzt ausgewertet. Und dann wissen wir auch, was sich die Eltern wünschen und was sie brauchen.“ 

Unterrichtsversorgung bis zum Sommer gesichert

Für die Eltern hat Oliver Brandt, Dezernent der Landesschulbehörde Niedersachsen, nun eine gute Nachricht. „Die Unterrichtsversorgung an der Aueschule ist zumindest bis Ende des Halbjahres gesichert.“ Die Dinge hätten sich im Verlaufe des Schuljahres einfach „denkbar ungünstig“ entwickelt. Zu Beginn im August sei die Unterrichtsversorgung bei mehr als 100 Prozent gewesen. Doch  zahlreiche, mehrmals verlängerte Krankmeldungen sowie ein Beschäftigungsverbot aufgrund einer Schwangerschaft hätten die Lage schlagartig verschärft. „Hinzu kommt, dass zwei Stellen nicht besetzt werden konnten, da es keine Bewerber gab“, erläutert Brandt. Im Falle einer weiteren Stelle, die eigentlich zum 1. Februar besetzt werden sollte, „fehlen halt 28 Stunden, die kann man nicht einfach von jetzt auf gleich kompensieren“. Mit mehreren Abordnungen von verschiedenen Schulen habe er bereits zum Schuljahresbeginn versucht gegenzusteuern. Brandt hofft, die Problematik für die Zukunft auch mit Umordungen aus anderen Landkreisen in den Griff zu bekommen. „Dafür müssen wir nicht ausschreiben.“ 

Nachdem die bisherige Schulleiterin um ihre Entpflichtung aus dem Schuldienst gebeten habe, soll die Leitungsstelle an der Aueschule nun ausgeschrieben werden. So lange übernimmt Ute Mauser-Voges, Schulleiterin der Grundschule Lehrte-Süd, die kommissarische Leitung.ks

Von Sandra Köhler

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