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Nachrichten Kampfabstimmung: Rat segnet Baugebiet in Ahlten ab
Umland Lehrte Nachrichten Kampfabstimmung: Rat segnet Baugebiet in Ahlten ab
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15:04 25.02.2018
Ablehnung wegen der zulässigen Geschosshöhe: Die Opposition im Rat der Stadt Lehrte sagt Nein zu den Plänen für das neue Ahltener Baugebiet. Quelle: Achim Gückel
Lehrte

 Die Stadt tritt bei der Ausweisung von Neubaugebieten ordentlich auf das Gaspedal. Nach den Flächen „Im See“ am Rand von Arpke und der Bebauung der Feierabend-Kleingärten an der Manskestraße hat er am Mittwochabend das dritte Großprojekt innerhalb von zweieinhalb Monaten endgültig auf den Weg gebracht – das Baugebiet „Hannoversche Straße Nord-Ost“ in Ahlten.

Das geschah jedoch allein mit den Stimmen der Ratsmehrheit aus SPD, Grünen und Die Linke. Die Opposition  aus CDU, Pirat, FDP und AfD stimmte wegen eines seit Monaten umstrittenen Details mit Nein. In dem Baugebiet werden Häuser mit einer Höhe von bis zu drei Geschossen (14 Meter) zugelassen. Das hatte der Ortsrat Ahlten, in dem die CDU das Übergewicht hat, mehrheitlich nicht gewollt. Vor der Entscheidung im Rat war es noch zu einer heftigen Debatte gekommen.

Gleich zu Beginn der Diskussion hatte Bürgermeister Klaus Sidortschuk das Wort ergriffen. Er sprach davon, dass dieser Tag „ein guter“ für Ahlten werden könne und sagte, er finde es unerfreulich, dass der Bebauungsplan offenbar nicht in großem Einvernehmen abgesegnet werden könne. Sein Appell zur Einigkeit blieb ungehört, es folgte eine heftige Kontroverse, in der es insbesondere um mögliche soziale Probleme durch Geschosswohnungsbau und den Einfluss eines Ortsratsvotums auf die Entscheidung im Rat ging.

Es gehe nicht allein um „eine optische Sache“, sagte der Ahltener Jörg Posenauer (CDU). „Wir planen eine gewaltige Menge an Häusern“, monierte er und zitierte eine Studie, aus der hervorgeht, dass eine Ballung von Menschen in Hochhäusern soziale Probleme begünstige. Der Christdemokrat erntete heftigen Widerspruch. „Ich halte das für großen Unsinn“, sagte Sidortschuk. Es gehe schließlich nur um die Option auf Dreigeschossigkeit. Das seien keine Hochhäuser. Der Ahltener Timo Bönig (SPD) bezichtigte Poseauer, „glatten Unfug“ zu erzählen und den Menschen in Ahlten  Angst machen zu wollen. Vielmehr müsse es darum gehen, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Der Bau von Mehrfamilienhäusern sei im Übrigen im gemeinsam beschlossenen Integrierten Stadtentwicklungskonzept ausdrücklich als gewollt festgesetzt, sagten mehrere Sprecher der Ratsmehrheit.

Ronald Schütz (Grüne) sagte schließlich, Ahlten werde mit Dreigeschossern im Neubaugebiet sicher nicht „in die Kriminalitätsfalle tappen“. Und sein Fraktionskollege Carsten Milde betonte, er sei „erschüttert und fassungslos“ darüber, dass die Opposition „Menschen, die günstigen Wohnraum haben wollen, ausgrenzt“.

Schütz betonte auch, er nehme das Votum des Ortsrats ernst. Im Rat gehe es aber darum, die gesamte Stadt im Auge zu behalten. „Und warum sollten wir Ahlten anders behandeln als Arpke?“, fragte er. Im dortigen Baugebiet „Im See“ ist ebenfalls der Bau von Dreigeschossern möglich.

Die CDU hielt dagegen. Der Ortsrat in Ahlten wolle halt mehrheitlich etwas Anderes, und diesem Umstand müsse man Rechnung tragen, betonte Armin Hapke. Ralf Wengorsch warnte davor, den Beschluss aus dem Ortsrat nun im Rat einfach von Tisch zu fegen: „Das ist nicht in Ordnung.“ CDU-Fraktionschef Hans-Joachim Deneke-Jöhrens versuchte indes, die Wogen zu glätten. Er sei sicher, dass in Ahlten in Sachen Integration der Neubürger alles funktionieren werde. Auch mit Dreigeschossern. Es stünde dem Rat aber besser zu Gesicht, Einvernehmen mit dem Ort zu schaffen. „Wir vertreten hier auch die Ahltener Bürger. Und die wollen das nicht“, sagte der Christdemokrat.

Von Achim Gückel

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