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Umland Lehrte Nachrichten Bei der Megahub-Party haben die Gäste viele Fragen
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00:44 19.05.2018
Günther Raulf (von links), Otto Hartmann und Wilfried Laskowsky sind aus Sehnde und Ilten zur Megahub-Baustellenparty gekommen . Sie finden, das Millionenprojekt ist eine große Chance. Quelle: Sandra Köhler
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Ahlten

 Am Dienstagmittag hat es mit viel politischer Prominenz den offiziellen Startschuss des Millionenprojekts gegeben. Am Nachmittag und Abend durften sich dann die Bürger über das zwischen Lehrte und Ahlten entstehenden Containerterminal Megahub informieren. Auf einer Fläche am Eisenbahnlängsweg hatte die Bahn eine Baustellenparty organisiert. Kaffee, Kuchen und Bratwürstchen waren dabei aber nur eine Zugabe.  „Wir sind hier, um das Projekt vorzustellen und beantworten gern spezielle Fragen“, sagte der technische Projektleiter Andreas Witzel: „Außerdem gibt es Vorträge zum Umwelt- und Artenschutz.“ Mehrere hundert Gäste nutzten diese Gelegenheit.

Das Interesse an den Einzelheiten des Containerterminals, das die DB Netz AG auf dem Gelände des früheren Rangierbahnhofs jetzt errichtet, war bei vielen Besuchern groß. „Das ist ja schon eine gewaltige Veränderung für Lehrte, da wollte ich mehr wissen. Und ich find es gut, dass die Bahn so eine Veranstaltung für Bürger anbietet“, sagte einer der Gäste. Entsprechend löcherte er Witzel mit Fragen unter anderem zur Technik, mit der die Container im Megahub bewegt werden sollen.

 Dass der mögliche Lärm vom Megahub vielen Bürgern Sorgen macht, wurde auch bei dem Fest sehr deutlich. Ein Gast schilderte Erfahrungen aus dem Hamburger Hafen, wo das Verladen der Container sehr schnell gehen müsse und es mitunter ziemlich laut krache. Das sei im Megahub nicht denkbar, entgegnete Witzel: „Der letzte Meter beim Verladen wird manuell per Joystick gesteuert.“

Fragen gab es auch zum Lieferverkehr mit Lastwagen. Ob der denn durch die Dörfer rollen werde. Mitnichten, beruhigte der kaufmännische Projektleiter Dirk Döbber: „Das soll alles über die Autobahn 2 laufen. Deswegen haben wir eine eigene Straße als Zufahrt zum Megahub gebaut, die geht direkt zur Westtangente.“ Bei Stau, schränkte Witzel ein, könne man allerdings nicht dafür garantieren, welchen Weg sich die Lastwagenfahrer suchten. Auch das Problem Lärm lasse sich nicht totschweigen: „Das ist heute schon mehrfach angesprochen worden“, gab Döbber bereits eine Stunde nach Beginn des Baustellenfests zu.

Viele Besucher sehen im Megahub aber auch große Chancen für die heimische Wirtschaft. Günther Raulf aus Sehnde etwa, der mit seinen Bekannten Otto Hartmann und Wilfried Laskowsky aus Ilten nach Lehrte gekommen war und kräftig mit Maik Schulze, seines Zeichens Lokführer aus Lehrte, fachsimpelte. „Wir finden, das ist eine gute Sache und eine Chance für Zukunft“, sagte Raulf. In Deutschland herrsche zu viel Angst vor großen Projekten. Und er als Maschinenbauer interessiere sich vor allem für die technischen Einzelheiten des Megahub. Laskowsky als Speditionkaufmann sieht im Megahub insbesondere Chancen für die Logistikbranche und für die Schaffung neuer Arbeitsplätze.

Wer sehen will, wie der Megahub jetzt wächst, kann dies von einer Aussichtsplattform am Eisenbahnlängsweg aus tun. „Die bleibt bis Dezember nächsten Jahres stehen“, kündigte Döbber an. Und wer den Weg zur Plattform scheut, kann auch das Internet bemühen: Eine an der Westtagente befestigte Webcam wird demnächst Livebilder senden. 

Baustellenparty zum Megahub

Lärm und Lastverkehr: Minister sagt Gespräch zu

Vertreter der Bahn, Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann und der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Enak Ferlemann, haben den Bau des Megahub am Dienstag mit großen Worten gefeiert. Der Kampf vieler Ahltener Bürger um einen besseren Lärmschutz und den Ausbau der Landesstraße 385 geht indes weiter. Die Initiative Megaleise hat dafür eine Klage beim Verwaltungsgericht eingereicht. Der CDU-Ortsverband hat am Dienstagmittag Briefe mit entsprechenden Forderungen an Althusmann und den Konzernbevollmächtigten der Bahn, Ulrich Bischoping, übergeben. Eine erste Reaktion darauf gibt es bereits. Althusmann sagte spontan ein persönliches Gespräch zu.

In einer Pressemitteilung räumen die Ahltener Christdemokraten nun zwar ein, dass der Megahub ein herausragendes Infrastrukturprojekt sei. Aus Sicht der Menschen in der Nachbarschaft und der Kommunalpolitik stelle die Anlage aber „zunächst einmal eine Beeinträchtigung der Umwelt und Lebensqualität“ dar. Akzeptanz für solche Großprojekte bekomme man in der Nachbarschaft nur durch beiderseitige Offenheit.

Die CDU fordert außerdem ein „Optimum an Schutz der berechtigten Bedürfnisse der Menschen“. Auf die vollmundigen Reden bei der Feierstunde am Dienstagmittag reagieren die Christdemokraten außerdem mit einer Spitze: In den Worten der Vertreter des Bundes und des Bahnkonzerns wäre nicht nur Euphorie für den Bau des Megahub, sondern auch für die Lärmschutzbelange der Menschen wünschenswert gewesen.

Konkret fordert die Ahltener CDU eine „Abdichtung des Lärmkorridors in Richtung Ahlten“, also einen ausreichend dimensionierten und bepflanzten Wall am Rand des Containerterminals. Wie dieser genau aussehen müsse, sollten Ingenieure in Zusammenarbeit mit örtlichen Akteuren ermitteln.

Darüber hinaus geht es den Christdemokraten um den zunehmenden Lastverkehr auf den An- und Abfahrtrouten des Megahub, konkret um die Landesstraße 385. Diese sei als Umleitungs- und Zubringerstrecke schon jetzt überaus stark belastet und habe „keinen angemessenen Ausbauzustand“. Von Althusmann fordern die Christdemokraten aus Ahlten nun Planungen für den Ausbau der Landesstraße und des Unfallschwerpunkts an der Einmündung der Kreisstraße Am Rehwinkel.

Von Sandra Köhler

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