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Nachrichten Jäger befürchten Einschleppen der Schweinepest
Umland Lehrte Nachrichten Jäger befürchten Einschleppen der Schweinepest
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00:25 30.03.2018
Friedel Siekmeier (rechts) informiert Hartmut Scholz und dessen Hegering über bleifreie Munition Quelle: privat
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Bilm

Bei den Landwirten ist die drohende Afrikanische Schweinepest bereits ein großes Thema. Aber auch die Jägerschaft in Sehnde und Lehrte beschäftigt die Krankheit. Jetzt hat sich der Hegering des Großen Freien, in dem Jagdpächter aus Sehnde, Lehrte und Hohenhameln organisiert sind, mit dem Thema befasst. Der stellvertretende Hegeringleiter Jürgen Kollecker hob in seiner Jahresbilanz bei der Jahresversammlung in Bilm hervor, dass sich die Jägerschaft der Herausforderung der Afrikanischen Schweinepest stellen müsse.

Die Tierkrankheit sei im vergangenen und in diesem Jahr bereits im Baltikum, in Polen und in Tschechien aufgetreten. Eine Infektion mit dem Virus ende für ein betroffenes Wild- oder Hausschwein fast immer tödlich, gab Kollecker zu bedenken. „Die Tiere verenden teilweise schon 48 Stunden nach einer Infektion.“ Die Krankheit sei nicht auf den Menschen übertragbar, aber betroffene Tierbestände müssten getötet werden, und das Fleisch dürfe nicht mehr verwendet werden.

Die Krankheit sei zwar in Deutschland noch nicht aufgetreten, aber die Jägerschaft befürchtet, ähnlich wie die Landwirte, dass der Erreger durch Reisende aus osteuropäischen Ländern, etwa Lkw-Fahrer, eingeschleppt werde. Das Virus könnte über Wurst- und Fleischwaren, die etwa am Rand von Autobahnraststätten weggeworfen würden, eingeschleppt werden. Die infizierten Waren könnten von Wildschweinen gefressen werden, die sich so ansteckten. Um diesen Infektionsweg einzudämmen, sei inzwischen die Schonzeit für Wildschweine aufgehoben worden.

Die ersten Zahlen für das laufende Jahr deuteten auf eine erhebliche Steigerung der erlegten Tiere hin als die üblichen rund 3300 Wildschweine jährlich, hieß es auf der Versammlung. „Die Jagd darf aber nicht zur Schädlingsbekämpfung werden“, mahnte Kollecker. „Nicht jede technische Neuerung wie Infrarot- oder Wärmebildkameras müssen eingeführt werden.“

Das Thema Schweinepest dominierte zwar die Versammlung, aber darüber hinaus ging es auch um das Thema der bleifreien Munition. Diese wird immer häufiger in Jagdpachten aus Gründen des Umweltschutzes vorgeschrieben, ist aber bei den Jägern umstritten. Friedel Siekmeier, Munitionsexperte aus Rotenburg, versicherte in einem Vortrag, dass bleifreie Munition trotz der höheren Härte genauso sicher wie bleihaltige verwendet werden kann.

Bei der Versammlung wurde der Vorstand des Hegerings um dessen Vorsitzenden, den Lehrter Hartmut Scholz, einstimmig wiedergewählt.

Von Michael Schütz

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