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Umland Lehrte Nachrichten Szenetreff im Hof: Drobel-Pläne kommen voran
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00:17 01.10.2017
Im Gespräch als neuer Szenetreff: Drogenabhängige und Alkoholiker könnten sich künftig auf dem Innenhof der Drobel treffen. Quelle: Katja Eggers
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Lehrte

Nachdem die Deutsche Bahn den früheren Treff der Süchtigen an der Bahnhofstraße im vergangenen Jahr mit einem Zaun abgesperrt hatte, war die Mehrheit der Betroffenen auf die Grünfläche hinter dem Rathaus ausgewichen. Einige hatten sich aber auch weiterhin hinter dem Zaun der Bahn getroffen.

Thomas Tschirner, Leiter der Fachstelle für Sucht und Suchtprävention Drobel, möchte schon seit einiger Zeit, dass sich die Szene in Zukunft im Innenhof seiner Einrichtung an der Bahnhofstraße aufhält. Ein Durchbruch vom Drobel-Café zum Hof war erst kürzlich bei einem "Sommereinsatz" von HAZ und Sparda-Bank geschaffen worden. "Auf dem Hof können wir ein Auge auf unser Klientel haben und unterstützen", sagt Tschirner. Ohne Betreuung sei hingegen mit mehr ordnungswidrigen und gesundheitsgefährdenden Situationen in der Szene zu rechnen, heißt es seinem Konzept.

Auf dem Areal der Bahn hatte die Drobel den Süchtigen einen kostenlosen Spritzenaustausch angeboten und regelmäßig deren Konsumartikel und Müll eingesammelt. Durch die räumliche Nähe zur Drobel konnten die Mitarbeiter bei gewalttätigen Auseinandersetzungen und Notfällen zudem zügig einschreiten. "Wenn die Szene jetzt anderswo vertrieben wird, gehen diese Interventionsmöglichkeiten verloren", betont Tschirner.

Eine Umfrage unter den Drobel-Besuchern hatte ergeben, dass mehr als 80 Prozent den Drobel-Hof als neuen Treffpunkt annehmen würden. Der Zugang wäre über das Drobel-Café möglich. Dessen bisherige Öffnungszeiten müssten dann aber verlängert werden. Dafür bräuchte die Dobel mehr Personal. Tschirner kann sich zunächst ein einjähriges Testprojekt mit zwei 450-Euro-Kräften vorstellen.

Den Hof möchte die Drobel zudem mit Sitzgelegenheiten ausstatten. Für die einjährige Testphase hat Tschirner rund 16.000 Euro veranschlagt. Zuschüsse könnte die Stadt geben, hofft er. Weil von den Drobel-Besuchern lediglich 40 Prozent aus Lehrte und die restlichen unter anderem aus Sehnde, Burgdorf und Uetze kommen, will Tschirner zudem bei der Region anfragen. Die Lehrter Stadtverwaltung arbeitet unterdessen schon an einer Beratungsvorlage für die politischen Gremien. Sie werden sich demnächst mit dem möglichen Szenetreff im Hinterhof sowie deren möglichen Nutzen und Kosten beschäftigen.

Von Katja Eggers

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