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19:26 31.08.2014
Gute Stimmung in Zytanien: Die Gruppe Analogue Birds bringt die zahlreichen Festivalbesucher auf dem ehemaligen Fabrikgelände bei Immensen zum Tanzen. Quelle: Sabine Szameitat
Immensen

Obwohl diesmal rein gar nichts an die lauen Sommerabende des Vorjahrs erinnerte, ließen sich die fast 2500 Besucher, die teils von weit her angereist waren, die gute Stimmung nicht vermiesen. Allerdings waren etliche froh, nicht auf dem Zeltplatz übernachten zu müssen, auf den immer wieder Regengüsse herniedergingen: Ein bequemes Bett in einem trockenen Quartier war diesmal recht gefragt.

Die Besucher trotzten am Wochenende dem wahrhaft schaurigen Wetter und hatten Spaß dabei – auch mit skurrilen Aktionen. „Scheiß auf Schwerkraft“ nannten einige eine spontane Einlage, bei der sie weiße Luftballons in den grauen Himmel steigen ließen.

Miguel aus Mexiko und Sören aus Hannover unterhielten die Besucher auf ihre Weise: Ohne Vorankündigung führten sie einen ritualisierten Ringkampf mit mehreren Runden vor, bei dem es darum ging, dem Gegner die Maske vom Kopf zu reißen.

Wenig später wäre so eine Showeinlage kläglich gescheitert. Ein Wolkenbruch tränkte die Erde und durchnässte die Festivalbesucher, von denen sich etliche bunt und hippiemäßig gekleidet hatten. Zylinder, Strohhüte und an einen Drachenkopf erinnernde Filzkappen waren ebenso zu sehen wie Piratenkappen, Uno-Blauhelme, Bauernmützen und Turbane. Beim sturzbachartige Regen schleppten einige Besucher ein Partyzelt vor die Bühne, um darunter die Musik der Gruppe Eljot Quent aus Hamburg genießen zu können.

„Grandios“ fand Steffi aus Wunstorf das Musikprogramm. Sie war erst zum zweiten Mal bei dem Festival in Zytanien, ihre Freundin Rebekka bereits zum fünften oder sechsten Mal.

„Es gibt in diesem Jahr weniger Kinder als sonst“, stellte Kim Bläß fest. „Aber vielleicht mögen manche ihre Kinder nicht mitbringen, weil es ihnen zu laut ist.“ Die Jüngsten und deren Eltern, die dennoch gekommen waren, nutzten das Angebot, fuhren im Karussell, jonglierten oder bauten mit 8000 Klötzen meterhohe Türme.

Die Erwachsenen amüsierten sich, indem sie Besucher Thomas beim öffentlichen Haareschneiden zusahen oder sich mit Zwiebelschneiden eine Suppe verdienten. Suppenkoch Kalle aus Bremerhaven hatte vor Jahren in Zytanien seinen Beruf gefunden. Der gelernte Ergotherapeut und Chemikant hatte 1996 zusammen mit anderen hungrigen Festivalbesuchern auf dem Zeltplatz übrig gebliebene Gemüsevorräte erbettelt und in der Grillbude versucht, daraus eine Suppe zu kochen. Inzwischen hat er Übung und tingelt mit seinem Stand „Kalles Küche“ von Festival zu Festival.

Polizei stoppt Autofahrer

Mehr Polizeipräsenz als im Vorjahr nahm etlichen Festivalbesuchern die Lust am Feiern. Insgesamt 16 Beamte aus Lehrte, Burgdorf und Hannover kontrollierten zusammen mit Rauschgiftspür- und Sprengstoffsuchhunden die Fahrzeuge bereits bei der Anreise. Nach Polizeiangaben wurden bis zum Festivalstart um 17 Uhr am Freitag neun Fahrer unter Drogen- und einer unter Alkoholeinfluss an der Weiterfahrt gehindert.

Von Sabine Szameitat

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