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Nachrichten Feuerwehr hat so viele Alarmierungen wie noch nie
Umland Lehrte Nachrichten Feuerwehr hat so viele Alarmierungen wie noch nie
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16:35 02.01.2018
Der folgenreichste Brand des zurückliegenden Jahres: Die Turnhalle in Lehrte Süd brennt vollständig aus. Quelle: Foto:Christian Elsner HAZ / NP
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Lehrte

 Die Freiwilligen Feuerwehren im Stadtgebiet haben ein Rekordjahr hinter sich. In 2017 wurden sie so häufig alarmiert wie noch nie zuvor. Insgesamt 757 Einsätze stehen laut Statistik von Stadtbrandmeister Jörg Posenauer für die abgelaufenen zwölf Monate zu Buche. Das sind 54 Prozent mehr als 2016. Während jedoch die Anzahl der Brandeinsätze nahezu konstant blieb, schnellten die Anforderungen für nachbarschaftliche Hilfe und technische Hilfeleistungen dramatisch in die Höhe.

Feuer Lehrte Timber Pak Quelle: UWE DILLENBERG

Zahlreiche schwere Verkehrsunfälle, mehrere Großbrände, komplizierte und personalaufwendige ABC-Einsätze, Rettungseinsätze auf den Autobahnen 2 und 7: Das Jahr 2017 hat für die Feuerwehren im Lehrter Stadtgebiet wieder die gesamte Palette der möglichen Szenarien bereit gehalten. Im Bewusstsein der Öffentlichkeit haben sich dabei vor allem der Großbrand der Turnhalle am Schulzentrum Süd in Lehrte sowie die zwei spektakulären Feuer bei der holzverarbeitenden Firma Timberpak am Ostrand der Kernstadt verankert. Dabei mussten die Lehrter Einsatzkräfte teils auch auf Unterstützung aus Burgdorf, Sehnde und Hannover zurückgreifen. Große Sorgen macht dem Stadtkommando der Lehrter Feuerwehr aber die rapide steigende Zahl der Hilfeleistungen.

Die Anzahl der technischen Hilfeleistungen, zu denen etwa Türöffnungen gehören, stieg von 188 im Jahr 2016 auf 299 in 2017 an. Damit habe man etwa das Niveau des Jahres 2015 erreicht, als es einen ähnlichen Boom an Hilfeleistungen gab, verdeutlicht Posenauer. „Diese Zahlen schwanken von Jahr zu Jahr stark“, sagt er. Besorgnis erregend ist jedoch die Anzahl der sogenannten nachbarlichen Hilfen. Damit sind jene Einsätze gemeint, bei denen Ortsfeuerwehren bei einem Alarm keine vollständigen Einsatzgruppen zusammenbekommen und daher Hilfe aus Nachbarorten angefordert werden muss. 2016 gab es 117 solche Anforderungen bei Nachbarfeuerwehren, in den abgelaufenen zwölf Monaten waren es exakt doppelt so viele (234).

Diese enorme Steigerung sei ein Indiz dafür, dass es immer schwieriger werde, tagsüber die notwendigen Einsatzkräfte vorzuhalten, meint Posenauer. Die sogenannte Tagesalarmsicherheit im gesamten Stadtgebiet bleibe das „Sorgenkind“ der Lehrter Feuerwehr. Man sei dringend auf die hauptamtlichen Gerätewarte angewiesen, die nach Fertigstellung der neuen Feuerwache an der Schützenstraße dort eingestellt werden sollen, betont der Stadtbrandmeister.

Ein enormes Plus gab es im vergangenen Jahr auch bei den Fehlauslösungen durch Brandmeldeanlagen in Firmen und Rauchmeldern in Privathäusern. Dabei spiegelt sich unter anderem wider, dass die meisten Hausbesitzer mittlerweile auf derartige Meldeanlagen setzen. Hier gab es ein Plus von 40 Prozent auf 83 Einsätze.

Acht Feuerwehrleute lassen sich speziell in der Absturzsicherung ausbilden. Quelle: Stadtfeuerwehr Lehrte

Posenauer freut sich indes auch über eine Neugründung. Die Stadtfeuerwehr hat die „Einsatzgruppe Absturzsicherung“ auf die Beine gestellt. Acht Feuerwehrleute aus Lehrte, Hämelerwald, Steinwedel und Arpke haben eine spezielle Ausbildung erhalten, um weitere Kameraden in der Sicherung bei Höheneinsätzen zu schulen. Das betrifft insbesondere jene Feuerwehrleute, die in Drehleitern oder bei Einsätzen auf Flachdächern gefordert sind. Ihren ersten Ernstfall hatten die Spezialisten bereits bei einem Gebäudebrand, bei dem sie die Feuerwehr Burgdorf unterstützten.

Anzahl der Aktiven steigt leicht an

Die Anzahl der aktiven Feuerwehrleute im Stadtgebiet steigt wieder leicht an. Zurzeit sind es 441 (374 Männer und 67 Frauen), die diesen freiwilligen Dienst versehen. Das sind sieben mehr als vor Jahresfrist. Wesentlich zu dieser Steigerung beigetragen hat ein Boom bei der Ortsfeuerwehr der Kernstadt. Dort stieg die Anzahl der aktiven Kräfte innerhalb eines Jahres um 15 Personen auf jetzt 81 an. In Hämelerwald gab es zwei Neuzugänge, sagt Stadtbrandmeister Jörg Posenauer. In einigen anderen Ortswehren ging der Personalstand indes leicht zurück.

Die Mitgliederzahlen bei den Jugendfeuerwehren, aus denen sich die aktiven Abteilungen insbesondere rekrutieren, sind stabil. 137 Jugendliche gehen derzeit ihrem Hobby in den Lehrter Feuerwehren nach. In den Kinderfeuerwehren sind laut aktueller Statistik 176 Mädchen und Jungen aktiv.

Veraltete IT-Ausstattung bereitet große Sorgen

Stadtbrandmeister Jörg Posenauer übt zum Jahreswechsel deutliche Kritik am Standard der digitalen Ausstattung in den Lehrter Feuerwehren. Nach wie vor seien die Einsatzkräfte mit einer teils völlig veralteten IT-Ausstattung unterwegs. Die Hoffnung auf eine Erneuerung des teilweise zehn Jahre alten Bestands hätten sich auch 2017 nicht erfüllt. „Das bleibt weiterhin ein drängendes Thema“, mahnt Posenauer. Damit Fortschritte erzielt würden, habe aber Bürgermeister Klaus Sidortschuk eine Arbeitsgruppe aus Vertretern der Feuerwehr und der beteiligten Fachämter eingerichtet. Er begrüße diesen Schritt ausdrücklich, betont der Stadtbrandmeister, drängt aber auch auf schnelle Ergebnisse. Die Kommunikation an der Einsatzstelle, etwa zum Austausch wichtiger Dokumente bei Gefahrguteinsätzen, sei derzeit nur über private Mailadressen möglich. Das erschwere die Arbeit enorm.

Von Achim Gückel

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