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00:35 17.06.2018
Die Wolfsexpertin Elli H. Radinger berichtete sehr engagiert und informativ über ihre Erfahrungen und Erlebnisse mit Wölfen bei ihrer Lesung im Anderen Kino. Quelle: Susanne Hanke
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Lehrte

Die Wolfsexpertin und Spiegel-Bestsellerautorin Elli H. Radinger hat am Mittwochabend im Anderen Kino aus ihrem aktuellen Buch Der Kuss des Leitwolfs vorgelesen.

Seit dreißig Jahren betreibe sie die Forschung und habe zig Wolfssichtungen erlebt und dabei niemals eine Bedrohung erfahren, teilte die Wolfsexpertin Elli H. Radinger bei ihrer Lesung im Anderen Kino dem gespannten Publikum mit.

In dem Buch berichtet die auf das Thema Wölfe spezialisierte Fachjournalistin von ihren persönlichen Erlebnissen überaus engagiert und teilweise mit einer humoristischen Note, so dass ein sehr lebendiges Bild dieser Tiere entsteht. Vorurteile werden da schnell ausgeräumt. Wölfe seien fürsorgliche Familienväter, strenge und gerechte Leittiere aber auch Spaßvögel, beschrieb Radinger. Da gäbe es die jungen „Schnösel“ebenso wie die Teenager, die überaus neugierig seien, die verträumten Trödler oder den Casanova, der lieber seinen Trieben folge als dass er die Rolle des Leitwolfs übernehme, so Radinger. Sie kann es beurteilen: Seit 1995 nimmt sie an Wolfsforschungen im Yellowstone Nationalpark in den Vereinigten Staaten teil.

Eine Wolfsfamilie ist ihrer Meinung nach mit einer Großfamilie vergleichbar, in der alle zusammen halten und ihre jeweiligen Stärken zum Wohl der Familie einsetzen. „Alte, erfahrene Tiere übernehmen dabei die Rolle der Leittiere, deren Entscheidungen das Rudel ausnahmslos akzeptiert“, erläuterte Radinger. Leittiere verfügten über eine soziale Intelligenz und hätten ein großes Harmoniebedürfnis, so Radinger weiter. Auch gäben sie vor, welche Beutetiere gejagt werden könnten. Wenn ein Leitwolf aus dem Rudel ausgeschossen werde, „wird es zum Problem, denn dann kann es dazu kommen, das Nutztiere gerissen werden“, sagte Radinger.

Wölfe beschreibt sie als Tiere mit einem feinen Gespür für Risiken. Wo sie leicht reinkämen, nutzten sie die Chance, um Beute zu machen. Deshalb sei es unbedingt erforderlich Herden durch sogenannte Herdenschutzhunde und Zäune zu sichern, forderte die Wolfsexpertin. Wölfe würden sich zum größten Teil von Rot- und Schwarzwild ernähren, in Niedersachsen stünden ebenso Frischlinge auf dem Speiseplan. Derzeit gäbe es 500 bis 600 Wölfe in Deutschland, schätzt Radinger – davon lebten mindestens sieben Wolfsfamilien mit je drei bis 11 Tieren in Niedersachsen.

Demgegenüber stehe eine ansteigende Population der Wildtiere, sagte Radinger. Es stehe ausreichend Nahrung zur Verfügung und eine natürliche Regulierung des Wildbestandes könnte stattfinden. Radinger gab an dem Abend aber auch Verhaltensregeln mit auf den Weg:

Sie riet niemals einen Wolf zu füttern und niemals stehen zu bleiben und den Wolf anzu sprechen. Statt dessen solle man laut und energisch „Hau ab“ rufen, Hunde anleinen, die Ohrstöpsel beim Joggen im Wald herausnehmen und immer aufmerksam sein.

Von Susanne Hanke

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